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03.09.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Bosch-Lösung warnt cloudbasiert vor Falschfahrern

Autor:
Katrin Pudenz
1:30 Min. Lesedauer

"Achtung Falschfahrer": Bei Bosch wird eine neue Lösung entwickelt, die Fahrzeuglenker wesentlich schneller informiert, als Rundfunkmeldungen. Die cloudbasierte Falschfahrerwarnung von Bosch soll Autofahrer künftig bereits nach gut zehn Sekunden warnen können.

"Bosch entwickelt den Schutzengel aus der Datencloud", sagt Bosch-Geschäftsführer Dr. Dirk Hoheisel. Als reines Software-Modul kann die Warnung zudem günstig in bestehende Infotainmentsysteme oder auch Apps integriert werden. Den Serienstart plant das Unternehmen für das Jahr 2016.

Cloudbasierte Funktion

Und so soll das System funktionieren, wie die Bosch-Entwickler verraten: Um ein Fahren in falscher Richtung zu erkennen, vergleicht die cloudbasierte Funktion auf Wunsch des Fahrers die tatsächliche Bewegung des Fahrzeugs mit erlaubten Fahrtrichtungen, die in einer internetbasierten Datenbank hinterlegt sind. Bei unzulässigen Abweichungen wird der Fahrer auf seinen Fehler aufmerksam gemacht. Gleichzeitig werden entgegenkommende Autos gewarnt. Basis der Funktion ist die regelmäßige, anonymisierte Meldung der eigenen Position an die Cloud - einem zentralen Rechenzentrum, in dem über das Internet Daten gespeichert und ausgewertet werden. Je mehr Fahrzeuge vernetzt sind, desto engmaschiger ist das unsichtbare Sicherheitsnetz, und umso vollständiger kann vor Falschfahrern gewarnt werden.

Kostengünstiger Systemaufbau

Die neue Funktion soll von 2016 an als Cloud-Dienst verfügbar sein. Sie kann dann in bestehende Apps wie myDriveAssist von Bosch oder in Infotainmentlösungen der Automobilhersteller eingebunden werden. Mittelfristig sei eine Integration in standardisierte Notrufkonzepte wie beispielsweise eCall denkbar. Die Falschfahrerwarnung erfordert die vom Fahrer aktivierte kontinuierliche Vernetzung mit dem Internet, erläutern die Experten weiter. Entweder sei herstellerseitig bereits eine entsprechend ausgerüstete Infotainmentlösung an Bord, oder das Smartphone sei über eine Integrationslösung wie mySPIN von Bosch an das Auto angebunden. Und eine dieser Verbindungsmöglichkeiten sei oftmals bereits an Bord oder lasse sich einfach nachrüsten. Es müsse also keine zusätzliche Hardware eingebaut werden. Die Cloud-Lösung ist daher so umfassend wie kostengünstig. "Wir setzen auf eine schnelle Akzeptanz, damit das System seine lebensrettende Stärke baldmöglichst in vollem Umfang ausspielen kann", sagt Hoheisel.

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Quelle:
Handbuch Fahrerassistenzsysteme

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