Skip to main content
main-content

14.11.2013 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Neue naturfaserverstärkte Verbundwerkstoffe für Fahrzeuginnenräume von IAC

Autor:
Katrin Pudenz
2 Min. Lesedauer

Zulieferer International Automotive Components (IAC) produziert neue naturfaserverstärkte Verbundstoffe für Fahrzeuginnenräume. Das neue Material ist das Ergebnis eines dreijährigen Modellierungs- und Simulationsprojektes unter der Leitung des Ford Forschungszentrums in Aachen, gefördert vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV). Vorgestellt wurden die Naturfaser-Verbundwerkstoffe im Rahmen des Wissenschaftskongresses "Einsatz von biobasierten Werkstoffen im Automobilbereich" heute in Berlin.

Die erste Projektphase umfasste die Entwicklung eines Polypropylen-Sisal-Verbundwerkstoffes basierend auf umfangreicher Materialforschung und Benchmarking-Untersuchungen. Gleichzeitig wurde ein Werkstoff- und Fließmodell für Spritzgießanwendungen entwickelt. Aus dem so gewonnenen naturfaserverstärkten Kunststoff produzierte IAC, als Anwendungspartner im Forschungskonsortium, zunächst spezielle Testplatten und schließlich Serienkomponenten am Beispiel eines Ford B-Max-Handschuhfachs. Die Produktion dieser Muster erfolgte auf der bestehenden Linie. In der nächsten Projektphase beteiligt sich IAC an der Prototypenvalidierung. Dafür werden die im Ford Forschungszentrum erhobenen Ergebnisse aus Aufprallsimulationen und Crash-Tests mit dem bekannten Verhalten der Serienteile verglichen.

Leichtbaudesign mit Naturfasern

"Ein kritischer Punkt in der Forschung zum Einsatz naturfaserverstärkter Materialien im Fahrzeuginterieur war häufig der Mangel an zuverlässigen Simulations- und Modellierungsdaten als Grundlage für genaue Aussagen über die Faserorientierung und die Komponenteneigenschaften. In Zusammenarbeit mit IAC, weiteren Kunststoff- und Engineering-Unternehmen sowie Hochschulen wird Ford ein entsprechendes Modell entwickeln und den Weg für leichtere und nachhaltigere Interieurs bereiten", erklärt Dr. Thomas Baranowski, Projektleiter im Bereich Forschung und Vorentwicklung bei Ford.

Fritz Schweindl, Director Advanced Engineering Europe bei IAC, fügt hinzu: "Mit Naturfasern lässt sich Leichtbau-Design hervorragend umsetzen. Sie tragen außerdem dazu bei, die CO2-Bilanz im Flottendurchschnitt zu senken. Dieses Projekt eröffnet die Möglichkeit, naturfaserverstärkte Verbundwerkstoffe in vielen verschiedenen Innenraumkomponenten wie Mittelkonsolen, Abdeckungen, Ablagen und Kofferraumverkleidungen einzusetzen. Wir gehen davon aus, den Prozess zukünftig auch für sicherheitsrelevante Komponenten wie Türmodule und Instrumententafelträger nutzen zu können."

Das Forschungsprojekt

Das Forschungsprojekt "Werkstoff- und Fließmodelle für naturfaserverstärkte Spritzgießmaterialien für den praktischen Einsatz in der Automobilindustrie" wurde im Juli 2011 unter der Leitung von Ford ins Leben gerufen. Darin beteiligt sind Partner der Kunststoffindustrie, Engineering- und Software-Unternehmen, Hochschulen und Forschungsinstitute sowie IAC als führender Zulieferer von Innenraumkomponenten für Ford. Die Bundesregierung fördert das Projekt durch ihren Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), die auch die Vortragsveranstaltung in Berlin organisiert.

Premium Partner

    Bildnachweise