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08.11.2013 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Ducati Monster-Modellreihe mit 1198-Testastretta-11°-Motor

Autor:
Katrin Pudenz

21 Jahre nachdem die Monster erstmalig enthüllt wurde, stellt Ducati mit der Monster 1200 und der Monster 1200 S die aktuellste Modellgeneration vor. Angetrieben werden die beiden Modelle von dem 1198-Testastretta-11°-Motor, der von Superbike-Reihe abgeleitet worden ist. Diese zweite Generation des Testastretta-11°-Motors ist im Stil der Panigale direkt am Rahmen befestigt. Gezeigt wird die Generation derzeit auf der Eicma 2013 in Mailand.

Mit dem Testastretta-11°-Motor mit 1198 Kubikzentimeter Hubraum - mit Flüssigkeitskühlung, vier Ventile pro Zylinder - kehrt die neue Monster zu ihren ursprünglichen Wurzeln zurück, berichtet der italienische Motorradhersteller, der seit April 2012 zu Audi gehört.

Die zweite Generation des Testastretta-11°-Dual-Spark-Motors, der nun im Panigale-Stil als volltragendes Element direkt im Gitterrohrrahmen befestigt ist, erreicht eine Höchstleistung von 99 kW (135 PS) bei 8750/min. Bei der Monster 1200 S erhöht sich die Leistung rund 107 kW (145 PS) bei 8750/min. Große Aufmerksamkeit widmeten die Ingenieure dem Mapping des großvolumigen Desmo-Motors. So steht das maximale Drehmoment von 118 Nm bei der Monster 1200 sowie 125 Nm bei der 1200-S-Version bei 7250/min bereit. Für die neue Motoren-Generation wurden beispielsweise die Zweizylinder-Techik von Ducati mit den drehmomentfördernden Bohrung- und Hubmaßen von 106 mm mal 67,9 mm kombiniert.

Kreisförmige Ride-by-Wire-Drosselklappen

Der 1198-Testastretta-11°-DS atmet durch kreisförmige Ride-by-Wire-Drosselklappen von Mikuni und nutzt neueste Kraftstoffinjektoren. Diese sind so positioniert, dass sie das Gemisch gezielt auf die heiße Rückseite des Einlassventils sprühen, anstelle der relativ kalten Oberfläche des Einlasskanals, erläutern die Entwickler. Die dadurch verbesserte Verdampfung erreiche, dass der Kraftstoff vollständig zerstäubt beim Ventil ankomme, was wiederum den Wirkungsgrad der Verbrennung erhöht, verdeutlichen die Motorradexperten. Nachdem das Gemisch völlig verdampft am Ziel ankommt, komme das Prinzip Dual Spark (DS) zum Einsatz. Das heißt: Pro Zylinderkopf arbeiten zwei Zündkerzen. Sie sorgen mit zwei Flammfronten für eine vollständige und effiziente Verbrennung über einen kürzeren Zeitraum.

Der Testastretta 11° stammt ursprünglich von dem 1198-Superbike-Motor ab, wurde aber hinsichtlich erhöhter Benutzerfreundlichkeit stark überarbeitet. Das erreichten die Ingenieure wirkungsvoll, indem sie die Ventilüberschneidungswinkel von rund 41 Grad auf 11 Grad reduzierten. Das senkt zwar die Leistungsspitze etwas, verbessert aber die Mid-Range-Power und sorgt insgesamt für eine bessere Laufruhe, wird erläutert.

Lesen Sie mehr zur neuen Ducati-Monster-Modellreihe auf Seite 2.

Neue Chassis-Generation

Der Gitterrohrrahmen des Modells dominiert das Gesamt-Design der Monster-Generation, wobei die Befestigungspunkte direkt an die neuen Zylinderköpfe des Motors rücken. Pionier hierfür war das Superbike Panigale. Dieses neue, kompakte Rahmen-Design, kombiniert den Gitterrohr-Rahmen mit dicken Rohr-Querschnitten, was die Torsionssteifigkeit im Vergleich zu den Vorgängermodellen effektiv verdoppelt hat.

Auch widmeten die Ducati-Konstrukteure der Ergonomie des neuen Modells große Aufmerksamkeit, wie es heißt. Der Radstand wurde um 60 mm länger, das erhöht die Stabilität und ist ideal für mehr Fahrkomfort zu zweit. Der Lenker wurde 40 mm höher gelegt und rückt 40 mm näher zum Fahrer.

Federelemente

Die Monster ist vorne mit einer 43 mm Kayaba Gabel und einem einzelnen Sachs Federbein hinten ausgestattet. Federvorspannung sowie Zugstufendämpfung sind einstellbar. Dagegen erhält die Monster S die typische "S" Erweiterung mit einem Upgrade auf eine voll einstellbare Öhlins 48 mm Gabel inklusive Gleitrohren mit TiN-Beschichtung und einer ebenso voll einstellbaren Öhlins Einheit im Heck einschließlich Huckepack-Reservoir. Betätigt durch eine progressive Umlenkung, ist das Federbein direkt am hinteren, vertikalen Zylinder angebracht und führt zu einer aus Aluminium-Druckguss gefertigten Einarmschwinge.

Ducati Safety Pack (DSP)

Sowohl die neue Monster 1200 als auch die neue Monster 1200 S verwenden die Ducati Riding-Mode-Technik, um das 3-Stufen-ABS und die 8-Stufen-DTC aus dem Ducati Safety Pack (DSP) zu integrieren. Als Bestandteil des Ducati Safety Pack (DSP) sind beide Modelle serienmäßig mit einer Bosch ABS 9MP Einheit und Brembo Bremsen ausgestattet. Das dreistufige System bietet kürzere Bremswege bei erhöhter Stabilität und ist vollständig in die Riding Modes integriert. Damit kann das System auch die entsprechenden Umwelteinflüsse berücksichtigen. So ermöglicht die Stufe 1 einen sportlich orientierten ABS-Eingriff ohne Lift-Up-Prävention, das gilt auch für die Stufe 2 - allerdings mit aktivierter Lift-Up-Prävention am Hinterrad. Stufe 3 bietet maximale Bremsstabilität einschließlich Lift-Up-Prävention.

Bei der Monster kommen zwei radial verschraubte Brembo 4-Kolben Monobloc M4-32 Bremssättel zum Einsatz. Diese beißen in 320 mm große Bremsscheiben. Dagegen ist die Monster S mit 330-mm-Scheiben und M50 Monobloc Bremssätteln ausgestattet. Beide Modelle nutzen für die Vorderbremse eine Radialpumpe mit Reservoirs. Dagegen wird die 245 mm große hintere Bremsscheibe von einem einzigen Brembo-Bremssattel bearbeitet.

Zudem besteht die Option, das ABS über die Bedienelemente in allen Riding Modes zu deaktivieren, die neuen Einstellungen zu speichern und diese beim nächsten Start wieder aufzurufen.

Ducati Traction Control (DTC)

Die Ducati Traction Control ist ein System, das als "Filter" zwischen der rechten Hand des Fahrers und dem hinteren Reifen wirkt. Innerhalb von Millisekunden erkennt die DTC den Schlupf am Hinterrad. Das erhöht unter anderem die aktive Fahrsicherheit. Die neuen Monster verwenden die neueste DTC-Software, die mit ihrem nahtlosen Eingreifen den Zündzeitpunkt optimieren soll.

Das System bietet acht "Empfindlichkeitsstufen“, die unterschiedliche Wheelspin-Toleranzen am Hinterrad zulassen. Diese Werte stehen jeweils für das fahrerische Können, klassifiziert von Level eins bis acht. Stufe eins ist so programmiert, dass sie nur die geringste Menge an Interaktion anbietet, während Stufe acht das höchstmögliche Eingreifen gewährleistet. Die DTC-Einstellung ist für jeden der drei Riding-Modes ab Werk voreingestellt, kann aber vom Fahrer über das Set-up-Menü für jeden Modus angepasst und gespeichert werden. Über die "Reset"-Funktion lassen sich die Werte einfach auf die Werksteinstellung zurücksetzen.

Ducati Riding Modes

Die Riding Modes bieten für Fahrer und Umgebung die jeweils passenden Einstellungen an: "Sport", "Touring" und "Urban". Jeder Riding Mode ist bereits programmiert und verändert sofort den Motorcharakter sowie ABS- und DTC-Einstellungen - auch während der Fahrt.

Das elektronische Ride-by-Wire(RbW)-System nutzt Ducatis elektronischen Gasgriff um darüber über unterschiedliche Mappings die entsprechende Leistungsentfaltung zu steuern. Dabei bietet die DTC acht Ebenen der System-Interaktion für die Kontrolle des Hinterradschlupfs. Gleichzeitig liefert der ABS Prozessor mit vorprogrammierten Einstellungen die 3-stufige Anti-Blockier-Funktion.

Der Sport Riding Mode liefert 135 PS (145 PS beim S-Modell) mit einer sehr direkten RbW-Gasannahme (high). Dazu greift die DTC nur wenig ein, zudem verzichtet die sportlich orientierte Stufe 1 des ABS am Hinterrad auf eine Lift-Up-Prävention. Der Touring-Riding-Mode bietet ebenfalls 135 PS (145 PS beim S-Modell) bei einer weicheren Gasannahme des RbW (medium). Die DTC greift stärker ein, und die Stufe 2 des ABS aktiviert am Hinterrad die Anti-Lift-up-Prävention. Im Urban-Mode fährt die Maschine mit 100 PS bei einer sehr weichen Gasannahme mittels RbW. Der DTC-Eingriff ist noch stärker, Stufe 3 beim ABS bedeutet maximale Stabilität beim Bremsen und größtmögliche Anti-Lift-up-Prävention.

Ride-by-Wire (RbW)

Das Ride-by-Wire-System (RbW) ist eine elektronische Schnittstelle zwischen Gasgriff und Motor. Je nachdem welcher Riding Mode ausgewählt wurde, entscheidet das System über die ideale Leistungsentfaltung entsprechend dem Gassignal des Fahrers. Der Gasgriff ist nicht länger über einen Gaszug mit den Drosselklappen verbunden. Stattdessen sendet Ducatis "e-Grip" ein Signal an eine Steuerungseinheit, die dann die Öffnung der Drosselklappen auf elektronischem Wege regelt. Um die Leistungsentfaltung des Motors zu steuern, greift das RbW-System auf drei unterschiedliche Mappings zurück: 135 PS (145 PS beim S-Modell) mit spontaner, sportlicher Leistungsentfaltung, 135 PS (145 PS beim S-Modell) mit mittlerer progressiver Leistungsentfaltung - passend für Touren - und 100 PS mit geschmeidig ansprechender Leistungsentfaltung für den Stadtverkehr.

Lesen Sie mehr zur neuen Ducati-Monster-Modellreihe auf Seite 3.

Thin Film Transistor Instrumentierung (TFT)

Für die neue Monster und Monster S haben sich die Konstrukteure der Thin-Film-Transistor(TFT)-Technik für das Display bedient. Die TFT-Technik ermöglicht eine klare Anzeige des Displays, das Benutzerfreundlichkeit mit einer modernen Informationsbereitstellung kombiniert. Das System gewährleistet volle Anpassungsfähigkeit an die jeweilige Umgebung. Es wechselt sowohl das Hintergrundbild als auch das Display-Layout entsprechend des jeweils ausgewählten Riding Modes.

Dazu verfügt das volleinstellbare Display über drei unterschiedliche Hintergründe für den Urban-, Touring- und Sport-Riding Mode sowie über drei verschiedene Layouts mit den Namen "Core", "Full" und "Track". Sie sind so programmiert, dass sie jeweils die entsprechenden Angaben zu jeder der drei Riding-Mode Umgebungen anzeigen.

Urban (Kerninformation-Layout)

Im Urban Riding Mode präsentiert sich das Display im "Core"-Layout und bietet entsprechend dem städtischen Umfeld das absolute Minimum an Informationen. Diese sind auf einen Blick zu erkennen und leicht lesbar, sodass sich der Fahrer voll auf den Stadtverkehr konzentrieren kann. Dabei steht die Fahrzeuggeschwindigkeit als wichtigste Information prominent in der Mitte des Bildschirms, darunter ist der Riding Mode eingeblendet, darüber die Uhrzeit.

Auf der linken Seite erinnert ein Symbol an die eingestellte ABS-Stufe des Riding Modes und auf der rechten Seite findet sich die Anzeige zur Ducati Traction Control (DTC). Am unteren Rand des Bildschirms steht links standardmäßig der Kilometerzähler und auf der rechten Seite die Kühlmitteltemperatur. Die Informationen beider Felder - links und rechts - können über die Tasten ober- und unterhalb des Blinkerknopfs der linken Schaltanlage hoch und runter gescrollt werden. Sie zeigen auf der linken Seite Trip A, Trip B, Kraftstoffreserve, Reisezeit und Rundenzeiten (wenn aktiviert). Rechts finden sich Angaben zu durchschnittlichem Spritverbrauch, aktuellem Verbrauch, Durchschnittsgeschwindigkeit und Außentemperatur.

Touring (Voll-Informations-Layout)

Im Touring Riding Mode wechselt die Anzeige auf das "Full"-Layout. Hierbei liefern Grafiken im Hintergrund die maximale Informationsmenge, die man während einer langen Tour benötigt. Dazu verkleinert sich die Ziffergröße der Tempoanzeige und tauscht den Platz mit der grafischen Drehzahlanzeige von der Mitte nach oben. Die Drehzahlanzeige reicht von 1000/min bis 11.000/min.

Die Drehzahlen im animierten Balkendiagramm werden schrittweise angezeigt. Während der Einfahr- und Motoraufwärmphase sind die Balken orange und rot gefärbt, gleichzeitig vergrößert sich numerische Anzeige der gerade anliegenden Drehzahl. Mit dem gewählten Riding Mode sieht man nun auf der linken Seite die Geschwindigkeit. Im gesamten unteren Teil werden von links nach rechts Uhrzeit, Motortemperatur sowie die jeweiligen DTC und ABS Stufen angezeigt. Auf der unteren linken Seite des Displays steht standardmäßig der Kilometerzähler und links wird der durchschnittliche Verbrauch angezeigt.

Die Informationen beider Felder - links und rechts - können über die Tasten ober- und unterhalb des Blinkerknopfs der linken Schaltereinheit gescrollt werden. Sie zeigen auf der linken Seite Trip A, Trip B, Kraftstoffreserve, Reisezeit und Rundenzeiten (wenn aktiviert). Rechts finden sich Angaben zu durchschnittlichem Spritverbrauch, aktuellem Verbrauch, Durchschnittsgeschwindigkeit und Außentemperatur.

Sport (Rennstrecken-Informations-Layout)

Im Sport Riding Mode erscheint das Display im "Track"-Layout. Dazu nimmt der Hintergrund den Look von gebürstetem Aluminium an und das Display bildet nur noch die sportlich notwendigen Informationen ab. Der grafisch dargestellte Drehzahlmesser positioniert sich neu und verläuft im 90-Grad-Winkel von links zum oberen Rand der. Die Geschwindigkeitsanzeige sitzt prominent in der Mitte, ABS, Motortemperatur und DTC haben am unteren Rand von links nach rechts ihren Platz.

In der Mitte am unteren Rand des Bildschirms steht der Kilometerzähler, dieser kann über die Tasten ober- und unterhalb des Blinkerknopfs der linken Schaltanlage hoch und runter gescrollt und ausgelesen werden. Sie zeigen Trip A, Trip B, Kraftstoffreserve, Uhrzeit, Fahrzeit und Rundenzeiten (wenn aktiviert). Weiterhin zeigen sie den durchschnittlichem Spritverbrauch, den aktuellen Verbrauch, Durchschnittsgeschwindigkeit und Motor- und Außentemperatur.

Alle drei Varianten verfügen über einen Speicher für ihre Display-Layouts. Dabei kann der Fahrer alle Informationen aufrufen und auswählen oder als Standardeinstellung im System speichern, so dass es beim nächsten Start wieder angezeigt wird.

Auf der linken Seite des Hauptmenüs finden sich - von oben nach unten - die Anzeige für Blinker (links), Fernlicht, ABS-off und Neutral. Auf der rechten Seite - von oben nach unten - sind Blinker (rechts), Öldruck, Kraftstoffreserve und Motorelektronik. Die Countdown Symbole sind so programmiert, dass sie rechtzeitig auf planmäßige Wartungen hinweisen. Oberhalb der Instrumenten-Einheit warnt ein schrittweise ansteigender roter Balken bei zu hohen Drehzahlen. Setzt das DTC ein, leuchtet ein zweiter Balken unterhalb des oberen Lichtbalkens in orange.

Im Stand vergrößert sich die Anzeige um das Doppelte und wird zum benutzerfreundlichen Bedienfeld. Damit können die Einstellungen von ABS, DTC und RbW innerhalb jedes Riding Modes sowie die Umgestaltung der drei Layouts zu den jeweiligen Riding Modes personalisiert und gespeichert werden. Zusätzlich zeigt eine Liste die letzten 30 aufgezeichneten Rundenzeiten an, einschließlich Rundennummer sowie die entsprechend maximale Geschwindigkeit und maximale Drehzahl, die während dieser Runde gefahren wurde.

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