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16.08.2012 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

ZF entwickelt modulares Nfz-Getriebe für zahlreiche Antriebsvarianten

Autor:
Andreas Burkert

Der Automobilzulieferer ZF stellt ein neues Grundgetriebe vor, welches sich dank Baukastenkonzept für zahlreiche Antriebsvarianten im Lkw und im schweren Nutzfahrzeugsegment eignet. Das Getriebe namens Traxon kann je nach Anwendung neben einer Trockenkupplung auch mittels Hybridmodul, Doppelkupplungsmodul oder mit einer Wandlerschaltkupplung angetrieben sowie mit einem motorseitigen Nebenabtrieb kombiniert werden.

Herzstück der Neuentwicklung ist ein Grundgetriebe, das mit Vorschalt- oder Splitgruppe, Hauptgruppe und Bereichsgruppe sowie zwei Vorgelegewellen und Hauptwelle sehr kompakt ausgelegt ist. Dennoch kann es Drehmomente deutlich oberhalb von 3000 Newtonmetern übertragen. Somit ist auch für Märkte attraktiv, in denen Lkw mit 60 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht im Einsatz sind.

Traxon wird mit zwölf wie auch mit 16 Gängen angeboten, beide Bautypen sind als Direct Drive- oder als Overdrive-Varianten erhältlich - letztere mit einer besonders langen Übersetzung des höchsten Gangs. Das Getriebekonzept erlaubt zudem zwei zusätzliche Rückwärtsgänge. ZF bietet Traxon mit insgesamt vier Rückwärtsgängen als Zusatzoption an, die für spezielle Anwendungen - etwa Lkw im Einsatz auf Autobahnbaustellen - längere, schnelle Rückwärtsfahrten möglich macht.

Baukastenkonzept für verschiedene Antriebsarten

Das modulare Getriebekonzept erlaubt zudem, dass Grundgetriebe mit drei Anfahr- beziehungsweise Schaltmodulen zu kombinieren. Neben der Ein- und - für drehmomentstarke Anwendungen - Zweischeiben-Trockenkupplung wird ZF erstmals für schwere Nutzfahrzeuge den Einsatz eines Hybridmoduls "Traxon Hybrid" anbieten. Eine elektrische Maschine mit 120 kW Leistung sowie eine Trennkupplung erlauben alle Hybridfunktionen - wie Rekuperation, elektrisches Fahren, Boosten und die Start-Stopp-Funktion. Bei Spezialtransporten kann die elektrische Maschine auch zur Stromversorgung von Zusatzaggregaten - etwa zur Kühlung - eingesetzt werden. Auch elektrische Verbraucher in der Fahrerkabine können bei abgestelltem Verbrennungsmotor laufen.

Für sehr lange Hinterachsübersetzungen kann das Grundgetriebe auch mit einem Doppelkupplungsmodul kombiniert werden. "Traxon Dual" senkt dann im höchsten Gang die Drehzahl des Motors ab. Während bei herkömmlichen automatischen Getriebesystemen sich jedoch die Schalthäufigkeit erhöht, da schon bei leichten Steigungen in den nächst kleineren Gang zurückgeschaltet werden muss, erfolgen beim Doppelkupplungsmodul diese Rück- und Hochschaltungen auch unter Last, also ohne Unterbrechung der Zugkraft. Für den Einsatz in Schwerlast-Zugmaschinen lässt sich das Grundgetriebe auch mit einer Wandlerschaltkupplung kombinieren. Diese "Traxon Torque" genannte Version ermöglicht das verschleißfreie Anfahren auch bei hohen Eingangsdrehmomenten.

Einheitliche Steuerungssoftware

Für die Getriebesteuerung haben die ZF-Ingenieure für alle Traxon-Varianten eine einheitliche Softwareplattform entwickelt. Sie greift auf eine Vielzahl von Sensoren zur Ermittlung von Neigung, Drehrichtung oder Drehzahlen zurück. Darüber hinaus haben sie mit "Prevision GPS" eine auf Navigationsdaten basierte Fahrstrategie implementiert. Unnötige Schaltungen etwa vor einer Steigung oder einer engen Kurve lassen sich damit vermeiden.

Erkennt das System beispielsweise leicht abfallende Autobahn- und Landstraßenpassagen setzt die Rollfunktion die Schaltung auf Neutral. Der Antriebsstrang ist während der Rollphase abgekoppelt und der Motor im Leerlauf - mögliche Schleppverluste werden so umgangen. Zu steile Abschnitte erkennt die topographiegestützte Steuerung dagegen sofort und setzt dort statt der Rollfunktion die Motor- und Getriebebremse ein, um die Betriebsbremsen zu schonen.

(Panorama: Daimler) (Bild: ZF; Das neue automatische Getriebesystem Traxon von ZF besteht aus einem Grundgetriebe, kann aber mit fünf Modulen gekoppelt werden (von links nach rechts): 1. einer Ein- oder Zweischeibenkupplung, 2. einem Doppelkupplungsmodul, 3. einem Hybridmodul, 4. einem motorabhängigen Nebenabtrieb sowie 5. einer Wandlerschaltkupplung)

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