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26.11.2013 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Formulierungen von Sprachdialogsystemen beeinflussen die Fahrsicherheit

Autor:
Katrin Pudenz

Eigentlich sollen Sprachdialogsysteme Erleichterung bringen. Wissenschaftler der Universität des Saarlandes haben jedoch herausgefunden, dass neben beispielsweise Touchscreens auch diese Technik im Auto die Konzentration stören kann. Und dies vor allem, wenn der Fahrer aufgrund der Verkehrslage gestresst ist. Nun entwickeln die Forscher ein Sprachsystem, das die Fahrsicherheit gewährleisten soll. Ähnlich wie ein Beifahrer soll es erkennen, wie angespannt der Fahrer ist und Informationen weitergeben, ohne den Fahrer abzulenken oder zu überfordern.

Inwieweit moderne Sprachdialogsysteme die Konzentration des Fahrers beeinflussen, wenn dieser gerade besonders unter Druck steht haben Wissenschaftler der Universität des Saarlandes um Vera Demberg und um Christian Müller vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in einer Studie untersucht. "Das Steuern über Sprachbefehle ist zwar grundsätzlich besser als die Bedienung über Touchscreens, aber auch für Sprachsysteme müssen wir untersuchen, wie sie einen Autofahrer in stressigen Situationen zusätzlich belasten können", erläutert Vera Demberg, die im Exzellenzcluster "Multimodal Computing and Interaction" an der Saar-Uni eine Nachwuchsgruppe leitet.

In einem Fahrsimulator mussten Probanden daher einen kurvigen Parcours absolvieren: Damit alle Teilnehmer vergleichbare Ergebnisse erzielen, mussten sie das Auto so steuern, dass sich zwei farbige Balken, die auf dem Bildschirm des Simulators zu sehen waren, überlagern.

In einem weiteren Schritt haben die Forscher den Testpersonen verschiedene Sätze vorgespielt. Dabei haben sich einige nur an einer Stelle unterschieden, dadurch aber einen anderen Sinn ergeben, wie zum Beispiel: "Die Nachbarin, die einige der Mieter auf Schadensersatz verklagt hat, kannte ich gut. / Die Nachbarin, die einige der Mieter auf Schadensersatz verklagt haben, kannte ich gut." Anschließend mussten die Probanden zu den Aussagen einfache Fragen mit "ja" oder "nein" beantworten.

Häufig zuckende Pupille - angespannter Probant

Um bei dieser Doppelbelastung die Anspannung der Teilnehmer zu messen, haben sich die Forscher das Zucken der Pupillen mit einer speziellen Kamera genauer angeschaut. "Es kann als Maß für die kognitive Belastung herangezogen werden", erläutert Demberg. "Zucken die Pupillen besonders häufig, ist die Person angespannt." Insgesamt konnten die Wissenschaftler bei allen Teilnehmern eine starke Belastung nachweisen. "Das Fahren auf dem kurvigen Parcours war schon eine Herausforderung", kommentiert Demberg die Ergebnisse. "Sobald aber die Sprache ins Spiel kam, lenkten die Teilnehmer deutlich schlechter."

Die Forscher arbeiten nun an einem neuartigen Dialogsystem, das sich an die jeweilige Fahrsituation anpassen soll. "Ähnlich wie ein Beifahrer soll es erkennen, ob der Fahrer im Stress ist", erklärt Demberg. Die Informationen sollen dann in einer für ihn hektischen Verkehrssituation in einfacheren und kürzeren, ansonsten in längeren Sätzen wiedergegeben werden können. "Längere Sätze ermöglichen es, mit weniger Sätzen mehr Information auszudrücken", erläutert Demberg. "Die Kommunikation ist so effizienter." Die Forscher entwickeln nun eine Software, die Informationen automatisch in unterschiedlicher Länge wiedergeben soll.

Die komplette Studie finden Sie unter: DOI: 10.1145/2516540.2516546

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