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14.04.2014 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Linde Safety Pilot: Assistenzsystem für Gabelstapler erhöht Arbeitssicherheit

Autor:
Katrin Pudenz
3 Min. Lesedauer

Bei Arbeiten mit Gabelstaplern gilt menschliches Versagen als häufigste Ursache für Unfälle. Abhilfe soll ein neuartiges elektronisches Fahrer-Assistenzsystem von Linde Material Handling (MH) leisten. Der sogenannte Linde Safety Pilot unterstützt über ein Display den Staplerfahrer beim sicheren Umgang mit seinem Arbeitsgerät und hilft, gefährliche Situationen zu vermeiden. Damit sollen das Unfallrisiko minimiert und die Arbeitssicherheit erhöht werden.

Mithilfe des Linde Safety Pilot wird dem Bediener nicht nur der Lastschwerpunkt visualisiert, zudem kann er auf dem in Augenhöhe befindlichen Display ebenfalls das aktuell auf den Gabelzinken befindliche Lastgewicht ablesen, die aktuelle Hubhöhe, den Neigewinkel der Gabelzinken und die maximale Hubhöhe, bis zu welcher er die aufliegende Last heben darf. Um alle Angaben schnell erkennen zu können, ist das Display übersichtlich gestaltet, zeigt Bilder und wenige Zahlen, gibt das Unternehmen an.

Aktive Warnung

Doch der Linde Safety Pilot ist kein reines Anzeigeinstrument, wie ferner betont wird. Arbeite der Fahrer in kritischen Bereichen oder komme es zu Fehlbedienungen, werde er einerseits optisch und akustisch gewarnt. Andererseits greift die Fahrzeugsteuerung aktiv und regulierend ein, erläutern die Entwickler weiter und erklären weiter: Möchte der Staplerfahrer beispielsweise eine Last im Regal einlagern und nähert sich dabei dem Grenzbereich der Tragfähigkeit, reduziert sich die Hubgeschwindigkeit. Hebt der Staplerfahrer die Last weiter an und erreicht die Traglastgrenze, wird das Fahrzeug abgeregelt und sicherheitskritische Hub- oder Neigefunktionen unterbunden. In gleicher Weise werde die Fahrgeschwindigkeit in Abhängigkeit von Last, Hubhöhe, Neigewinkel und Lastschwerpunktabstand gesteuert. Das heißt, der Stapler reduziere seine Geschwindigkeit immer weiter, wenn der Bediener die Last während der Fahrt anhebt.

Technisch gelöst haben die Konstrukteure das Können des Fahrerassistenzsystems über Sensoren, die an verschiedenen Stellen des Fahrzeuges Daten messen und an die Fahrzeugsteuerung weitergeben. Auf diese Weise entsteht ein elektronisches Traglastdiagramm, das die Grundlage des Linde Safety Pilot bildet.

Assistent bietet auch Komfortfunktionen

Mehr Schutz vor Fehlbedienung ist laut Angaben aber lediglich ein Vorzug des Assistenzsystems. Hinzu kommen weitere Komfortfunktionen, die den Fahrer bei seiner Arbeit unterstützen und ihm einen spürbaren Mehrwert verschaffen. Folgende Untermenüs kann er laut Angaben über einen Drehdrückknopf aufrufen, der unterhalb der Bedienhebel in die Armlehne eingelassen ist: die Hubhöhenvorwahl zur exakten Hubhöhenansteuerung auf Knopfdruck, die Hubbegrenzung zur Vermeidung von Anfahrschäden an Decken oder Toren, die Senkbegrenzung zur Lärmvermeidung und zum Schutz vor Gabelzinkenverschleiß, eine Lastwaage mit praktischer Lastaddierfunktion beispielsweise zur Ermittlung der Zuladung auf einen Lkw, die Fahrdynamikeinstellungen, die vom Betreiber selbstständig geändert werden können, eine Energieverbrauchsanzeige, die den aktuellen kWh-Verbrauchswert einblendet sowie ein Tempolimit, das sich beispielsweise bei Fahrten mit Anhänger aktivieren lässt.

Linde Safety Pilot zunächst für E-Stapler E20 bis E50

"Obwohl elektronische Sicherheits-Assistenzsysteme wie ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) mittlerweile zur Serienausstattung vieler Pkw zählen, ist etwas Gleichartiges nicht eins zu eins auf Stapler übertragbar, sondern erfordert aufgrund der höheren Varianz hinsichtlich Traglastklassen, Reifen, Masten und Lastschwerpunkten ein spezielles technisches Know-how. Deshalb sind wir stolz, unseren Kunden mit dem Linde Safety Pilot ein auf den Stapler zugeschnittenes Assistenzsystem anbieten zu können, mit dem sie ihren Staplerbetrieb ein großes Stück sicherer und produktiver sowie für die Staplerfahrer komfortabler und transparenter machen können", betont Harald Will, Chief Technology Officer (CTO) bei Linde MH. In einem ersten Schritt soll der Linde Safety Pilot für die Elektrostapler Linde E20 bis E50 mit Tragfähigkeiten von 2,0 bis 5,0 Tonnen angeboten. Im Laufe des Jahres sollen die Elektrostapler Linde E16 bis E20 mit 1,6 bis 2,0 Tonnen Tragfähigkeit hinzukommen.

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