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04.07.2014 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Weltpremiere: Die Generation 8 des neuen Passat kommt erstmals auch als Plug-in-Hybrid

Autor:
Katrin Pudenz

Weltpremiere für den neuen Passat von Volkswagen. Das Mittelklassemodell der Wolfsburger Autobauer geht in die 8. Generation und wird erstmalig auch als Plug-in-Hybrid angeboten: mit einem 115-kW-starken TSI-Ottomotor und einer 80-kW-starken E-Maschine.

Die achte Generation des Passat feiert seine Weltpremiere. Mithilfe von innovativem Leichtbau wurde das neue Mittelklassemodell um bis zu 85 kg leichter als der Vorgänger. Alle Motoren, die für den Wagen verfügbar sein werden, sind neu im Programm der Baureihe und wurden um bis zu 20 Prozent sparsamer. Erstmals wird es den Passat mit einem Plug-In-Hybridantrieb geben mit einer Systemleistung von 155 kW. Der stärkste Diesel im Modellspektrum wird ein neuer TDI mit 176 kW sein. Der neue Passat basiert auf dem Modularen Querbaukasten und soll in Europa im vierten Quartal 2014 als Limousine und Variant auf den Markt kommen.

Plug-in-Hybrid mit 155 kW

Erstmals wird es für den Passat einen Plug-in-Hybridantrieb geben (115-kW-TSI-Ottomotor plus 80-kW-E-Maschine und extern aufladbarer Batterie). Mit einer Systemleistung von 155 kW ist er der bislang stärkste Plug-in-Hybrid von Volkswagen, wie es aus Wolfsburg heißt. Über eine Reichweite von bis zu 50 km kann dieser Passat laut Angaben rein elektrisch gefahren werden. Die Verbrauchs- und Emissionswerte sollen auf einem ähnlichen Niveau wie die des Golf GTE mit Plug-in-Hybridantrieb liegen (Golf GTE: 1,5 l/100 im NEFZ und 35 g CO2/km).

Ottomotoren im Überblick

Bei den Benzinern beginnt das Angebot mit 92 kW. In der nächsten Leistungsstufe folgt ein 110 kW starker TSI mit aktiver Zylinderabschaltung. Der aufgeladene 1,4-l-Ottomotor mit Benzindirekteinspritzung verbaucht laut Angaben 4,9 l/100 km (analog 115 g/km CO2), das sind 1,3 l/100 weniger als der vergleichbare Vorgänger. Die weiteren Leistungsstufen werden folgendermaßen benannt: 132, 162 und 206 kW. Der TSI des Plug-in-Hybrids leistet wie skizziert 115 kW / 156 PS. Alle TSI können mit einem Doppelkupplungsgetriebe bestellt werden.

Dieselmotoren im Überblick

Als ein antriebstechnisches Highlight bezeichnet der Konzern den stärksten jemals von Volkswagen angebotene Vierzylinder-Turbodieselmotor mit Direkteinspritzung (TDI): ein neuer 2,0-l-Bi-Turbomotor mit 176 kW Leistung, der 5,3 l/100 verbraucht (analog 139 g/km CO2). Mit diesem Motor erreicht die Limousine eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h; im Fall des Variant sind es 238 km/h. Aufgrund des hohen maximalen Drehmoments von 500 Nm wird das Modell serienmäßig mit dem 4Motion-Allradantrieb und 7-Gang-DSG ausgestattet.

Zur Markteinführung beginnt das Motorenprogramm der Dieselantriebe mit einem 110 kW starken TDI, der 4,1 l/100 km verbraucht (analog 108 g/km CO2) - 0,5 l/100 km weniger als der vergleichbare Motor des Vorgängers. Die nächst stärkeren Turbodiesel entwickeln 140 kW und besagte 176 kW.

Lesen Sie mehr zum neuen VW Passat auf Seite 2.

Head-up-Display

Als erster Volkswagen wird der neue Passat künftig auch mit einem Head-up-Display zu haben sein. Es projiziert wichtige Infos wie die Geschwindigkeit oder Navigations-Piktogramme direkt in das primäre Sichtfeld des Fahrers. Dank der Projektion des Head-up-Displays bleiben die Augen des Fahrers beim Erfassen von Daten wie der Geschwindigkeit auf die Straße fokussiert. Durch das Projizieren von Warnmeldungen in das direkte Fahrersichtfeld kann zudem die Reaktionszeit verkürzt werden. Das Head-up-Display des Passat ist eine "Combiner-Lösung": Die Daten werden dabei auf eine ausfahrbare Glasscheibe vor die Frontscheibe projiziert. Bei Nichtgebrauch ist das Display geschützt in der Instrumententafel versenkt und die Öffnung bündig verschlossen. Für das Auge des Fahrers scheinen sich die projizierten Daten rund zwei Meter vor dem Passat zu befinden. Da der Fahrer aufgrund dessen seinen Blick deutlich seltener zwischen den Instrumenten und der Straße hin und her wandern lassen und somit nicht permanent neu fokussieren muss, ermüden dessen Augen weniger schnell, erläutern die Wolfsburger Experten. Aktiviert werde das Head-up-Display über ein separates Bedienelement neben dem Lichtdrehschalter. Der Fahrer könne via Menü des Infotainmentsystems selbst entscheiden, welche Infos angezeigt werden sollen: aktuelle Geschwindigkeit, erlaubte Geschwindigkeit, Navigationshinweise, Infos der Assistenzsysteme und Warnungen.

Info- und Entertainmentsysteme

Darüber kommt das neue Modell mit der Generation II der Volkswagen Infotainmentsysteme auf den Markt. Die neuesten Systeme dieses modularen Infotainmentbaukastens (MIB) ermöglichen ein hohes Maß an Konnektivität, um externe Geräte zu koppeln. Zu den diversen Schnittstellen gehört unter anderem die Einbindung von Smartphones und entsprechender Apps via Mirror-Link. Darüber hinaus bekamen die Infotainmentsysteme deutlich schnellere Prozessoren (optimiertes Booten, raschere Routenberechnung, flüssigere Touchscreen-Performance, perfektionierte Sprachdialoge) und neue Displays mit höherer Auflösung (im Fall der 6,5-Zoll-Systeme), wird angegeben. Das Spektrum der Geräte besteht aus den 5-Zoll-Systemen "Composition Touch" und "Composition Colour", den 6,5-Zoll-Systemen "Composition Media" und "Discover Media" (plus Navigation) mit einer vierfach besseren Auflösung (6,5 Zoll im Vergleich zum 5,8-Zoll-Display der Generation I) und der neuesten Version des 8,0-Zoll-Radio-Navigationssystem "Discover Pro".

In Kombination mit den Radio-Navigationssystemen "Discover Media" und "Discover Pro" wird für den Passat Car-Net angeboten. Hinter dieser 2014 erstmals eingeführten Dachmarke verbergen sich mobile Online-Dienste. Car-Net mache es möglich, zum Beispiel "Verkehrsinformationen Online" in die dynamische Routenführung zu integrieren und online öffentliche und personalisierte "Points-of-Interest" (POI) in die Navigation einzubinden. Darüber hinaus werde es möglich sein, über "Google Street View" 360-Grad-Panoramabilder aus der Straßenperspektive in die Darstellung des Displays einzubinden und auf der Basis des Kartenservice "Google-Earth" eine fotorealistische Anzeige der Kartendarstellung abzurufen (Google Maps). Zusätzlich stehen als Novum für das "Discover Media" und das "Discover Pro" die Funktionen "Parkplatzinformation, Tankstellenpreise, Wetter, Nachrichten und Fahrzeugzustandsbericht zur Verfügung.

Assistenz- und Komfortsysteme

Die kamerabasierte Umgebungsansicht Area View debütierte 2010 im Touareg. Entwickelt wurde das System, um via Infotainmentsystem einen 360-Grad-Überblick auf die nahe Umgebungs- und Verkehrssituation zu ermöglichen. Für den neuen Passat wurde das System weiterentwickelt. Die neue Generation des Area View kommt bei Volkswagen erstmals im Passat zum Einsatz. Das System zeichnet sich durch einen erweiterten Funktionsumfang, eine höhere Kameraauflösung, eine Hinderniserkennung und neue 3D-Birdview-Perspektiven aus.

Trailer Assist

Das Rückwärtsfahren mit einem Anhänger ist selbst für Routiniers eine Herausforderung. Volkswagen bringt deshalb Angaben zufolge im Passat als weltweit erster Automobilhersteller ein Assistenzsystem auf den Markt, mit dem das Rangieren im Hängerbetrieb so einfach wie nie zuvor wird: den Trailer Assist. Um ein Gespann von einer Straße rückwärts in eine Einfahrt zu rangieren, hält der Fahrer an einer geeigneten Stelle an und legt den Rückwärtsgang ein. Via Tastendruck wird das System aktiviert. Im Kombiinstrument werden nun der aktuelle und der mögliche Fahrwinkel visualisiert. Dies geschieht auf Basis von Bildverarbeitungsalgorithmen aus den Daten der Rückfahrkamera, die den Knickwinkel des Anhängers beobachtet und auswertet. Mithilfe des Spiegeleinstellschalters, der dabei als eine Art Joystick fungiert, kann der Fahrer die gewünschte Fahrtrichtung seines Gespanns stufenlos einstellen. Der Passat übernimmt die via Spiegeleinstellschalter vorgegebenen Lenkbefehle des Fahrers, der selbst wiederum lediglich Gaspedal und Bremse bedient. Die Ausrichtung des Autos erfolgt durch das automatische Ansteuern der elektromechanischen Servolenkung. Eine Korrektur ist permanent über die Spiegeleinstellung möglich.

Side Assist mit Ausparkassistent

Das System kann dazu beitragen, schwere Unfälle zu verhindern. Und zwar insbesondere in zwei Situationen. Erstens: Auf der Autobahn, da es schnell überholende sowie langsame Fahrzeuge im toten Winkel erkennt, den Fahrer warnt und so das Überholen sicherer macht. Ist zusätzlich zum Side Assist der kamerabasierte Lane Assist an Bord, wird auch bei einer Lenkbewegung in Richtung Gefahrenseite die Warnstufe aktiviert (selbst ohne Blinkersetzung) und bei einem beginnenden Spurwechsel aktiv vom Fahrzeug gegengelenkt. Zweitens: Beim rückwärts Ausparken. Denn das radarbasierte Sensormodul des Ausparkassistent erkennt Fahrzeuge, die sich von der Seite her nähern. Droht eine Kollision, gibt der Ausparkassistent zunächst eine optische, dann eine akustische Warnung aus. Falls die Situation durch die Fahrer nicht entschärft wird und die Gefahr einer direkten Kollision besteht, aktiviert der Ausparkassistent einen automatischen Bremseingriff.

Stauassistent

Auf der Basis des Lane Assist und der automatischen Distanzregelung ACC hat Volkswagen den Stauassistent entwickelt. Das System macht Stau respektive Stop-and-go-Fahrten deutlich komfortabler. Als Grundlage bietet der Lane Assist auch unterhalb von 60 km/h die Funktion einer adaptiven Spurführung an. Dabei lenkt das System nicht nur korrigierend gegen, wenn der Wagen die Spur verlässt; vielmehr hält der Lane Assist bei aktiver adaptiver Spurführung den Passat kontinuierlich in der Mitte der Richtungsfahrbahn. Die automatische Distanzregelung ACC ist ein weiteres Assistenzsystem, das in den Stauassistent eingebunden ist. Denn das Bremsen und Gasgeben erfolgt bei aktivem ACC auch im Stop-and-go-Bereich automatisch. ACC und Lane Assist verschmelzen zum Stauassistent: Das System ermöglicht eine assistierte Quer- und Längsführung. Der Wagen lenkt, beschleunigt und bremst also automatisch, jedoch mit der Bedingung, dass der Fahrer die Hände am Lenkrad hat und mitlenkt, damit er jederzeit eingreifen kann.

Emergency Assist

Ein weiteres System, bei dem der Lane Assist und das ACC zu einem neuen Assistenzsystem verschmelzen, ist der Emergency Assist: Sobald die Sensoren erkennen, dass der Fahrer weder Lenk-, Brems- noch Beschleunigungsaktivitäten zeigt, leitet das System in verschiedenen Eskalationsstufen zunächst das Wach-rütteln des Fahrers und in der Folge einen Nothalt ein. Dabei wird automatisch die Warnblinkanlage eingeschaltet; darüber hinaus führt der Passat leichte Lenkmanöver aus, um das Umfeld auf die Gefahrensituation aufmerksam zu machen. Das ACC verhindert dabei das Auffahren auf den vorausfahrenden Verkehr. Der Emergency Assist von Volkswagen ist eine Weltneuheit. Generell kann übrigens bei jedem Passat mit integrierter Mobiltelefon-Schnittstelle über das Infotainmentsystem via "SOS Notruf" der sogenannte "Euro-Notruf 112" aktiviert werden, um im Fall der Fälle Rettungsdienste zur Hilfe zu rufen. Voraussetzung dafür ist ein via Bluetooth mit dem Infotainmentsystem gekoppeltes Telefon oder eine aktive SIM-Card in der Mobiltelefon-Schnittstelle "Premium".

Progressivlenkung

Dank der Progressivlenkung kommt der Fahrer des Passat mit kleineren Lenkbewegungen respektive weniger Lenkradumdrehungen aus, um die gewünschten Kurvenradien zu realisieren; bei engen Kehren muss er also weniger oft umgreifen. Die Progressivlenkung wird im neuen Passat als Paket in Kombination mit einem Sportfahrwerk oder der adaptiven Fahrwerksregelung DCC angeboten. Bis zum Volleinschlag sind es bei der Progressivlenkung 2,1 Lenkradumdrehungen, ohne das optionale System indes 2,75. Die Progressivlenkung ermöglicht im Mittenbereich bis in hohe Geschwindigkeiten hinein ein präziseres und entspanntes Fahren. Auf kurvenreichen Landstraßen und beim Abbiegen wird der Fahrer aufgrund der direkteren Auslegung ein Plus an Dynamik feststellen. Bei niedrigerem Tempo, etwa in der Stadt oder beim Parken, wird der Passat dank des geringen Lenkwinkelbedarfs deutlich handlicher.

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