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22.05.2014 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Projekt InFlott: Integriertes Flottenladen startet Pilotbetrieb

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Das Projekt InFlott - Integriertes Flottenladen hat seinen Pilotbetrieb im Fraunhofer-Fuhrpark in Stuttgart aufgenommen. Ab sofort soll eine intelligente Software namens EcoGuru die Buchung und Ladung der Fahrzeuge steuern. Dabei erkennt und belohnt EcoGuru grünes Fahrverhalten.

Wie lassen sich elektromobile Fuhrparkflotten ökonomisch und ökologisch optimal betreiben? Dieser Frage geht das Fraunhofer Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) zusammen mit EnBW, Enscoc, Swarco, PWB und Gigatronik im Projekt InFlott - Integriertes Flottenladen nach, einem von 40 Forschungsprojekten des Schaufensters LivingLab BWe mobil. Mit "EcoGuru" steuert ab sofort eine intelligente Software den Einsatz des Fraunhofer-Fuhrparks - vom Buchen bis zum Laden der Fahrzeuge.

EcoGuru ist eine Software, die alle Daten aus den Fahrzeugen und Ladesäulen in Echtzeit erfasst und auswertet, wie das Fraunhofer IAO erläutert. Telematik-Einheiten in den Fahrzeugen liefern beispielsweise Informationen zum Batterieladezustand, zum aktuellen Energieverbrauch oder zur verbleibenden Restreichweite. Auf Basis dieser Informationen bietet das System dem Fahrer über spielerisch gestaltete Prozesse genau die Fahrzeuge an, die sowohl dessen Anforderungen abdecken als auch die umweltschonendste Alternative darstellen.

Für umweltbewusste Entscheidungen gibt es Punkte, die der Fahrer zum Beispiel für "Corporate Car Sharing" eintauschen darf, das heißt er kann sein Lieblingsfahrzeug der Flotte privat nutzen. Kavivarman Sivarasah, der das EcoGuru-System am Fraunhofer Anwendungszentrum KEIM entwickelt hat, verdeutlicht die Vorteile der Software: "Vergleichbar zu einem Smartphone können Apps wie Energiemanagement, Flottenmanagement oder zukünftig auch ein ÖPNV-Mobilitätsmix in die EcoGuru-Benutzerschnittstelle integriert werden. Je nachdem, ob man sich als Flottenmanager, Energiemanager, Administrator oder Mitarbeiter einloggt, sind spezielle Apps für das entsprechende Nutzerprofil zugänglich."

Verbrauchsprognosen vereinfachen Strombereitstellung

Neben dem intelligenten Lademanagement bietet EcoGuru auch Prognosen des Ladestromverbrauchs, die zukünftig eine optimierte Strombereitstellung ermöglichen sollen. Dazu erforschen EnBW und Fraunhofer IAO im Projekt InFlott eine Schnittstelle zwischen dem System "EcoGuru" und den EnBW-Systemen zur intelligenten Strombereitstellung (dem sogenannten "Virtuellen Kraftwerk"). "Für uns als Energieversorger stellen Fahrzeugflotten mit Elektrofahrzeugen flexible dezentrale Stromverbraucher dar. Diese sind theoretisch dazu in der Lage, durch intelligente Steuerung ihres Ladeverhaltens auf die stetig variierenden Bedingungen und Anforderungen des Stromversorgungssystems zu reagieren", sagt Thorsten Niehaus von der EnBW und Projektleiter von InFlott. Das tatsächlich realisierbare Potenzial intelligenter Ladesteuerung wird im Projekt auf Basis von Pilotsystemen erforscht.

Smarte Schnittstelle für vielfältige Forschungsaktivitäten

Das "Living Lab eFleet" stellt aber nicht nur für die Projektpartner von InFlott ein Forschungsumfeld dar. Mit EcoGuru haben das Fraunhofer IAO sowie das kooperierende IAT der Universität Stuttgart auch einen zentralen Baustein rund um ihre Forschungen in den Bereichen Energiemanagement und Elektromobilität entwickelt. Das Mobilitätssystem steuert Erzeuger und Verbraucher im intelligenten Stromnetz "Micro Smart Grid", das momentan auf dem Parkhaus des Fraunhofer-Institutszentrums entsteht. Dieses umfasst auch erneuerbare Energieerzeuger wie Windkraft und Photovoltaik-Elemente sowie Pufferspeicher.

Übergeordnetes Ziel des Projekts InFlott ist es zu zeigen, dass Fahrzeugflotten ein wettbewerbsfähiges Einsatzfeld für E-Fahrzeuge sind. Gleichzeitig soll demonstriert werden, dass eine sinnvolle Integration der Ladevorgänge von E-Fahrzeugflotten in das zukünftige Energieversorgungssystem - mit hohem Anteil erneuerbarer Energien - möglich ist. Das Projekt ist am 1. Januar 2013 gestartet und endet am 31. Dezember 2015.

Ausblick: EcoGuru von der Forschung in die Anwendung

Damit Unternehmen und Institutionen EcoGuru künftig für das Management ihres elektromobilen Fuhrparks einsetzen können, soll das Mobilitätssystem nach dem Auftakt im Forschungs-Parkhaus des Fraunhofer-Institutszentrums so schnell wie möglich auch an weiteren Standorten evaluiert werden. Dafür vorgesehen ist im nächsten Schritt der elektromobile Fuhrpark des Regierungspräsidiums Stuttgart.

Weiterhin ist der Einsatz im öffentlichen Bereich der Hofdienergarage Stuttgart geplant. Die Ladesäulen in der Hofdienergarage sind gestern in Betrieb genommen wordem. Dabei sollen zum einen spezielle EcoGuru-Apps zum Einsatz kommen, welche die dort bestehenden Prozesse unterstützen. Zum anderen sollen weitere Zielgruppen für das System EcoGuru getestet werden.

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