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25.06.2012 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Neuer Fahrsimulator: Energie einsparen, Verkehrsopfer reduzieren

Autor:
Katrin Pudenz

Nach dreijähriger Bauzeit ist der neue Fahrsimulator des Institut für Verbrennungsmotoren und Kraftfahrwesen (IVK) der Universität Stuttgart und des Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart (FKFS) nun fertig gestellt. Der Stuttgarter Fahrsimulator, der nach Institutsangaben die größte Anlage dieser Art an einer europäischen Forschungseinrichtung ist, ermöglicht die Erforschung und Entwicklung von Fahrerassistenzsystemen zur Senkung des Kraftstoffverbrauchs und zur Sicherheitsoptimierung von Elektro- und Hybridfahrzeugen sowie von Fahrzeugen mit konventionellem Antrieb. Eingeweiht wurde der neue Farsimulator am gestrigen Montag, 25. Juni 2012, auf dem Vaihinger Campus statt.

FKFS-Vorstand Professor Dr. Hans-Christian Reuss stellte das technische Konzept des Stuttgarter Fahrsimulators vor und erläuterte die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten: "Das moderne Kraftfahrzeug ist durch eine hohe und steigende Zahl von elektronischen Regel- und Assistenzsystemen gekennzeichnet. Nicht nur aus Kostengründen werden zur quantitativen und qualitativen Bewertung dieser Systeme zunehmend virtuelle Umgebungen eingesetzt. Neben der Energie- und CO2-Einsparung wird künftig die Unfallvermeidung einen Schwerpunkt bilden. Unsere Forschungen werden dazu beitragen, die Zahl der Verkehrsopfer zu reduzieren."

Der Fahrsimulator wurde sowohl für die öffentliche Forschung als auch für Verbundprojekte mit der Automobilindustrie konzipiert. Die Finanzierung des Fahrsimulators erfolgte mit Fördermitteln des Bundesministerium für Bildung und Forschung (circa drei Millionen Euro) und des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst Baden-Württemberg (rund 1,8 Millionen Euro). Hinzu kamen Mittel aus dem Konjunkturpaket 2 (1,25 Millionen Euro) und Eigenmittel des FKFS (eine Millionen Euro). Zur realistischen Nachbildung der Fahrzeugbewegungen verfügt der Fahrsimulator über ein Acht-Achsen-Bewegungssystem mit einem Bewegungsraum von zehn mal sieben Meter, der zur Darstellung kombinierter Längs- und Querbeschleunigungen dient. Ein aufgesetzter Hexapod ermöglicht die Nachbildung von Hub-, Nick-, Wank- und Gierbewegungen. Durch ein Fahrzeugwechselsystem können komplette, geringfügig modifizierte Vorserien- oder Serienfahrzeuge in den Simulator eingebracht werden. Die Simulationsumgebung ist modular aufgebaut, so dass diese durch weitere Funktionen und auch kommerzielle Produkte ergänzt werden kann. Für den Fahrsimulator wurde am Institut für Verbrennungsmotoren und Kraftfahrwesen der Universität Stuttgart ein zweigeschossiger Anbau erstellt.

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