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10.02.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Ökologische Lärmschutzwand als Ladesäule für E-Fahrzeuge

Autor:
Katrin Pudenz

An einer biologischen Lärmschutzwand das E-Fahrzeug laden: Möglich machen soll dies eine Technik des Spezialanbieters Rau Geosystem Süd aus Kaufbeuren. Das Unternehmen will seine ökologisch begrünbare Lärmschutzwand Rau R3 künftig auch mit Photovoltaik-Anlage, Energiespeicher und Ladesäule für Elektrofahrzeuge anbieten.

Die begrünbare Lärmschutzwand kann laut Hersteller bis zu einer Höhe von 6 m ohne Betonfundament gebaut werden. Sie passe sich allen Kurvenradien an, reduziere die Feinstaubbelastung und sehe mit ihrer begrünten Oberfläche auch schön aus. Die vornehmlich mit Efeu, wildem Wein und immergrünem Geißblatt bepflanzten Lärmschutzwände schlucken nicht nur den Schall, sondern auch Abgase und tragen durch die Austauschprozesse bei der Photosynthese zum CO2-Gleichgewicht bei, erläutern die Experten aus Kaufbeuren. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Wände den Regen nutzen und somit ohne künstliches Bewässerungssystem auskommen. Die Rau R3 eigne sich besonders gut für den Lärmschutz an Rasthöfen, Wohngebieten oder auch für Sanierungsprojekte in Ballungszentren.

Green-Driving-Projekt

Mittlerweile sind europaweit über 100.000 m2 Wandfläche der Rau-Lärmschutzwand R3 verbaut. In den vergangenen Jahren boomte vor allem die Kombination der Rau R3 in Verbindung mit Photovoltaik-Anlagen, hier realisierten Rau-Geschäftsführer Erwin Königsberger und sein Team in ganz Deutschland eine ganze Reihe an Energiesparprojekten.

Aus dem bislang rein stationären Konzept soll nun ein "Green-Driving"-Projekt werden. Denn durch die Betankung von Elektrofahrzeugen mit regenerativ erzeugter Energie werden Ressourcen geschont und weniger CO2 verbraucht als bisher.

"Mit unseren Lärmschutzwänden bieten wir Kommunen, aber auch Unternehmen und Verkehrspolitikern ein ideales Werkzeug, um die Elektromobilität weiter voranzutreiben und gleichzeitig sämtliche Ressourcen zu schonen und den Verbrauch von fossilen Energieträgern zu minimieren. Wenn es um die Reduzierung der Feinstaubbelastung in den Innenstädten geht, dann können die Politiker dies jetzt besser denn je in die Tat umsetzen und gleichzeitig auch den Lärm reduzieren", betont Königsberger.

Eine Wand für monatlich bis zu 3000 Autos

Der Spezialist aus dem Allgäu geht davon aus, dass mit einer einzigen Lärmschutzwand monatlich bis zu 3000 Fahrzeuge geladen werden können. "Der dazu benötigte Energiebedarf dürfte zu 80 bis 90 Prozent aus regenerativer Energie stammen", schätze Königsberger. "Man kann die Anlagen nicht komplett vom Stromnetz nehmen, denn am Ende muss der Betreiber ja auch sicherstellen, dass Fahrzeuge auch nachts geladen werden können. Allerdings haben wir mit unserem System eine Lösung, die den Strom direkt dort regenerativ erzeugt, wo er gebraucht wird. Denn der über die Photovoltaikanlage erzeugte Strom wird vor Ort in Batteriemodulen gespeichert und beim Betanken der E-Fahrzeuge wieder abgegeben", führt der Geschäftsführer aus.

Lesen Sie mehr zum Thema biologische Lärmschutzwand auf Seite 2.

Hintergrund zur grünen Lärmschutz-Hecke

Der Vorteil der begrünbaren Wand gegenüber Stein-Gabionen und Betonwänden ist, laut Hersteller, dass die bepflanzte Lärmschutzwand sich um bis zu 50 Prozent günstiger installieren lässt und darüber hinaus aufgrund ihrer Bepflanzung für eine deutliche Feinstaubabsorption sorgt. Gegenüber aufgeschütteten Erdwallen punkte die Lärmschutz-Hecke durch die optimierte Flächenausnutzung. Denn für die vier Meter hohe Wand werde eine Gesamtbreite von 2,40 m (1,40 m Wand plus je 50 cm Pflanzstreifen) benötigt.

Die ökologischen Lärmschutzwände von Rau bieten Angaben zufolge Sicht-, Schall- und Lärmschutz von Anfang an. Die Begrünung der Wand entwickele sich schnell und von selbst auf einem Vlies mit aufgesteppter Kokosfaser. Wandmaterial und Oberflächenstruktur der ökologischen Lärmschutzwände sollen nach EN ISO 140-3 die bestmögliche Schalldämmung und den höchsten Standard bei der Schallabsorption bieten.

Rau verwendet ein UV-beständiges, nicht verrottendes Geotextil, das extra für das Unternehmen aus Kaufbeuren produziert wird. Durch ein Stecksystem entfallen aufwändige Schweißarbeiten. Die massiven und stückverzinkten Trägerprofile und Gittermatten des vorgefertigten Korbgerüsts sind korrosionsbeständig und so stark dimensioniert, dass statische Anforderungen erfüllt werden. Mit wenig Aufwand können Photovoltaik-Module montiert werden. Mit dieser Kombination können Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen auch einen Teil ihres eigenen Strombedarfs abdecken.

Technische Daten - Schalltechnische-Bewertung

Die gesetzlichen Anforderungen an die Schalldämmung besagen, dass die Schalldämmung einen Einzahlwert von mindestens DLR > 24 dB aufweisen muss und damit der Gruppe B3 gemäß DIN EN 1793-2 zuzuordnen ist. Rau-Lärmschutzwände erfüllen diese Anforderungen mit einem berechneten Einzahlwert zur Luftschalldämmung von DLR - 67 dB absolut sicher. Dies gilt auch für die Schallabsorption. Rau-Lärmschutzwände erreichen hier einen Einzahlwert zur Schallabsorption von DLa - 20 dB der Gruppe A mit der Einstufung "hochabsorbierend" und sind gemäß DIN EN 1793-1 zuzuordnen.

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