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09.07.2012 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Kraftstoffeinsparung bei schweren Lkw - neue Schaltlösung von Oerlikon Graziano

Autor:
Katrin Pudenz
3 Min. Lesedauer

Kraftstoffverbrauch und Emissionen: Oerlikon Graziano hat eine Familie neuer Synchronisierungen für Schwerlastkraftwagen-Getriebe entwickelt. Die erste Anwendung dieser neuen Technik bei 9-Gang- und 14-Gang-Schaltgetrieben soll zu eben jenen Attributen führen.

Diese nun neue Familie von Synchronisierungen sollen auf zweierlei Arten zur Verringerung des Kraftstoffverbrauchs beitragen, berichtet das Unternehmen. Zum einen leisten Sie ihren Beitrag durch die Optimierung der Schaltvorgänge bei minimaler Zugkraftunterbrechung und zum anderen durch die Reduzierung des stationären Schleppmoments bei der Kraftübertragung. Sie verbinden, wie es heißt, die lange Lebensdauer und die hohe Leistungsfähigkeit der Long-Life-Synchronisierungen von Oerlikon Graziano mit einem neuartigen internen Aktivierungssystem, optimierten Luftstrecken und Schmierstoffwege zur Steigerung der Effizienz.

Grundsätzlich ist es so, dass während des Schaltvorgangs durch die Synchronisierung Drehzahlunterschiede zwischen dem zuerst und dem nachfolgend gewählten Gang Drehzahlunterschiede ausgeglichen werden. Dies dient der Gewährleistung eines weichen, ruhigen Schaltvorgangs. Bei gängigen Getrieben greifen die Zahnräder ständig ineinander aber nur ein Paar läuft, weil sich bei jedem Paar eines der Zahnräder im Leerlauf befindet, bis es durch die Synchronisierung wieder mit der Muffe verbunden wird.

Die neuen Synchronisierungen werden in Einzel- und Doppelkonus-Anordnung jeweils mit identischer Außengeometrie ausgeführt, um beim Getriebedesign möglichst flexibel zu sein, berichtet das Unternehmen. Insgesamt kämen beim 14-Gang-Schaltgetriebe vier verschiedene Synchronisierungsspezifikationen und bei der 9-Gang-Variante jeweils drei unterschiedliche Spezifikationen zum Einsatz. Eine hohe Drehmomentkapazität von bis zu 18.000 Nm in den ersten Anwendungen und der Einsatz molybdänbeschichteter Stahlkonen zur Gewährleistung einer überdurchschnittlich langen Lebensdauer bei optimalem Reibungsverlauf seien die charakteristischen Merkmale dieser Synchronisierungen. Bei künftigen Entwicklungen sollen auch Karbonbeschichtungen möglich sein. Ein Merkmal der neuen Technik sei das integrierte Aktivierungssystem, das für eine lange Lebensdauer und eine besondere Montagefreundlichkeit sorge.

Durch die Beschleunigung des manuellen Schaltvorgangs konnte Oerlikon Graziano die Zugkraftunterbrechung verringern. Da der optimale Wirkungsgrad des Motors aufgrund dessen länger aufrechterhalten bleibe und sich instationäre Motorzustände verringerten, werde Kraftstoff gespart.

Bei anderen Synchronisierungen gibt es in jeder Gangstufe große Drehzahlunterschiede, erläutert das Unternehmen. Bei einem herkömmlichen Design führe dies zu erheblichen Schleppverlusten, die die Effizienz beeinträchtigten. Bei den neuen Synchronisierungen jedoch soll dieser Effekt hingegen stark reduziert sein, wodurch der Kraftstoffverbrauch weiter sinke.

Die neuen Synchronisierungen verbessern zudem den Schaltablauf in drei unterschiedlichen Phasen. Vor der eigentlichen Synchronisierung, also in Phase 1, sorge das integrierte Aktivierungssystem für optimierte Belastungseigenschaften, die gegenüber dem Standard-Design eine verbesserte Konsistenz und Langlebigkeit bewirkten. Die zweite Phase, die Synchronisierung an sich, habe durch den Einsatz einer Mehrfachkonus-Technik, die Auswahl der Reibmaterialien sowie durch die Optimierung der Geometrien und tribologischen Eigenschaften verkürzt werden können. Die dritte Phase, von der Synchronisierung bis zur Schaltung, wurde durch die Ausstattung mit neuen integrierten Komponenten verbessert, die ein leichteres Gleiten der Schiebemuffe ermöglichen, das Blockieren der Zahnräder vermeiden und damit eine einwandfreie Schaltbarkeit ermöglichen, heißt es aus Rivoli. Das mache diese Lösung schließlich auch bei Anwendungen, in denen normalerweise Handschaltgetriebe mit Luftunterstützung zum Einsatz kämen, attraktiver, da der Fahrer sofort erkennen könne, wenn Probleme beim Schalten aufträten. Das neue System sorge unter allen Bedingungen ein schnelles, weiches und zuverlässiges Schalten und sei damit eine Alternative zu einem Lastschaltgetriebe, zumal es auch mit weniger Platz auskommt.

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