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30.01.2013 | Automobil + Motoren | Nachricht | Online-Artikel

Projekt Visio.M: E-Auto mit schalenförmiger Fahrgastzelle aus CFK

verfasst von: Katrin Pudenz

2 Min. Lesedauer
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Wissenschaftler der Technischen Universität München und Ingenieure deutscher Technologieunternehmen arbeiten gemeinsam an einem Mobilitätskonzept für die Elektromobilität. Für das Forschungsprojekt Visio.M setzen sie dabei auf eine stabile Monocoque-Bauweise, moderne Carbonfaser-Kunststoffe und Gewichtseinsparungen bei Motor und Getriebe. Erste Antriebs- und Fahrwerkstests hat ein Versuchsträger des zukünftigen E-Fahrzeugs nun erfolgreich absolviert. Aufgenommen wurde die Arbeit am Projekt Visio.M im vergangen Mai.

Das Mobilitätskonzept soll ein effizientes Elektrofahrzeug mit minimalem Gewicht sein, das gleichzeitig ein höchstmögliches Sicherheitsniveau bietet. Daher haben sich die Ingenieure und Wissenschaftler bei der Fahrzeugstruktur für eine Monocoque-Bauweise entschieden. Dieaus dem Rennsport bekannte Struktur erlaubt es in Verbindung mit Leichtbau-Materialien, Fahrzeuge mit hoher Stabilität und minimalem Gewicht zu konstruieren. Die schalenförmige Fahrgastzelle soll aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) bestehen. Die Visio.M-Ingenieure wollen im Zuge ihrer Arbeiten prüfen, inwieweit die Carbonfaser-Werkstoffe auch für serientaugliche Kleinstfahrzeuge nutzbar sind, da diese Verbundstoffe noch aufwändig zu produzieren und entsprechend teuer sind.

Auch beim Antrieb kämpfen die Visio.M-Ingenieure um jedes Kilogramm. Das zukünftige E-Fahrzeug wird von einem kompakt gebauten Asynchron-E-Motor angetrieben. Für das Getriebe kommen zudem leichte Zahnräder zum Einsatz, die auf hohl ausgeführten Wellen sitzen. Damit könne es bis zu 15 Prozent leichter als herkömmliche Getriebe werden, heißt es aus München.

Sicherheit entscheidet

Trotz aller Gewichtseinsparung steht die Sicherheit der Insassen im Visio.M-Projekt an erster Stelle. Dafür wird die Carbonfaser-Fahrzeugstruktur mit weiteren aktiven und passiven Schutzkonzepten ergänzt, die insbesondere die spezifischen Sicherheitserfordernisse eines Elektro-Kleinstfahrzeugs adressieren. Zu den Ideen, denen die Ingenieure in ihrer Forschungsarbeit nachgehen, beispielsweise an solche Fahrzeuge angepasste Gurtsysteme sowie weitere neuartige, aber nicht näher bezeichnete Konzepte zur Reduzierung der Insassenbelastung bei einem Unfall. Am Projektende soll das E-Fahrzeug ein höchstmögliches Sicherheitsniveau bieten.

Die ersten Fahrwerkstests hat ein Versuchsträger des zukünftigen E-Fahrzeugs bereits absolviert. Auf einem Testgelände in der Nähe von München wurden die Fahrdynamikregelsysteme, also das Antiblockiersystem und das Torque-Vectoring-System, erfolgreich in Betrieb genommen.

An Visio.M beteiligen sich, neben den Automobilkonzernen BMW (Konsortialführer) und Daimler, die TU München als wissenschaftlicher Partner, sowie Autoliv, die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), Continental, E.ON, Finepower, Hyve, IAV, InnoZ, Intermap Technologies, LION Smart, Neumayer Tekfor, Siemens, Texas Instruments Deutschland und TÜV Süd. Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms IKT 2020 und des Förderschwerpunktes "Schlüsseltechnologien für die Elektromobilität - STROM" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) über 2,5 Jahre mit insgesamt 10,8 Millionen Euro gefördert.

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