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27.02.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

App berechnet exakte Reichweite

Autor:
Christiane Brünglinghaus
2:30 Min. Lesedauer

Über eine speziell entwickelte App sollen Nutzer von Elektrofahrzeugen künftig genauere Daten zur maximalen Reichweite ihres Fahrzeugs erhalten. Forscher der Technischen Hochschule Deggendorf haben das System entwickelt.

Bei vielen Elektrofahrzeugen unterschiedlicher Hersteller wird beim Fahrzeugstart zwar eine maximale Reichweite angezeigt, die aber von den Systemen bereits nach wenigen Fahrminuten beträchtlich nach unten korrigiert wird. Häufig müssen die Fahrer feststellen, dass das ursprünglich angepeilte Ziel nun doch nicht mit einer Batterieladung erreichbar ist. Der Grund liegt darin, dass bei marktüblichen Elektroautos nur der Energieverbrauch der letzten zurückgelegten Kilometer in die Reichweitenberechnung einfließt.

Modell berechnet Reichweite vorausschauend

Daher haben Forscher der Projektgruppe E-Wald der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) kürzlich ein optimiertes Reichweitenmodell (ORM) für Elektrofahrzeuge vorgestellt. Mit dem ORM sei ein System entwickelt worden, das vorausschauend arbeitet und die Reichweite eines Elektrofahrzeugs auf den Kilometer genau berechnen könne. Neben der exakten Anzeige der Reichweite habe das Modell einen weiteren großen Vorteil. Es sei herstellerunabhängig entwickelt und könnte noch in diesem Jahr serienmäßig in ersten E-Fahrzeugmodellen eingesetzt werden. Die Gespräche mit Fahrzeugherstellern sollen vielversprechend laufen, geben die Forscher bekannt.

InCar App stellt maximale Reichweite als Polygon dar

Als Basis für das ORM-System haben die Forscher eine eigene App, die "InCar App" entwickelt, die auf einem Tablet im E-Auto läuft. Die Bildschirmdarstellung gleiche der von Navigationsgeräten. Darauf wird das Ergebnis der optimierten Reichweitenberechnungen in Form eines blauen Polygons, quasi einer zweidimensionalen Wolke rund um das Fahrzeug, dargestellt. Die Ränder der Wolke markieren die maximale Reichweite des Fahrzeugs. Genauso gut könnte die maximale Reichweite aber auch über eine Kilometeranzeige dargestellt werden. Zusätzlich werden die verfügbaren Ladesäulen und touristische Ziele im Aktionsradius angezeigt.

Die Berechnung der Reichweite sei laut den Forschern deshalb so genau möglich, weil deutlich größere Datenmengen in das empirische Modell einfließen würden. So berücksichtige das Modell sowohl Geoinformationsdaten wie Topographie und Straßennetz, als auch Fahrzeugdaten wie der aktuelle Ladezustand der Batterie, die Außentemperatur und das Fahrverhalten des Fahrers.

Weitere Forschung im Bereich Schnellladesäulen

Voraussetzung dafür sei die Aufteilung des E-Wald-Forschungsprojekts. Die eigens gegründete E-Wald GmbH sei dabei für den operativen Bereich zuständig. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören unter anderem die Beschaffung und der Betrieb der Fahrzeugflotte und die Errichtung und der Betrieb der Ladesäulen. Die Fahrzeugflotte umfasse mittlerweile 180 Fahrzeuge fast aller Hersteller. Sie werden über unterschiedlichste Miet- und Car-Sharing-Modelle an Kommunen, Unternehmen und Endverbraucher vermittelt. Strom für die Elektrofahrzeuge steht an mittlerweile 100 Ladesäulen in 90 beteiligten Kommunen in sechs Landkreisen auf einer Fläche von über 7000 Quadratkilometer zur Verfügung.

Neben den Reichweitenmodellen entwickeln die Forscher unter anderem die neue Generation einer Schnelladesäule für alle Ladesysteme und forschen im Bereich berührungsloses Laden ohne Stecker.

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