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09.05.2014 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Maßgeschneiderte Antriebssysteme von Bosch für alle Motorradklassen

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Zulieferer Bosch steigt mit neu entwickelten Antriebssystemen in den weltweiten Markt für motorisierte Zweiräder ein. Das haben die Stuttgarter jetzt auf dem Wiener Motorensymposium bekannt gegeben. Hierzu hat Bosch ein elektronisch gesteuertes Einspritzsystem geschaffen, das beliebig angepasst werden kann - beginnend beim preissensiblen Einzylinder-Zweirad in Asien bis zu leistungsstarken Maschinen in Europa oder Nordamerika.

Bislang war Bosch mit angepassten Pkw-Komponenten vornehmlich in leistungsstarken Motorrädern vertreten. Gerade in Indien oder Südostasien wachse aber der Markt für Zweiräder jährlich im zweistelligen Prozent-Bereich, wie der Zulieferer erläutert. Daher will Bosch nun einen speziell angepassten Systemansatz auch bei Low-Cost-Modellen in Asien etablieren.

Zusätzlich hat die in Asien noch weit verbreitete Vergasertechnik nach Einschätzung von Bosch ihren Zenit überschritten. "Im Auto ist der Vergaser schon Geschichte und auch bei Zweirädern wird er bald Vergangenheit sein", sagt Dr. Rolf Bulander, Geschäftsführer bei Bosch und zuständig für Antriebstechnik. Bosch baue in Entwicklungsmärkten auf die elektronisch gesteuerte Einspritzung, die deutlich effizienter sei. Sie ist technisch mit der Saugrohr-Einspritzung vergleichbar, die Bosch millionenfach für Pkw produziere.

Durch Weiterentwicklung und Anpassung könne Bosch diese elektronisch gesteuerten Systeme für Einzylinder in der preislichen Region eines herkömmlichen Vergasers anbieten. Dazu würden unter anderem speziell entwickelte Steuergeräte und Einspritzventile mit erweiterten Funktionen beitragen. Weitere Kostenvorteile erzielt Bosch durch sein tiefes Know-how bei Brennverfahren und Motordynamik. Diese erlauben eine Funktions- und Softwareentwicklung, die beispielsweise den Saugrohr-Drucksensor ersetzen kann.

Bosch vernetzt das Zweirad mit dem Smartphone

Darüber hinaus fungiert die elektronische Einspritzung als Basis für zahlreiche Vernetzungsfunktionen für Zweiräder. So können sich Fahrer über ihr Smartphone Daten wie Durchschnittsverbrauch oder ihr Fahrprofil anzeigen lassen. Gleichzeitig lässt sich per Smartphone eine Wegfahrsperre aktivieren, indem die Kraftstoffzufuhr unterbrochen wird. "In Asien ist die Vernetzung von Zweirad und Smartphone möglicherweise ein stärkerer Treiber für unsere elektronischen Einspritzsysteme als die Abgasgesetzgebung", erklärt Bulander. Parallel setzt Bosch mit seinen elektrisch angetriebenen eScootern in China auf emissionsfreie Mobilität. Der Markt dieser elektrisch angetriebenen Zweiräder werde insbesondere dort stark wachsen.

Für Bosch ist das Zweiradsegment ein Wachstumsmarkt der Zukunft. Weltweit rechnet das Unternehmen im Jahr 2020 mit etwa 150 Millionen verkauften Zweirädern. Dies liege über dem Niveau der dann weltweit verkauften Pkw. Auch bei Zweirädern sei Asien ein Wachstumsmotor.

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