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16.09.2012 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Designstudie Prêt-à-Porter - mehr Haute Couture für das Auto

Autor:
Andreas Burkert
3 Min. Lesedauer

Der französische Automobilzulieferer Faurecia geht mit seinem neuen Innenraumkonzept Prêt-à-Porter einen gänzlich anderen Weg der Gestaltung. Während herkömmliche Innenraum-Designs erst die Form festlegen und dann die Oberfläche gestalten, nahm der Designer Markus Uhlig erst die Grundproportionen an und belegte diese anschließend mit Stoffen und Materialien. Heraus kam eine Gestaltung, die zwar viele Elemente aus der Modewelt zeigt, aber dennoch mit einem funktionalen Zweck verbunden wurde. Das Modell besteht aus der Instrumententafel, Konsole, Fahrertür und dem Fahrzeugboden.

Für das Prêt-à-Porter-Modell hat Uhlig sieben wichtige Entwicklungsbereiche identifiziert. Premiummaterialien und -dekorationen, Lösungen für Nähte und Zuschnitte, Bordcomputer, Smartphone-Integration und kabelloses Aufladen sowie eine nahtlosintegrierte Lüftung, Komfort- und Wellness-Features und leichte, sichtbare Strukturen. In allen Bereichen des Konzeptmodells wurden Materialien wie Echtholz, Leder, Aluminium und hochwertige Textilien eingesetzt. Diese können in den unterschiedlichsten Varianten miteinander kombiniert werden - zum Beispiel Leder auf der A-Seite und ein gemusterter Stoff auf der B-Seite. So lassen sich auch länder- beziehungsweise kulturspezifische Kombinationen designen. Darüber hinaus dienen einige Dekorelemente als funktionales Element. So erhellt den Fußboden beispielsweise ein Licht von hinten durch die Holzoberfläche hindurch anstatt einer direkten Beleuchtung durch Lichtröhren oder Spotlights.

Rückprojektion auf das Kombiinstrument Auch bei der Darstellung von Fahrinformationen geht Faurecia einen forschrittlichen Weg. Das Prêt-à-Porter-Modell ist mit einem "Infoskin" ausgestattet, bei dem eine Grafik auf eine Fläche im Kombiinstrument rückprojiziert wird. Über das Display kann der Fahrer Statusmeldungen zu Geschwindigkeit, Navigation, Temperatur und vieles mehr abrufen und das Infotainment-System kontrollieren. Dabei wird für die Navigationsdaten das Smartphone des Fahrzeugbesitzers genutzt. Hinter dem Infoskin kann auch ein Airbag installiert werden. Auch im Bereich der Mittelkonsole nutzt der Zulieferer keine üblichen Schalter, sondern installiert dort eine hinterleuchtete interaktive Oberfläche.

Über die Bildschirmsymbole der Oberfläche lassen sich zahlreiche Komfort-Features wie die Ambiente-Beleuchtung, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit regulieren. Smartphone-Einbindung und kabelloses Laden. Darüber hinaus hält ein Smart Dock, das in die Mittelkonsole integriert ist, das Smartphone in seiner Position, während Musik und Telefongespräche des Smartphones via Bluetooth über das Lautsprechersystem des Fahrzeugs übertragen werden können. In der Mittelkonsole ist auch eine kabellose Ladestation integriert, ebenso in einer Schublade im Handschuhkasten für den Beifahrer. Während des Ladevorgangs kann das Smartphone über die Bluetooth-Verbindung oder die Sprachsteuerung weiter bequem genutzt werden.

Nahtlos integriertes Belüftungssystem Die Belüftungen des Prêt-à-Porter-Modells ersetzen die traditionellen großen und offenen Belüftungssysteme durch eine nahezu unsichtbare Integration in die Instrumententafel. Auf jeder Seite des Infoskins sind Flächen, die den Luftstrom führen. Dabei ist die Belüftung so konzipiert, dass sie den Coanda-Effekt nutzt - die Tendenz eines Luftstroms, von einer nahe gelegenen Oberfläche angezogen zu werden. Auf der Fahrerseite strömt die Luft dadurch über die Seiten des Kombiinstruments direkt auf den Fahrer. So wird das Dekor zu einem funktionellen Bestandteil des Belüftungssystems.

Für das Wohlbefinden im Innenraum bietet die Designstudie zahlreiche Komfort- und Wellness-Features wie eine pneumatisch verstellbare Fahrerarmlehne, eine ergonomisch geformte Mittelarmlehne oder auch eine Fußstütze mit Massagefunktion. Die Mittelkonsole des Modells nutzt zudem die zweite Generation von "Spico" - eine asymmetrische Architektur der Konsole, die Flexibilität in der Anbindung von Modulen bietet und großzügige Aufbewahrungsmöglichkeiten schafft.

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