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20.09.2013 | Automobil + Motoren | Nachricht | Online-Artikel

Infiniti Q30 Concept: mit vergrößerter Produktpalette weiter auf Expansionskurs

verfasst von: Christiane Brünglinghaus

4:30 Min. Lesedauer
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Auf der IAA 2013 zeigt die Nissan-Tochter Infiniti den Q30 Concept. Das Konzeptfahrzeug soll den nächsten Schritt in der Wachstumspolitik der Marke Infiniti in neue Premiumsegmente bilden. Springer für Professionals sprach mit dem neuen Vertriebschef für Deutschland, die Schweiz, Österreich und Polen, Christian Blank.

Nissan hätte sich vor fünf Jahren wohl bessere Startbedingungen für seinen Nobelmarke in Westeuropa gewünscht. Mitten in der Finanzkrise der Jahre 2008/2009 wurde der Europastart der Marke zur Herausforderung. "Wir hatten nicht unbedingt Rückenwind. Ich glaube dennoch, dass wir uns gut entwickelt haben sowohl was die Anzahl der Zentren als auch was die Markenpositionierung angeht", erläutert Blank im Rahmen eines Gesprächs auf der diesjährigen IAA.

Zur Umsetzung der ambitionierten Expansionspläne verstärkt Infiniti seit Anfang diesen Jahres mit Christian Blank seine Vertriebsmannschaft für Zentraleuropa. Der 39-Jährige soll Infiniti bei der Erschließung neuer Geschäftspotenziale in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen leiten. In seiner neuen Funktion legt Blank den Fokus auf den Ausbau des Händlernetzes in Zentraleuropa.

Ziel ist es, bis Ende 2015 rund 45 Standorte in Deutschland, fünf Standorte in der Schweiz sowie jeweils drei Standorte in Österreich und Polen an das Netz zu schließen. "Wir müssen in Deutschland im Minimum auf 25 Händler gehen, potenziell mehr", sagt Blank. Schnellschüsse wolle man aber nicht. Im Vordergrund stünden langfristige und solide Partnerschaften mit Händlern.

Infiniti will global auf bis zu 600.000 Einheiten kommen

Die Luxusmarke will das Volumen drastisch erhöhen. "Infiniti hat im letzten Jahr in Europa gut 3000 Fahrzeuge abgesetzt. Wir gehen davon aus, dass wir in Zukunft in Europa deutlich stärker expandieren werden", erklärt Blank. In den nächsten fünf bis zehn Jahren will Infiniti global auf 500.000 bis 600.000 Einheiten wachsen, von 172.000 kommend im letzten Jahr, erläutert Blank.

Blank sieht Infiniti auf einem guten Weg, Basis des Wachstum sollen die Produkte sein. Bislang ist der FX das verkaufsstärkste Modell, in Deutschland noch stärker als in anderen europäischen Ländern. "Der FX ist ein Brand Icon für Infiniti. Die Leute identifizieren die Marke Infiniti mit dem FX", sagt Blank. Der Q50, der seine Premiere auf dem Genfer Automobilsalon feierte, soll das zweite große Volumenmodell werden, der Q30 soll ihm folgen.

Im Q30 Concept zeigt sich die klare Strategie von Infiniti, in wichtigen globalen Märkten, insbesondere China und Europa, zu wachsen und das Angebot in etablierten Märkten wie den USA weiter auszubauen. Das Infiniti Q30 Concept wird der Designvorläufer eines zukünftigen Kompaktprodukts der Premiumklasse sein. Dem vorausgegangen war die Ankündigung von Infiniti, ab 2015 ein Kompaktmodell in Sunderland, Großbritannien, zu produzieren.

"Das Design ist polarisierend, vielleicht auch provozierend", erläutert Blank das Exterieur des Q30. In der Tat ist es schwierig, den Q30 einer Karosserieform zuzuordnen. Herkömmliche Kategorisierungen werden bewusst in Frage gestellt. Mit seiner Designmischung aus drei verschiedenen Karosseriebauweisen – Coupé, Schrägheck und Crossover – soll das Q30 Concept mit den Konventionen brechen. Dadurch sollen jüngere Kunden beziehungsweise die "Young-minded" angesprochen werden, die sich weniger an Traditionen halten wollen. Die Designkonventionen im Premiumfahrzeugsegment sollen mit neuen, moderneren Ideen herausgefordert werden. Infiniti will damit eine Alternative zu traditionellen Premiummarken bieten. Durch den Einstieg jüngerer und wohlhabender Kunden erwartet man für das globale Premiumsegment in der Kompaktklasse ein erhebliches Wachstum. "Ich glaube, dass wir durch eine stärkere Personalisierung die Leute ansprechen können. Da gibt es schon sicherlich gute Ansätze beim Q50, denkt man beispielsweise an das In Touch-System. Das wird sich beim Q30 fortsetzen", erklärt Blank.

Wie sehen die weiteren Schritte bei Infiniti aus? Das derzeit sechs Baureihen umfassende Produktportfolio soll in den kommenden Jahren signifikant erweitert und erneuert werden. Die Anzahl der Produkte soll sich um 60 Prozent erhöhen, sagt Blank. Aufgrund des sich ausweitenden Produktportfolios werde sich auch die Motorenentwicklung deutlich ausweiten. "Wir werden die Infiniti Powertrains in den nächsten fünf Jahren verdoppeln", steckt Blank das Ziel ab.

E-Auto kommt, Zeitpunkt unklar

Dann gibt es auch noch die Kooperation mit Daimler. Aus der Zusammenarbeit mit dem Stuttgarter Hersteller verfügt der Q50 über einen Antriebsstrang bestehend aus Dieselmotor und Automatikgetriebe. Der Q30 soll Komponenten aus der Kompaktwagen-Architektur von Daimler nutzen. Weiterhin geplant ist auch ein Elektrofahrzeug, wohl auf Basis der auf dem Pariser Autosalon gezeigten Studie LE Concept. Wann ein E-Auto kommen wird, sei aber noch unklar. Man wolle warten, bis die Technologie wirtschaftlich sinnvoll darstellbar sei.

Nicht zuletzt setzt Infiniti auch auf die Zusammenarbeit mit Sebastian Vettel. Das künftige Premium-Kompaktmodell von Infiniti wird auch das erste Infiniti-Modell sein, das Sebastian Vettel, der Director of Performance von Infiniti, von Anfang an beeinflusst hat. Der dreimalige Formel-Eins-Weltmeister von Infiniti Red Bull Racing hat sich dazu auf der ganzen Welt mit Ingenieurteams von Infiniti zusammengesetzt. "Der Q50 wurde durch Herrn Vettel optimiert, gleiches gilt für den Q30, bei dem er im Prinzip ab dem ersten Tag an der Entwicklung beteiligt ist und Themen wie Bremsen und Chassis unterstützt", sagt Blank.

Tipp der Redaktion Automobil- und Motorentechnik:

Mit dem Q50 hat Nissan eine vollständig elektronische Lenkung in Serie gebracht. Lesen Sie mehr zum Thema elektronische Lenkung im Online-Artikel "Steer-by-Wire-Systeme: Trends und Entwicklungsaussichten".

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