Skip to main content
main-content

31.01.2014 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Walzfräsmaschine VLC 200 H für großvolumige Zahnradproduktion

Autor:
Katrin Pudenz
2:30 Min. Lesedauer

Experten der Emag-Tochter Koepfer haben die vertikale Walzfräsmaschine VLC 200 H entwickelt, mit der die großvolumige Zahnradproduktion schneller und kostengünstiger möglich sein soll. Eine Konstruktion, die für die Getriebeproduktion von Interesse sein könnte.

Die Wälzfräsmaschine VLC 200 H ist die erste Koepfer-Maschine auf Basis des neuen "modularen Standards" von Emag. So lautet der Name einer neuen einheitlichen Maschinenplattform, die bei der Konstruktion einer neuen Generation von Werkzeugmaschinen für ganz unterschiedliche Anwendungsbereiche zum Einsatz kommt, erläutern die Emag-Spezialisten. Gerade bei der Etablierung eines hocheffizienten Produktionssystems im Getriebebau sei dieser "Baukasten-Ansatz" ein Vorteil, weil die einzelnen Prozessschritte bei der Weichbearbeitung eines Zahnrades perfekt und ohne großen Automatisierungsaufwand miteinander verbunden werden könnten - vom anfänglichen Drehen des Rohlings über den Wälzfräsprozess bis zum abschließenden Entgraten. "Die Anlagen lassen sich einfach verketten, weil sie ideal aufeinander abgestimmt sind und unter anderem die exakt gleiche Übergabehöhe haben", erklärt Jörg Lohmann von Koepfer den Ansatz.

Bearbeitungszeiten

Im Zentrum der neuen Wälzfräsmaschine stehen Hochleistungsantriebe, die an der Hauptspindel und am Fräser hohe Drehzahlen ermöglichen, wird erläutert. Zahnräder mit einem Durchmesser bis 200 mm und Modul 4 sollen sich auf diese Weise in kurzer Bearbeitungszeit trockenfräsen lassen. Die Abfuhr der dabei anfallenden heißen Späne stelle in der vertikalen Maschine kein Problem dar, da sie nach einem freien Fall in einem Späneförderer landen würden. Für kurze Nebenzeiten sorge zudem das Pick-up-Prinzip der Anlage. Die Arbeitsspindel entnimmt das Bauteil vom Förderband, fährt es zum Reitstock, wo es mithilfe des Reitstock-Flanschs extrem steif abgestützt wird, und transportiert es nach dem Wälzfräsen wieder aus dem Arbeitsraum heraus, erläutern die Maschinenbauer. Dieses integrierte Automatisierungskonzept sei angesichts von kurzen Wegen nicht nur schnell, sondern garantiere zudem eine hohe Verfügbarkeit.

Gleichzeitig sichere die VLC 200 H eine hohe Bauteilqualität - und das dauerhaft, wie die Experten betonen. Dafür stehe einerseits ein schwingungsarmer Maschinengrundkörper aus dem Polymerbeton Mineralit. Optional lasse sich zudem ein Messtaster in den Arbeitsraum integrieren, der entweder für Orientierungsaufgaben verwendet werden könne oder das fertig bearbeitete Bauteil vermesse. "Wir sind damit sogar in der Lage, eine Bearbeitungskorrektur durchzuführen", betont Lohmann.

Flexibles System

Soll dieses automatisierte, auf Basis einer modularen Plattform entwickelte Paket in ein Fertigungssystem integriert werden, eröffnen sich den Produktionsplanern mehrere Möglichkeiten, wie die Maschinenbauer hervorheben. So seien beispielsweise ein gerichteter Teilefluss oder auch eine umlaufende Automation denkbar. Für gute Gesamt-Taktzeiten sorge dabei ein durchkonzipierter Ablauf: Nach dem Drehen der Rohlinge (etwa auf einer VL-2-Maschine von EMAG) beginne der Verzahnungsprozess auf der VLC 200 H. Den abschließenden Entgrat-Prozess und das beidseitige Anfasen erfolge mit einer VLC 100 D - alle Maschinen auf Basis des "modularen Standards". Den Vorteil dieses Systems benennen die Konstrukteure folgendermaßen: "Die Zahnradproduktion kommt mit nur einem Schnitt aus, weil das Anfasen der Verzahnung spanend erfolgt - alternative Produktionslösungen setzten teilweise nach dem Entgraten auf einen zweiten Schnitt".

Weiterführende Themen

Premium Partner

    Bildnachweise