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07.01.2014 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Fahrzeugbeherrschung bis in den Grenzbereich als Basis für hochautomatisiertes Fahren

Autor:
Katrin Pudenz
2 Min. Lesedauer

BMW zeigt auf der CES 2014 in Las Vegas einen Sicherheitsassistenten, der in anspruchsvollen Verkehrssituationen auch ohne Eingriff des Fahrers das Fahrzeug wieder auf die Spur zurück führen kann. Mit diesem Assistenten will die Group eine neue Dimension des BMW Active Assist, wie das teil- und hochautomatisierte Fahren bei dem bayerischen Unternehmen bezeichnet wird, aufzeigen.

Die präzise und zuverlässige Fahrzeugbeherrschung am fahrdynamischen Limit ist ein wichtiger Baustein für das hochautomatisierte Fahren, erläutern die Experten des Münchner Herstellers. Nur ein System, das wirklich alle fahrdynamischen Zustände bis in den Grenzbereich hinein sicher beherrsche, erzeuge Vertrauen und könne den Fahrer in ermüdenden Situationen dauerhaft und sicher entlasten. Deshalb haben die Entwickler der der BMW Group Forschung und Technik einen Forschungsprototyp mit perfektionierter Regelungstechnik aufgebaut. Dieser Versuchsträger findet zentimetergenau bei hoher Geschwindigkeit den Weg im Slalom zwischen den Pylonen, bleibt unbeeindruckt vom Reibwert der Strecke auf einer vorgegebenen Kreisbahn und beherrscht bei einem Ausweichmanöver den Spurwechsel von einer Fahrbahngasse in die nächste, beschreiben die Konstrukteure das Können des Prototypen. Er nutzte das Potenzial von Motor und Fahrwerk auf optimale Weise. Selbst beim bewusst herbeigeführten Übersteuern, das den Grenzbereich wie kaum eine andere Fahrübung verdeutlicht, ziehe das hochautomatisierte Fahrzeug sicher und immer wieder auf nahezu identischen Linien seine Bahnen, berichten sie weiter.

Exakte und dosierte Lenkeingriffe

Während aktuelle Regelsysteme Fahrzeuge durch das Abbremsen einzelner Räder stabilisieren, kommt durch die neue Funktion der aktive und exakt dosierte Lenkeingriff hinzu. Dabei reagiert der Forschungsprototyp laut Angaben auf sich ändernde Haftung auf der Straße - wie sie etwa bei plötzlichem Aquaplaning auftritt - mit der Präzision eines sehr gut trainierten Fahrers. Der Wagen bewege sich auf der vorgegebenen Zielbahn, versuche diese aber nicht unter allen Umständen mit einer eingestellten Geschwindigkeit zu fahren, sondern beziehe zu jeder Zeit die Beschaffenheit des Untergrunds mit ein und reagiere entsprechend intelligent.

Die benötigten Informationen liefern im Fahrzeug die gleichen bereits heute serienmäßig verbauten Sensoren, die auch die Daten etwa an das DSC übermitteln. So wird ein Untersteuern, das Rutschen über die Vorderräder, durch eine sich öffnende Lenkung aufgefangen. Ein ausbrechendes Heck - Übersteuern - wird durch eine dosierte Kombination aus Gegenlenkbewegung und Bremseingriff kompensiert. Die dafür notwendige ansteuerbare elektrische Lenkung regelt gezielt und schnell und gehört inzwischen bei allen BMW Automobilen zum Serienumfang. Der Versuchsträger soll den Anspruch der BMW Group veranschaulichen, in Zukunft auch an den Grenzen der Fahrphysik ein emotionales hochautomatisiertes Fahrerlebnis anzubieten.

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