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12.03.2014 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Quant e-Sportlimousine schafft 600 km

Autor:
Andreas Burkert
2:30 Min. Lesedauer

Wenn ein Batteriehersteller ein Elektroauto baut, dann wird es weit fahren. Die Lichtensteiner nanoFlowcell AG ist solch ein Unternehmen und hat mit der Quant e-Sportlimousine ein eigenes Elektrofahrzeug entwickelt und soeben in Genf vorgestellt.

Das Besondere an dem viersitzigen Fahrzeug, dessen Karosserie aus einem hochstabilen CFK-Monocoque besteht, ist das Antriebs-, vor allem aber das Energiespeicherkonzept. Die Ingenieure um den Entwicklungsleiter Nunzio La Vecchia haben nämlich ein Batteriesystem auf Basis der Flusszellen-Technik optimiert. Aus diesem Energiespeicher beziehen die vier Drehstrom-Asynchronmotoren, die an jedem Antriebsrad montiert sind, ihren Strom. Die maximale Leistung beträgt laut Datenblatt 925 PS - die Dauerleistung 653 PS. Damit kommt der 2,3 Tonnen schwere Elektro-Sportwagen in 2,8 Sekunden von null auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit soll laut Hersteller bei 380 km/h liegen.

Reichweitenrekord dank Redox-Flow-Akku

Laut den technischen Angaben des Unternehmens beträgt die Energiedichte des neuentwickelten Redox-Flow-Akkumulators 600 Wh/L. Damit liegt die Energiedichte etwa fünf- bis sechsfach höher als bei Akkus mit aktueller Lithium-Ionen-Technik. Zudem verspricht das Unternehmen rund 10.000 Ladezyklen ohne Memory-Effekt und eine geringe Selbstentladung (<< 1 % / Tag). Internen Tests zufolge ermöglicht das System mit etwa 600 V Nennspannung und 50 A Nennstromstärke eine Dauerleistung von 30 kW.

Wird der spezifische Verbrauch der Quant e-Sportlimousine mit etwa 20 kWh/100 km zugrunde gelegt, kommt der Wagen auf eine Reichweite von rund 600 km. Stimmen die Angaben des Herstellers und lässt sich die weiterentwickelte Redox-Flow-Batterie serienreif herstellen, wäre dies ein erfolgreicher Schritt in Richtung flächendeckender Elektromobilität.

Bekanntes Prinzip der Flusszelle optimiert

Das Prinzip des Batterie-Systems ähnelt dabei dem einer Kombination aus Akkumulator und Brennstoffzelle, bei der die Prozesse Oxidation und Reduktion parallel stattfinden. Das System benötigt zwei Elektrolyt-Flüssigkeiten, üblicherweise Metallsalze in wässriger Lösung, die vom Tank aus durch die Zelle gepumpt werden. Damit liegt eine Art Akku-Zelle mit Querstrom-Spülung der Elektrolyt-Flüssigkeit vor, so das Unternehmen. Die Energieübertragung innerhalb der Flusszelle verläuft zwischen zwei plattenförmigen Polen (plus und minus) mittels einer ionisierbaren Flüssigkeit, ganz ähnlich wie beim altbewährten Bleiakku im Auto.

Zum Laden einfach das Elektrolyt nachtanken

Zum Laden oder Entladen werden zwei verschiedene Elektrolyt-Flüssigkeiten jeweils durch denjenigen Raum der Zelle gepumpt, in dem die Elektrode (Anode oder Kathode) der Zelle angeordnet ist. Eine zentrale Membran trennt die beiden Elektrolyträume vollständig. So bleiben der hoch geladene Ionenträger und die Flüssigkeit mit niedriger Ladung getrennt. Ist der Vorrat an geladenem Elektrolyt im Tank "verbraucht" kann er unkompliziert nachgetankt werden.

Insgesamt bilden vier Einheiten das Antriebskonzept der Elektro-Sportlimousine. Dazu gehört neben den beiden Tanks die Fluss-Batterie, die fortlaufend elektrische Energie zum zentralen Speicher fördert. Dieser Energiespeicher besteht aus zwei großen Leistungs-Kondensatoren vom Baumuster aktueller Supercaps. Diese Kondensator-Einheiten sind in der Lage, elektrische Energie nahezu verlustfrei aufzunehmen und bei Bedarf auch in sehr kurzer Zeit (impulsiv) wieder freizusetzen.

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