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24.03.2014 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Multimodal auf schwäbisch

Autor:
Peter Gaide

Elektronischer ÖPNV-Fahrschein, Schlüssel für Elektrofahrzeuge, Ausweis für Bibliotheken und Schwimmbäder: das und noch mehr soll die Stuttgart Service Card werden. Klingt gut, aber: wird es auch wirklich funktionieren?

Stuttgart wird multimodal - zumindest, wenn es nach dem Willen von gut zwei Dutzend Unternehmen geht, die an der sogenannten Stuttgart Service Card arbeiten. Sie soll den Zugang zur Elektromobilität und zu anderen städtischen Angeboten erleichtern. Eine Kombination aus elektronischem Fahrschein für den ÖPNV, Schlüssel für (vornehmlich elektrisch betriebene) Leihautos und -fahrräder sowie Ausweis für Bibliotheken und Schwimmbädern. 25 Millionen Euro dürfte das bis Ende 2015 laufende Projekt letztlich kosten. 9,5 Millionen Euro steuert das Bundeswirtschaftsministerium bei.

"Wir kommen gut voran", sagt Jörn Meier-Berberich, kaufmännischer Vorstand der Stuttgarter Straßenbahnen (SSB), die das Projekt als Konsortialführer leitet. Kürzlich sei wie geplant ein weiterer Meilenstein erreicht worden: die Integration einer Bezahlfunktion. 10 Millionen Euro steckt die SSB in das Projekt. Bis Ende dieses Jahres sollen mindestens 20.000 Menschen den bereits existierenden "Mobilpass" nutzen, der eine Vorstufe der Service Card darstellt. Gegen Ende des Jahres 2015 sollen bis zu 200.000 Menschen über den "Schlüssel zur Elektromobilität" verfügen.

Im Mittelpunkt der Stuttgart Service Card wird ein Internet-Portal und eine App stehen, über die sich Nutzer informieren oder Dienstleistungen buchen und bezahlen können. Dort sind alle Verkehrs- und Serviceangebote miteinander verknüpft: Fahrplanauskünfte des ÖPNV, Informationen über die Standorte von Leihautos und -fahrrädern sowie Echtzeitinformationen über das Verkehrsgeschehen plus entsprechende Routenempfehlungen.

Komplex und herausfordernd

Das klingt gut, und ist zugleich eine große Herausforderung. Damit das System funktioniert, müssen alle 22 beteiligten Unternehmen mittels einer IT-Plattform vernetzt werden. "Der technische Aufwand im Hintergrund ist enorm", sagt Michael Schlick, Senior Manager bei Bosch Software Innovations. Das Software- und Systemhaus ist maßgeblich an der Entwicklung der Plattform beteiligt. Wichtig, so Schlick, sei die Nutzung bestehender Standardisierungen und Normen sowie die Entwicklung neuartiger Schnittstellen. Nur so könne eine Vielzahl von Anbietern vernetzt und unkompliziert zusätzliche Anbieter aufgenommen werden.

Unter dem Strich setzt die Service Card einen beträchtlichen Anpassungswillen aller Beteiligten voraus. Und Vertrauen, denn immer wieder geht es um sensible Kundendaten: Wo und wie werden Informationen abgefragt? Wie tief sind die Einblicke, die Unternehmen von ihren Wettbewerbern bekommen? Wer schließt mit wem einen Vertrag? Wem "gehören" letztlich die Daten? Dies zu moderieren und zu lösen, ist kein leichtes Unterfangen, zumal manche Teilnehmer, etwa Car-Sharing-Anbieter wie Flinkster oder Car2 go, um dieselben Kunden buhlen.

Am Ende wird die Stuttgart Service Card ein Geschäftsmodell bieten müssen, dass für alle Firmen passt und das überdies den kritischen Fragen von Kunden, was mit ihren Bewegungsdaten geschieht, standhält. Insofern bleibt es spannend. So vernünftig und vielversprechend das Thema Multimodalität klingt, so ungeklärt ist (noch) die Frage, wie erfolgreich und beliebt sie sein wird. In Stuttgart wird man es in gut zwei Jahren wissen.

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