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20.07.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Lichtsystem erkennt Mensch und Tier, Leuchtkegel passt sich nach GPS-Informationen an

Autor:
Katrin Pudenz
2:30 Min. Lesedauer

Für viele Menschen ist Autofahren bei Nacht unangenehm. Speziell auf unbeleuchteten Straßen. Ford-Ingenieure entwickeln nun neue Lichttechniken, mit denen beispielsweise Fußgänger, Radfahrer oder Tiere auf der Fahrbahn leichter und frühzeitiger erkannt werden können. Das kamerabasierte Frontlichtsystem steht kurz vor seiner Serienreife, während sich die hochmoderne Ford-Spotlicht-Technik noch in einer frühen Phase der Entwicklung befindet.

"Praktisch jeder Autofahrer, der öfter bei Dunkelheit unterwegs ist, musste schon einmal einem Menschen, einem Tier oder einem Hindernis ausweichen, das plötzlich vor seinem Auto auftauchte - wie aus dem Nichts", erläutert Ken Washington, als Vizepräsident der Ford Motor Company zuständig für den Bereich Forschung und Vorausentwicklung. "Das hochmoderne, kamerabasierte Frontlichtsystem und die neue Spotlicht-Funktion stellen sicher, dass der Fahrer schneller auf Menschen oder Tiere aufmerksam wird, die eine Gefahr darstellen könnten."

Das kamerabasierte Frontlicht-System

Die nächste Generation des kamerabasierten Frontlichtsystems wird derzeit im europäischen Ford Forschungszentrum Aachen (FFA) entwickelt. Diese Technik basiert auf dem adaptiven Frontlicht und der Verkehrszeichenerkennung - beides sind Assistenzsysteme, die Ford bereits heute für viele Serienmodelle anbietet. Neu ist, dass die Elektronik auf GPS-Daten des Navigationssystems zugreift und beispielsweise beim Heranfahren an Kreuzungen, Kreisverkehre und Vorfahrtsstraßen frühzeitig den Lichtkegel öffnet, erläutern die Aachener Forscher. Hindernisse, die sich (noch) nicht unmittelbar vor dem Fahrzeug befänden, könnten auf diese Weise viel eher erkannt werden. Auch Kuppen und Senken oder andere straßenspezifische Besonderheiten gehen Angaben zufolge in die Berechnung der Ausleuchtung ein.

Stehen keine GPS-Informationen zur Verfügung, bedient sich das hochmoderne Lichtsystem der Frontkamera im Fuß des Rückspiegels, erläutern die Experten weiter. Anhand dieser Daten passe es den Lichtkegel den Fahrbahnmarkierungen entsprechend an beziehungsweise prognostiziere den weiteren Straßenverlauf. In der nächsten Evolutionsstufe soll sich das System sogar die Ausleuchtung häufig befahrener Strecken merken und gemeinsam mit den Navigationsdaten wieder abrufen können. Dies führe automatisch zu einer nochmals optimierten Licht-Leistung.

Die Spotlicht-Technik

Die neue Spotlicht-Technik von Ford befindet sich noch in einer frühen Phase der Entwicklung. Zur Detektion von Fußgängern, Radfahrern oder Tieren werde bei diesem System auf eine Infrarotkamera gesetzt. Folgendes soll die Spotlicht-Technik können: Sie "erkennt zeitgleich bis zu acht Menschen oder größere Tiere, die sich in einer Entfernung von bis zu 120 Metern auf oder direkt neben der Fahrbahn aufhalten. Zwei von ihnen können über zwei spezielle LED-Leuchten, die sich neben den Nebelscheinwerfern befinden, mit einem Lichtpunkt markiert werden. Zusätzlich läuft ein Lichtstreifen über die Straßenoberfläche auf das oder die Objekte zu, die darüber hinaus - je nach Gefahrenstufe gelb oder rot eingerahmt - auch auf dem zentralen Display als Warnung abtauchen."

Michael Koherr, Entwicklungsingenieur für Lichtsysteme bei Ford Europa, erläutert: "Das verbesserte, kamerabasierte Frontlichtsystem erleichtert speziell auf fremden Straßen das Fahren bei Nacht, verdeckte Gefahrenstellen werden früher erkannt. In einem Kreisverkehr zum Beispiel kann die Ausfahrt eher gesehen werden - ebenso wie Fußgänger oder Radfahrer, die dort die Fahrbahn überqueren wollen. Die Spotlicht-Technik wiederum weist den Fahrer frühzeitig auf potenzielle Gefahrenmomente hin - ganz gleich, ob sie von einem Fußgänger, Radfahrer oder größeren Tier ausgehen".

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Quelle:
Automobilelektronik

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