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ICON-Projekt entwickelt hochwertige Schmierstoffe aus Pflanzenöl

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Gentechnisch veränderte Pflanzen sollen schon in wenigen Jahren hochwertige Schmierstoffe produzieren, die sich beispielsweise zum Ölen von Motoren einsetzen lassen. Mehr als 20 Arbeitsgruppen in elf Ländern arbeiten momentan daran, diese Vision umzusetzen - darunter auch Wissenschaftler des Instituts für Molekulare Physiologie und Biotechnologie der Pflanzen (IMBIO) der Universität Bonn. Das ICON (Industrial Crops producing added value Oils for Novel chemicals) genannte Projekt wird in den kommenden vier Jahren mit knapp sechs Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert, es sind aber auch Partner aus den USA, Kanada, China und Australien eingebunden.

Die Wissenschaftler wollen die Vision - hochwertige Schmierstoffe aus Pflanzenöl - mit Hilfe zweier weitläufiger Verwandter der Rapspflanze umsetzen: So sind die Samen von "Crambe abyssinica" und "Brassica carinata" wie die des Rapses sehr ölreich. Allerdings zersetzt sich ihr Öl bei hohen Drücken und Temperaturen - zum Einsatz in Motoren ist es daher nicht geeignet. Um dieses auch von anderen Pflanzenölen bekannte Problem zu lösen, wollen die Forscher die beiden Pflanzen gentechnisch verändern. "Wir setzen ihnen dazu Erbanlagen der Ackerschmalwand ein", erklärt der Koordinator des Projekts, Professor Dr. Sten Stymne von der Swedish University of Agricultural Science. "Das ist eine andere Pflanze, die an der Oberfläche ihrer Blätter Wachsester produziert."

Diese sogenannten Wachsester beschichten beispielsweise die Blattoberflächen und verhindern so eine zu starke Verdunstung. Für die technische Nutzung ist die natürliche Wachsester-Menge jedoch viel zu gering. "Wir möchten die Pflanzen daher dazu bringen, in ihren Samen große Mengen Wachsester herzustellen", erklärt Stymne. In Ölmühlen könnten die Samen dann ausgepresst und das gewonnene Öl weiter aufgereinigt werden.

Aus ökologischer Sicht ist das Vorhaben nach Angaben der Projektteilnehmer unbedenklich: Wachsester seine Naturprodukte, die ohnehin in zahlreichen heimischen Gewächsen vorkommen. Zudem könnten sich Crambe abyssinica und Brassica carinata nicht mit anderen Nutzpflanzen kreuzen. "Da die weltweit benötigte Schmierstoff-Menge vergleichsweise gering ist, sehen wir anders als beispielsweise beim Biodiesel auch keine große Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion", betont Professor Dr. Peter Dörmann vom Bonner IMBIO. Stattdessen hoffen die Forscher auf eine deutliche Entlastung der Umwelt - und das nicht nur, weil es sich bei Ölpflanzen um nachwachsende Rohstoffe handelt: "Um aus Erdöl hochwertige Schmierstoffe herzustellen, benötigt man viel Energie", erklärt der IMBIO-Forscher. "Die Weiterverarbeitung der Wachester ist weit weniger aufwändig."

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