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03.12.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Messungen des TV-Magazins Monitor: Opel Zafira stößt zu viel CO2 aus

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Erst kritisierte die Deutsche Umwelthilfe erhöhte NOx-Werte bei einem Opel Zafira, nun misst das TV-Magazin Monitor zu hohe CO2-Emissionen. Opel weist die Behauptungen mit Nachdruck und Entschiedenheit zurück.

Opel soll in einer eigenen Prüfung deutlich überhöhte CO2-Werte festgestellt haben, wie das ARD-Magazin Monitor berichtet. Das Protokoll von insgesamt drei Messungen, die der Autohersteller Ende Oktober im eigenen Prüflabor in Rüsselsheim durchgeführt habe, liege der Monitor-Redaktion vor. Danach sollen Kraftstoffverbrauch und entsprechend die CO2-Emissionen bei einem Opel Zafira Diesel im Durchschnitt um 15 Prozent über den offiziellen Angaben des Herstellers liegen.

Messungen von Monitor in einer Abgasuntersuchungsstelle in der Schweiz hätten beim gleichen Fahrzeugtyp mit einem 1,6-l-Dieselmotor (Euro 6) Überschreitungen der CO2-Emissionen von sogar rund 20 Prozent ergeben, berichtet das TV-Magazin vorab aus seiner für den Donnerstagabend geplanten Sendung. Der getestete Motortyp werde auch in anderen Fahrzeugen der Opel-Mutter General Motors verbaut.

Opel weist die Behauptungen vehement zurück. "Die Behauptung, dass die CO2-Emissionen des Opel Zafira 1.6 CDTI angeblich 15 Prozent über den offiziellen Angaben liegen, ist falsch", heißt es in einer Mitteilung des Autobauers vom 3. Dezember 2015. Die CO2-Angaben von Opel seien korrekt.

Sollten sich die Messungen bestätigen, könnte das für Opel erhebliche Konsequenzen haben. Nach geltender Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs haben Verbraucher ab einer Überschreitung von 10 Prozent Anspruch auf eine Minderung des Kaufpreises, wie auch das Verbrauchportal finanztip.de angibt.

Opel: gesetzliche Vorgaben werden in vollem Umfang erfüllt

Opel jedoch betont, die gesetzlichen Vorschriften zu erfüllen: "Die Einhaltung der CO2-Werte ist Teil einer gesetzlich geregelten kontinuierlichen Konformitätsüberprüfung. Opel führt im Rahmen der Genehmigungsverfahren regelmäßig 'Conformity of Production' (COP)-Messungen durch, bei der zufällig ausgewählte Fahrzeuge aus der Produktion entnommen und geprüft werden. Die COP-Messungen bestätigen die zertifizierten CO2-Werte. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) auditiert regelmäßig unsere Prozesse. Die letzte Überprüfung fand im Frühjahr dieses Jahres statt."

Laut Zertifizierung und dem Fahrzeug beiliegenden Certificate of Conformity (COC)-Papier müsse das geprüfte Fahrzeug laut Opel einen CO2-Wert von 119 g/km einhalten. Die Informationsmessungen von Opel hätten durchgehend Werte ergeben, die innerhalb des 10-Prozent-Rahmens lagen. Die Behauptung von Monitor, die Werte würden den Zertifizierungswert von 15 Prozent überschreiten, ließen sich somit nur dadurch erklären, dass Monitor von einem falschen Zertifizierungswert ausgehe.

Vorwürfe gegen Opel auch bei NOx-Emissionen

Die Deutsche Umwelthilfe hatte bereits im Oktober ähnliche Vorwürfe gegen Opel erhoben, die das Unternehmen jedoch ebenfalls zurückwies. Die Abgasprüfstelle der Berner Fachhochschule hatte im Auftrag der DUH die NOx-Emissionen eines Opel Zafira 1.6 CDTi (Frontantrieb, Laufleistung 6000 km, Euro 6b) untersucht. Dabei seien in bestimmten Fahrsituationen bis zu 17-fach höhere NOx-Emissionen gemessen als nach dem Euro-6-Grenzwert zulässig. Die Einhaltung der NOx-Emissionen sei im EU-Abgasprüfzyklus beim getesteten Pkw davon abhängig, dass sich die Hinterräder nicht drehen. Laut dem TÜV Hessen waren die Abgaswerte des Pkw aber gesetzeskonform. So hatten die Rüsselsheimer im Beisein des TÜV Hessen einen Zafira mit 1,6-l-Dieselmotor einer Abgasmessung auf einem Vier-Rollen-Prüfstand unterzogen, bei der die Hinterräder betrieben werden. Hierbei seien gesetzeskonforme Abgaswerte erzielt worden.

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