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07.09.2012 | Automobil + Motoren | Nachricht | Online-Artikel

Schlanke Linie, reduzierte CO2-Werte: Der neue Range Rover bekommt eine Aluminiumkarosserie

verfasst von: Roland Schedel

4:30 Min. Lesedauer
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Mit der vierten Generation des Range Rover begibt sich der englische Automobilhersteller Jaguar Land Rover in dieser Fahrzeugklasse auf neues Terrain. Wenn das Fahrzeug im Januar 2013 auf den Markt kommt, wird es der erste Sports Utility Vehicle (SUV) mit Vollaluminium-Monocoque-Karosserie sein. So lässt sich das Fahrzeuggewicht - bei nahezu identischen Maßen von 5 m Gesamtlänge und 2,07 m Breite - um bis zu 420 kg gegenüber dem Vorgänger senken.

Laut Herstellerangaben beträgt bereits bei der Rohkarosserie die Gewichtsersparnis 39 Prozent, also 180 kg. Bei der Entwicklung der neuen Karossiere profitierte Jaguar Land Rover von der rund zehnjährigen Erfahrung in der Herstellung von hochleistungsfähigen Aluminiumstrukturen; seit 2003 produziert das Unternehmen Alu-Karosserien in großen Stückzahlen. Das angewandte Wissen stammt teilweise aus der Luft- und Raumfahrttechnik. Die Stärke der Außenhaut des neuen Range Rover beträgt beispielsweise zwischen 0,9 bis 1,5 mm. Zum Vergleich: bei dem Airbus A320 sind es 0,9 bis 1 mm. Alle Karosserieverbindungen werden entweder genietet oder geklebt. Dadurch vermeiden die Briten energieintensive Herstellungsverfahren wie das Punktschweißen. Eine technische Neuerung ist auch die Pressung der Seitenteile in einem einzigen Aluminiumbauteil. So lassen sich Karosserieverbindungen reduzieren. Premiere in der Autoindustrie feiert darüber das hochfeste Aluminium AC300, das im Inneren der Crashstruktur zum Einsatz kommt. Es verleiht dem Fahrzeug eine besondere Steifigkeit und Stabilität.

Zwei Diesel-, ein Ottomotor

Das Thema Downsizing wirkt sich auch auf die Motorenpalette aus und so ist es wenig verwunderlich, wenn ein Sechszylinder-Dieselmotor (TDV6) seine Fahrzeugpremiere feiert. Dank der Leichtbaumaßnahmen erreicht der V6 die gleiche Leistungsfähigkeit wie der V8-Diesel im Vorgänger. Der 3,0-l-TDV6-Motor punktet sowohl mit einem geringen Normverbrauch von 7,5 l/100km als auch mit niedrigen Emissionswerten von 196 g/km. Mit seinen 190 kW Leistung mobilisiert er ein Drehmoment von 600 Nm und beschleunigt von Null auf 100 km/h in 7,9 s. In Verbindung mit einem serienmäßigen Start-Stopp-System konnten Kraftstoffkonsum und Kohlendioxidausstoß gegenüber dem V8-Diesel des Vorgängers um 22 Prozent gesenkt werden.

Für seinen Einsatz im neuen Range Rover wurde der Motor spezifisch optimiert. So bieten Einspritzinjektoren mit Achtlochdüsen eine präzise, noch bessere Kraftstoffzerstäubung und damit höhere Effizienz. Das überarbeitete Ansaugsystem mit zwei Ladeluftkühlern sorgt für eine verbesserte Gemischkühlung. Für das Ansprechverhalten und Leistungsvermögen des Motors ist ein parallel-sequenzielles Turboladersystem verantwortlich.

Als weiteres Dieselaggregat steht ein 4,4-l-SDV8 zur Auswahl. Er leistet 249 kW und liefert im Bereich von 1750 bis 3000/min ein Drehmoment von 700 Nm. Der Diesel-V8 beschleunigt den Range Rover in 6,9 s auf 100 km/h. Sein Kraftstoffverbrauch von 8,7 l/100 km spiegelt sich auch in den Emissionswerten von 229 g/km wider.

Abgerundet wird die Motorenpalette durch einen 5,0-l-V8-Ottomotor. Eine Kompressoraufladung ermöglicht eine Leistungsausbeute von 375 kW, wodurch der Range Rover den Sprint von Null auf 100 km/h in 5,4 s absolviert. Der kombinierte Verbrauch liegt bei 13,8 l/100 km (CO2-Emission: 322 g/km).

Eine alternative Antriebsvariante mit Diesel-Hybridantrieb soll im Laufe des nächsten Jahres erscheinen. Mit seinem Parallel-Hybrid-Antrieb auf Basis eines Wechselstrom-Synchronmotors mit Permanentmagnet und dem TDV6-Triebwerk besitzt das Hybrid-Modell eine Gesamtleistung von 249 kW. Damit möchten die Briten einen Schadstoffausstoß von lediglich 169 g/km realisieren.

Alle Motoren erhalten ein Achtstufen-Automatikgetriebe von ZF, das für einen Gangwechsel gerade einmal 200 ms benötigt. Wenn gewünscht, kann der Fahrer die Automatik per Schaltwippen am Lenkrad manuell bedienen.

Eine Neuheit ist das Energiemanagementsystem "Smart regenerative charging". Das Rekuperationssystem des britischen Luxus-SUV wandelt die Bewegungsenergie beim Bremsen in nutzbare elektrische Energie um und speichert sie in der Fahrzeugbatterie. Für die Verzögerung sorgen in erster Linie die Sechskolben-Bremssättel von Brembo mit ihren 380-mm-Bremsscheiben an der Vorderachse.

Auch im Bereich der Fahrzeugaufhängung gab es eine Weiterentwicklung. Bei der Einzelradaufhängung mit Doppelquerlenkeraufbau an der Vorderachse und der Mehrlenkerhinterachse werden viele Komponenten aus Aluminium gefertigt. Des Weiteren wurde die Luftfederung überarbeitet. Das neue Fahrwerk bietet eine enorme Achsverschränkung und mit 260 mm vorne und 310 mm hinten große Federwege. Die Wattiefe des englischen SUV, also die maximale Gewässertiefe, die das Fahrzeug bewältigen kann, beträgt nun 900 mm. Im Offroad-Modus kann der Fahrer zwischen zwei Karosseriehöhen wählen.

Automatisierte Geländeerkennung

Was die Geländeeigenschaften angeht, so lebt die Tradition seiner drei Vorgänger auch im neuen Range Rover weiter. Entscheidenden Anteil daran hat das weiterentwickelte "Terrain Response 2". Zum ersten Mal verfügt das Geländeerkennungssystem über einen "Auto"-Modus. Er analysiert die aktuellen Fahrbedingungen über eine Vielzahl von Sensoren und wählt dann automatisch die passende Einstellung. Insgesamt sind fünf verschiedene Programme verfügbar: "Normal", "Schlamm", "Gras/Schotter/Schnee", "Sand" und "Felsen". Durch das Anpassen der Reaktionen von Motor, Getriebe, Mitteldifferenzial und der Assistenz- und Fahrwerksysteme an die Anforderungen des Geländes werden das Fahrverhalten und die Traktion optimiert. Zusätzlich versorgt "Terrain Response 2" den Fahrer mit Hinweisen, unter anderem, wenn beispielsweise eine Anhebung der Karosserie durch die Luftfederung oder das Einlegen der Geländeuntersetzung erforderlich wird. Abgerundet werden die Offroad-Hilfsmittel durch weitere Assistenzprogramme wie zum Beispiel die Berganfahr- und Bergabfahrhilfe.

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