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09.03.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Forschung im neuen Leistungszentrum Nachhaltigkeit

Autor:
Katrin Pudenz

Kann man aus nachwachsenden Rohstoffen sichere Autos bauen? Welche Technik brauchen wir, um die Energiewende erfolgreich umzusetzen? Solchen und vielen weiteren Fragen widmen sich Forscher im neuen "Leistungszentrum Nachhaltigkeit" in Freiburg.

In dem Leistungszentrum bündeln künftig die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und die fünf Freiburger Fraunhofer-Institute künftig ihre Stärken. Gemeinsam mit der Industrie wollen die Wissenschaftler an Lösungen für große Herausforderungen wie Klimawandel und Ressourcenknappheit arbeiten.

"Nachhaltigkeit ist ein Schlüsselthema für die deutsche Wirtschaft,« sagt Professor Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. »Wir müssen unsere Stärken ausbauen. Mit dem Pilotvorhaben für ein Nationales Leistungszentrum bereiten wir den Weg, um die Potenziale der Region intensiver zu nutzen. Freiburg soll als Standort für Spitzenforschung zur nachhaltigen Entwicklung ausgebaut werden. Wir sind jedoch nur dann erfolgreich, wenn wir die Wirtschaft mit ins Boot holen", ergänzt Neugebauer.

In den aktuellen Projekten des Leistungszentrums Nachhaltigkeit untersuchen die Experten, wie sich die ressourceneffiziente LED-Technik flächendeckend durch niedrigere Fertigungskosten durchsetzen könnte, ob und wie man CO2 als Rohstoff weiterverwenden kann und was wir von Selbstreparaturmechanismen im Pflanzenreich lernen können. Finanziert werden die Pilotprojekte und das Leistungszentrum Nachhaltigkeit von den Ministerien für Wissenschaft, Forschung und Kunst sowie für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg und der Fraunhofer-Gesellschaft. In den kommenden drei Jahren stehen insgesamt 7,2 Millionen Euro zur Verfügung: Damit werden die Pilotprojekte und unter anderem auch die jährliche Konferenz, der "Sustainability Summit", der bisherige »Solar Summit« des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE finanziert. Die Partner aus der Industrie beteiligen sich darüber hinaus an Arbeiten zur Überführung der Forschungsergebnisse in die Praxis mit insgesamt 6 Millionen Euro.

Roadmap für Zukunftsplanung

Fraunhofer und die Universität Freiburg werden ihre Zukunftsplanungen mit einer Roadmap aufeinander abstimmen. Dazu gehört im Leistungszentrum die gezielte Weiterentwicklung der Themenschwerpunkte nachhaltige Werkstoffe, Energiesysteme, Resilienzforschung sowie der Umgang der Gesellschaft mit Veränderungsprozessen. Das geplante Institut für nachhaltige Ingenieurssysteme (ISSE) an der Technischen Fakultät soll der ingenieurwissenschaftliche Kern des Leistungszentrums werden. "Das ISSE wird unsere Universität um einen zukunftsweisenden Themenschwerpunkt erweitern und viele wichtige Impulse für Forschung und Lehre geben", sagt Professor Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Nur wer über seinen eigenen wissenschaftlichen Tellerrand hinausblickt, kann die richtigen Antworten finden. "Genau hier werden wir ansetzen", erklärt Schiewer. "Wir bringen die anwendungsorientierten Forscher von Fraunhofer mit den Naturwissenschaftlern, aber auch den Sozial- und Geisteswissenschaftlern der Universität zusammen." Sechs Pilotprojekte starteten bereits.

Industriepartner

Als erster Industriepartner beteiligt sich die Georg H. Endress-Stiftung des Firmengründers von Endress+Hauser gemeinsam mit der Universität und dem Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM am Leistungszentrum Nachhaltigkeit. Das Vorhaben ist auf breite Resonanz bei Firmen in der Region und darüber hinaus gestoßen, die Aspekte der Nachhaltigkeit in ihre Produktentwicklungen integrieren möchten. Weitere Projekte sind unter anderem mit Daimler, EnBW und Robert Bosch geplant. Die Partner des Leistungszentrums bauen so ein breites Netzwerk mit dem Schwerpunkt bei Unternehmen aus Baden-Württemberg auf.

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