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28.09.2012 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Audi Crosslane Coupé an der Seine: Blick auf zukünftige Q-Modelle

Autor:
Katrin Pudenz

Mit seinem neuen Fahrzeugkonzept will Audi mithilfe eines Multimaterial-Space-Frames bei Gewicht, Kosten und energetischer Gesamtbilanz neue Wege beschreiten. Das Konzept ist eine Evolutionsstufe des Leichtbauprinzips Audi Ultra. Das neue Konzeptfahrzeug verfügt über einen neuartigen Plug-in-Hybrid und auch über ein herausnehmbares Dachelement: der Ingolstädter Automobilhersteller gewährt mit seiner neusten Konzeptstudie Audi Crosslane Coupé in den Bereichen Fahrzeug- und Antriebskonzept aber auch Design einen Blick in die Zukunft und präsentiert das Konzept nun in einer Weltpremiere auf dem Pariser Autosalon.

Multimaterial-Space-Frame

Der Multimaterial-Space-Frame des Konzeptfahrzeugs setzt sich aus drei Materialien zusammen: Aluminium, kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) und glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Das Konzeptfahrzeug wiegt leer etwa 1390 kg. Zu dem Leergewicht zählt schon das Gewicht der großen Lithium-Ionen-Batterie des Fahrzeugs mit hinzu. Die Aluminiumprofile bilden eine geschlossene, steife Struktur um die Fahrgastzelle. Träger unter der Motorhaube verbinden den mittragenden Rahmen des Singleframe-Grills, der ebenfalls aus Aluminium gefertigt ist, mit der Fahrgastzelle. Die vorderen und hinteren Crashstrukturen bestehen aus CFK, zu den tragenden CFK-Strukturen in der Fahrgastzelle gehören die Innenschweller, der Mitteltunnel, die Stirnwand und die Querträger im Bodenbereich. Flächige GFK-Bauteile mit partiellen CFK-Verstärkungen komplettieren das Karosseriekonzept. Audi ist laut eigenen Angaben davon überzeugt, dass der hochintegrierte Multimaterial-Space-Frame der richtige Weg in die Zukunft ist. Sein Gewicht liege auf dem Niveau einer monolithischen Karosserie aus CFK. Bei den Kosten für den Kunden und in der energetischen Gesamtbilanz weise er ebenfalls Vorteile auf.

Dual-Mode Hybrid-Konzept

Der Plug-in-Hybridantrieb des Crosslane Coupé, der die Bezeichnung Dual-Mode Hybrid trägt, umfasst einen Verbrennungsmotor, zwei E-Maschinen und ein einstufiges Getriebe. Die Systemleistung beträgt 130 kW. Das Konzeptfahrzeug beschleunigt in 8,6 s von null auf 100 km/h, im rein elektrischen Modus vergehen 9,8 s bis zum Erreichen dieser Geschwindigkeitsmarke. Die Höchstgeschwindigkeit wird 182 km/h angegeben. Der Kraftstoffverbrauch soll im Mittel 1,1 l/100 km betragen, die CO2-Emission 26 g/km. Die Lithium-Ionen-Batterie gewähre mit ihren 17,4 kWh etwa 86 km elektrische Reichweite.

Als Verbrennungsmotor dient ein eigens entwickelter Dreizylinder-TFSI mit einem Hubraum von 1,5 l, er stellt 95 kW Leistung und 200 Nm Drehmoment bereit. Der Dreizylinder ist mit einer E-Maschine (EM 1) verbunden, die primär als Starter und Generator fungiert. Sie erzeugt 50 kW Leistung und 210 Nm Drehmoment. Die elektrische Traktionsaufgabe übernimmt die zweite E-Maschine (EM 2) mit 85 kW und 250 Nm Drehmoment. Das Getriebe bietet die Möglichkeit, den Verbrennungsmotor samt Generator über eine Klauenkupplung mit dem restlichen Antriebsstrang zu koppeln.

Das Dual-Mode-Hybrid-Konzept ermöglicht unterschiedliche Betriebsmodi. Im Bereich von null bis 55 km/h erfolgt der Antrieb allein durch die EM 2, die nötige Energie kommt primär aus der Batterie. Im seriellen Betrieb erzeugen der Verbrennungsmotor und der Generator (EM 1) elektrische Energie, um die Batterie zu unterstützen, zu entlasten oder zu substituieren, falls sie leer ist.

Die E-Fahrt ist bis 130 km/h möglich. Ab etwa 55 km/h erlaubt das Antriebssystem, den TFSI samt dem Generator mit dem Antriebsstrang zu koppeln. Jenseits der 130 km/h erfolgt der Antrieb überwiegend durch den Dreizylinder, bei Bedarf kann ihn die EM 1 unterstützen.

Der Fahrer des Konzeptfahrzeugs kann sich zwischen den Abstimmungen "cruise" und "race" entscheiden. Der "cruise"-Modus priorisiert das elektrische Fahren. Der Fahrer erlebt weder Schaltvorgänge noch wahrnehmbare Motorstarts. Wenn der TFSI läuft, passt seine Drehzahl stets zum gefahrenen Tempo, ohne Gummiband-Effekt. Der hohe Wirkungsgrad des Getriebes macht den Dual-Mode-Hybrid-Antrieb vor allem im urbanen Verkehr effizient.

Design

Das 2+2-sitzige Crosslane Coupé ist 4,21 m lang, 1,88 m, 1,51 Meter m, der Radstand beträgt 2,56 m. Sein Karosseriekörper soll kraftvoll und markant wirken und die Formensprache einer kommenden Generation Q-Modelle andeuten. Die trapezförmigen Scheinwerfer nutzen die Matrix-LED-Scheinwerfer-Technik. Kleine, einzeln ansteuerbare Leuchtdioden generieren alle Lichtfunktionen, Mikroreflektoren erlauben ihre präzise Positionierung. Zwei schmale Öffnungen in der Motorhaube geben den Blick auf die oberen Aluminiumträger des Multimaterial-Space-Frame frei. Die Türen sind weit nach unten gezogen, die Space-Frame-Bauweise erlaubt sehr niedrige Schweller. Beim Öffnen der Tür werden die Aluminiumstrukturen des Multimaterial-Space-Frame sichtbar. Der Stoßfänger, dessen unterer Bereich aus CFK besteht, integriert einen weit nach oben gezogenen Diffusor aus Aluminium. Das Dachteil besteht aus zwei CFK-Schalen und wiegt knapp 10 kg. Fahrer und der Beifahrer können es elektrisch entriegeln, aus der Karosseriestruktur herausnehmen und über dem Gepäckraum einklinken.

Gepäckraum

Der Gepäckraum bildet eine separate Wanne in der Karosseriestruktur, er ist mit den Lehnen der Fondsitze, die von den Sitzkissen getrennt sind, verbunden. Auf Knopfdruck fährt die ganze Einheit etwa 40 cm elektrisch nach vorne. Auf diese Weise erreicht das eingerastete Dach seine Endposition, in der es das Gepäck schützt. Zugleich wird die Ebene unter dem Gepäckraum zugänglich, sie birgt eine flache Ablage für schmutzige oder nasse Gegenstände.

Das Crosslane Coupé präsentiert zudem neue Online-Dienstleistungen unter dem Schlagwort Audi Connect. Die Passagiere sind immer mit der Internet-Community verbunden - bei Twitter, bei Facebook oder durch den Online-Versand von Fotos und Filmen, die sie unterwegs gemacht haben. Neu ist der sogenannte "Escape Manager" - ein Programm, mit dem die Passagiere die Strecken, die sie fahren, für ihre Freunde bewerten und kommentieren können.

Interieurdesign

Das Interieurdesign des Konzeptfahrzeugs führt die Formensprache des Exterieurs mit seinen geometrisch klaren Grundkörpern fort, die Instrumentenabdeckung und die Gitter der Luftausströmer beispielsweise greifen das Trapez-Thema auf. Das beherrschende Material im Innenraum ist CFK, das in unterschiedlichen Varianten zum Einsatz kommt. Bei der Hutze des Instrumententrägers etwa liegen die Fasern im Verbund in eine einzige Richtung orientiert, diese unidirektionale Ausrichtung sei ein Novum im Automobilbereich. Durch die unterschiedliche Verwendung von Klarlack sind die CFK-Teile teils etwas heller, teils etwas dunkler gehalten. Aluminiumelemente kommen ebenfalls fein differenziert zum Einsatz. Die meisten von ihnen sind glänzend poliert, die Luftausströmer jedoch sind aus anodisiertem, schwarzem Leichtmetall gefertigt. Der Fahrzeugboden besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) und integriert Flächen aus einem neuartigen Bodenmaterial: Dicke Schnüre sind mit Gummifäden zu einem robusten Teppich verwebt.

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