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24.11.2014 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Erfolgreicher Audi Q3 wird mit Facelift noch besser

Autor:
Michael Reichenbach
6 Min. Lesedauer

Mit einem Facelift des SUV Q3 startet Audi ins neue Jahr. Ab Februar 2015 bei deutschen Händlern erhältlich, weist der Stadt-Geländewagen sowohl in seiner normalen als auch in der RS-Sportvariante zahlreiche kleinere Verbesserungen wie plastischen Kühlergrill, Xenonlicht als Serie und ein Gepäckraumrollo auf - neue Motoren sorgen für eine kräftigere und gleichzeitig effizientere Fortbewegung. Die Redaktion ATZ war zur Test- und Infoveranstaltung nach München geladen.

Wie die Springer-für-Professionals-Redaktion Automobil- und Motorentechnik bereits dargestellt hat, haben die beiden Fahrzeuge Q3 und RS Q3 zahlreiche Überarbeitungen durch die Ingolstädter Ingenieure erfahren. Das Facelift 2015 bringt den SUV wieder auf den Stand der Technik, denn seine Weltpremiere auf der Messe Auto China in Schanghai ist mit 2011 bereits wieder drei Jahre her. Die deutschen Journalisten konnten sich am 21. November 2014 von den Vorzügen des neuen Q3 bei Pressekonferenz und Testfahrten rund um den Münchener Flughafen überzeugen.

Bereits 400.000 Exemplare verkauft

Der Q3 ist für Audi ein voller Erfolg. Wie Stefanie Höcker, Kommunikation Produkt Q3 bei Audi, im Audi Airport Center auf dem Flughafen feststellte, wurden seit der Premiere 400.000 Fahrzeuge auf der ganzen Welt verkauft. Nach dem großen Bruder Q7 war es also der richtige Schritt, mit den Ablegern Q5 und speziell Q3 kleine SUV-Varianten auf den Markt zu bringen. Laut Höcker sei man zudem mit dem Q3 Marktführer in seinem Segment (SUV im Premium-Kompakt-Segment) in Europa.

CO2 sparen

Alle Motoren weisen eine Abgasturboaufladung auf und erfüllen die strenge Euro-6-Abgasnorm. Bei sechs Motorisierungen ergeben sich durch die Wahl zwischen Sechsgang-Handschalter und S-Tronic-Doppelkupplungsgetriebe 15 Antriebsvarianten. Der kleine 1,4-l-Ottomotor für das Spritsparmodell Ultra weist eine Zylinderabschaltung auf, die Audi "Zylinder auf Anfrage", also "Cylinder on Demand" oder kurz COD nennt und bei der die Abschaltung der Zylinder 2 und 3 über Stifte in der Nockenwelle gesteuert wird (siehe Animation und MTZ-Artikel "Der 1,4-l-TSI-Ottomotor mit Zylinderabschaltung"). Dieses Kraftstoffsparsystem ist im Volkswagen-Konzern seit 2012 bekannt und wurde zuerst im VW Golf 1.4 TSI vorgestellt.

Zylinderabschaltung und Start-Stopp im Audi Q3

Audi



Die Motoren weisen im Schnitt ein Leistungsplus von 10 PS gegenüber dem Vorgänger auf, stoßen aber 17 Prozent weniger CO2 aus, stellte Michael Zeilinger, Technischer Projektleiter Q3, fest. Die COD-Zylinderabschaltung kommt im Ultra-Modell zum Einsatz, das bei 110 kW Leistung nur 5,5 l Kraftstoff auf 100 km verbraucht und nur 127 g CO2 pro km ausstößt. Damit sei der Wagen laut Zeilinger "Benchmark in seiner Klasse".

Neben dem Otto-Ultra gibt es auch eine Diesel-2.0-TDI-Ultra-Variante, die den CO2-Wert noch einmal unterbietet: Hier fließen nur 114 g CO2/km durch die Abgasanlage - auch bei 110 kW, aber bei nur 4,4 l Sprit auf 100 km. Dafür gab es einen neuen Zylinderkopf.

Lesen Sie mehr zur Testfahrt im Audi Q3 auf Seite 2.

Optimierte Lenkcharakteristik für den RS Q3

Der Servoantrieb der Zahnstangenlenkung im Q3 ist ein hocheffizienter Elektromotor, der seine Unterstützung mit zunehmender Geschwindigkeit immer weiter reduziert. Die elektromechanische Lenkung arbeitet auch mit dem optionalen Spurhalteassistent und dem Parkassistent zusammen.

Für die Sportvariante RS Q3 mit Fünfzylindermotor (250 kW und 450 Nm) wurden 30 Mehr-PS und ein Plus von 30 Nm Drehmoment spendiert, wie Kilian Lichtinger in der Pressekonferenz feststellte. Zudem sagte der Technische Projektleiter des RS Q3, dass ihm persönlich am besten am neuen RS Q3 der neu abgestimmte Dynamik-Modus gefalle, mit prägnanterem Motorsound beim Runterschalten und optimierter Lenkcharakteristik. Um die Nulllage des Lenkrads wurde mehr Unterstützungskraft gegeben, die Kraft reduziert sich bei höheren Lenkradwinkeln und Fahrgeschwindigkeiten deutlicher als beim Vorgänger.

Erste Testfahrten

Die ATZ konnte mit drei Q3-Autos rund um den Internationalen Flughafen MUC einige Testrouten unternehmen, die das SUV-Fahrerlebnis noch perfekter machten. Der in Grau und Mangogelb gefahrene Audi Q3 Design 2.0 TDI Clean Diesel Quattro mit 135 kW beherrscht Landstraßen und Autobahnen souverän. Der Wagen weist ein Start-Stopp-System auf, das bereits nach 20 Sekunden den Motor wieder startet, allerdings war die Umgebung auch +5 °C kalt. Für einen normalen Ampelhalt dürfte diese Zeitspanne reichen, am Bahnübergang eher nicht. Bei Autobahntempo waren ab 140 kleinere unangenehme Windgeräusche an der A-Säule und dem Außenspiegel des Testwagens zu hören - sowie ab 130 km/h leise Klappergeräusche auf der Beifahrerseite auf Höhe der Sonnenblende.

Als zweites fuhren wir den blauen Audi Q3 Sport 2.0 TFSI mit 162 kW, der dank der Quattro-Allradantriebsversion dominant jede kurvige Landstraße mit Bravour nimmt. Das verbaute Doppelkupplungsgetriebe sorgt sowohl für komfortable als auch sportliche Übergänge bei den Gangwechseln. Das Interieur überzeugt durch angenehme Atmosphäre und Stoffe, auf den Hintersitzen haben auch Sitzriesen gut Platz. Aber auch hier ergaben sich Windgeräusche ab 130 km/h an A-Säule und Außenspiegel, was aber auch normal und dem hohen Tempo geschuldet sein kann.

An diesen Geräuschphänomen erkennt man, wie schwierig NVH-Optimierungen sein können - eine diffizile Ingenieursaufgabe. Produktions- und Chargenschwankungen können immer wieder neue Ergebnisse und Erkenntnisse bei Squeak and Rattle (Quietschen und Knarzen) bringen.

Zum Schluss konnte die ATZ noch den roten Sport-SUV Audi RS Q3 2.5 TFSI Quattro über die Straßen rund um den Airport bewegen. Mit fast brachial einsetzenden 340 Pferdestärken, die zwischen 5300 und 6700/min anliegen, ist man schon in 4,8 Sekunden (Werksangabe) von Null auf Hundert, das sei laut Lichtinger vier Zehntel schneller als zuvor. Doch neben der Sportlichkeit kann der Wagen auch komfortabel gefahren werden, das Siebengang-DKG und das Fahrwerksprogramm Drive Select sowie das adaptive RS-Sportfahrwerk Plus machen es möglich.

Ausblick auf 2018

Das Facelift 2015 des Q3 überbrückt die Phase, bis das ganz neue Modell 2018 in die Ausstellungsräume kommt, wie Autobild im September 2014 berichtete. Es soll dann weiterhin Vierzylindermotoren geben, aber auch ein 1-Liter-Dreizylindermotor für die spritsparenden Ultra-Modelle sei geplant. Der beliebte Fünfzylindermotor mit hoher Drehfreude bliebe für den RS Q3 im Programm, zudem wird von einem Plug-in-Hybrid geredet.

Erkennungszeichen

Den für 2015 neu gestalteten Q3 erkennt man von außen an seinem markanteren Kühlergrill (der Single Frame wird plastischer) und den frischeren Lackfarben wie Mango-Gelb und Hainan-Blau. Xenon-Plus-Scheinwerfer gehören jetzt zum Serienumfang, LED-Scheinwerfer und dynamisches Blinklicht (wischender Blinker, siehe Animation) in den LED-Heckleuchten ist optional erhältlich. Länge, Breite und Höhe sind gleichgeblieben. Die Designer schärften die Linienführung mit der charakteristischen umgreifenden Heckklappe im Detail nach. Dominierende horizontale Linien unterstreichen an der Front und am Heck die Breite und machen den Q3 ausdrucksstärker im Design. Im Innenraum verschließt als eine der Neuheiten nun ein praktisches Rollo den Gepäckraum.

Der Q3 und der RS Q3 werden weiterhin von Audi im spanischen Werk Martorell bei Barcelona fertigt. Beide rollen im Februar 2015 zu den deutschen Händlern.

Audi hat ein erfolgreiches Auto noch perfekter gemacht. Bleibt der einzige kleine Wunsch, dass der schicke und sicherheitsfördernde Blinkerschweif nicht nur außen für die Passanten sichtbar ist, sondern auch dem Fahrer im Cockpit Freude am Fahren bereitet.

Blinkerschweif im Audi Q3: Animation von Audi

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