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09.07.2013 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Kia weiter auf der Überholspur: Neue Motoren im Ceed GT überzeugen

Autor:
Alexander Heintzel

Die Marke Kia zählt wie auch ihre Schwester Hyundai unbestritten zu den Gewinnern der vergangenen Jahre: 46 Prozent Zuwachs in Europa in den letzten fünf Jahren und ein Plus von 4,8 Prozent in Deutschland allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres sprechen für sich.

Dass die Koreaner Qualität können, dürfte hinreichend bekannt sein. Und auch beim Design haben sie sichtlich nachgelegt. Dabei geht die neue Ottomotorengeneration fast schon unter: Schnittmotoren waren zwar schon auf dem Genfer Salon zu sehen, wurden dort aber nahezu verschämt in einer Ecke des Messestands versteckt. Dabei könnten die Koreaner in diesem Punkt ruhig mehr Selbstbewusstsein demonstrieren, denn die neue Generation überzeugt hinsichtlich Leistung, Kraftstoffverbrauch und fein abgestimmtem Turbolader-Konzept. Das ist auch bei den neuen Ceed GT und Pro Ceed GT nicht anders, die die Redaktion ATZ/MTZ nun im Rahmen einer Pressevorstellung in Frankfurt/Main testen konnte.

Schaltfaules Fahren mit einem Benziner

Gegenüber der Standardversion des 1.6-GDI-Benzinmotor mit Direkteinspritzung wurde das GT-Triebwerk mit Twin-Scroll-Turbolader um 51 Prozent auf 150 kW bei einem maximalen Drehmoment von 265 Nm aufgebohrt. Das maximale Drehmoment steht schon bei 1750/min zur Verfügung und gewährleistet in Kombination mit dem knackig abgestimmten Sechsgang-Handschaltgetriebe nicht nur sportliches Fahren, sondern auch eine hohe Elastizität. Ein Schnitt von 7,4 l/100 km bei CO2-Emissionen von 171 g/km sind die Folge. Das war bei der Testfahrt deutlich spürbar: Entspanntes Cruisen ist damit ebenso möglich, wie schaltfaul relaxte Ortsdurchfahrten im sechsten Gang bei knapp 50 km/h - ruckelfreies Hochziehen der Maschine am Ortsende inbegriffen. Dank Ladedrücken von 0,8 bis 1,2 bar zeigt der Ceed GT ein nahezu dieselgleiches Fahrverhalten. Auf freier Strecke schält sich nach Wunsch dann blitzartig der Wolf aus dem Schafspelz und treibt den GT mit kernigem Sound um die Ecken. Nicht umsonst ist der GT das Herzstück der "neuen Ära bei Kia", wie Pressesprecherin Silke Rosskothen betonte: "Unsere Markenwerte sind derzeit eher rational. Durch den GT wollen wir unsere emotionalen Werte nachhaltig stärken".

Ottomotor mit Twin-Scroll-Turbolader

Eine wichtige Rolle spielt hier naturgemäß der Motor. Beim GT entstammt er der Gamma-Motorenfamilie und wartet mit einem Verhältnis von Bohrung mal Hub von 77,0 × 85,4 mm und einem Verdichtungsverhältnis von 9,5:1 auf. Er verfügt über ein zweifach kontinuierlich verstellbares Ventiltriebsystem, sogenannte VVT Double cam phaser. Die Kurbelwelle ist aus der Mittelachse der Kolbenbewegung versetzt, deren Kühlung durch untenliegende Kolbenspritzdüsen erfolgt. Beim Twin-Scroll-Turbo werden die Zylinder 1 und 4 sowie 2 und 3 jeweils getrennt in einem separaten Abgasstrom direkt bis in die Turbine geleitet, was für ein Plus an Leistung gerade bei niedrigeren Drehzahlen sorgt. Durch die Mehrloch-Einspritzdüsen erfolgt eine derart zielgenaue Mehrfacheinspritzung, dass ein Wandfilm auf dem Kolben weitgehend verhindert werden kann. Der Kraftstoffdruck erfolgt im Teillastbereich mit 70 bar, bei Nennlast werden 150 bis 200 bar beaufschlagt.

Ein Schmankerl des Kia Ceed GT ist zweifelsohne die Counter Spiny Liner genannte Technik für Zylinderlaufbuchsen: Aluminium kommt hier zum Einsatz. Die Zylinderlaufbuchsen aus Eisen sind darin integriert. Auf das Eisen wird wiederum, ein thermisch gespritzter Counter (eine Art Gegenkontur) aus Aluminium, versehen mit einem Wellenprofil aufgebracht. So entsteht eine optimale, spannungsfreie und vor allem kühlende Schnittstelle zum Zylinderblock. Die Folge: geringere Kolbenringspannung, weniger Reibung und geringerer Ölverbrauch. Der Turbolader ist im Krümmer integriert und wird aus Edelstahl mit einem Gewicht von nur 1,5 kg hergestellt. "Die Vorteile sind: weniger Wärmeverluste, verbesserter Abgasstrom und damit ein höherer Wirkungsgrad", erläuterte Jürgen Grimm, Entwicklungsleiter bei Kia.

Fazit: Der Ceed GT überzeugt auch durch seinen feinen Motor. Kia ist mithin auch in diesem Bereich ein ernstzunehmender Wettbewerber, und man darf gespannt sein auf die neuen Dieselmotoren.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

18.07.2013 | Automobil + Motoren | Bildergalerie | Galerie

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