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11.02.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Quant F: 800 km Reichweite mit Nanoflowcell und ionischer Flüssigkeit

Autor:
Katrin Pudenz
4:30 Min. Lesedauer

800 km Reichweite, eine kurzzeitige Leistung von 801, 69 kW und neuartige Quanteyes-Scheinwerfer: Nanoflowcell wird auf dem Genfer Auto-Salon 2015 den neuen Quant F präsentieren. Die viersitzige e-Sportlimousine mit Nanoflowcell-Antriebstechnik ist die Weiterentwicklung des Quant E aus dem Jahre 2014, dem ersten vom TÜV zugelassenen Automobil mit Flusszellenantrieb.

Der neue Quant F wurde von den Konstrukteuren, wie der Hersteller es beschreibt, "re-engineered und re-designed". Das Fahrzeug unterscheidet sich nicht nur optisch durch seine rote Lackierung, sondern auch durch die Integration neu entwickelter technischer Komponenten von seinem Vorgänger. "So konnten wir die Performancewerte mit der Nanoflowcell-Antriebstechnik noch weiter verbessern. Wir erreichen aktuell mit dem Quant F kurzzeitig 1090 PS/801,69 kW und ein Maximum der Nennspannung von 735 Volt (vorher 600 Volt)", berichtet der Technische Leiter Nunzio La Vecchia. Das stelle eine massive Erhöhung für ein Elektrofahrzeug dar. "Wichtig ist mir an dieser Stelle ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass es nicht um das Hochtreiben von PS-/kW-Werten geht, sondern für uns Forscher darum, was technisch machbar ist. Für einen zukünftigen Normalbetrieb wird die Nennspannung aus technischen wie ökonomischen Gründen beim Quant F bei circa 400 Volt liegen. Das ermöglicht ein effizientes und sparsames Fahren und bedeutet entsprechend größere Reichweiten, bei gleichzeitig herausragenden Performancewerten mit Null schädlichen Emissionen", verdeutlicht der Chief Technical Officer bei Nanoflowcell weiter.

Neu entwickeltes Puffersystem

Die weiterentwickelte Nanoflowcell-Technik liefere kontinuierlich über 50 Ampere Stromleistung in das neu entwickelte Puffersystem des Quant F. Dieses Puffersystem generiere wiederum bei Bedarf kurzfristig über 2000 Ampere Stromleistung für volle Performance. "Unseres Wissens nach hat noch niemand im Automobilbereich ein System mit über 2000 Ampere Stromleistung in einem Pkw auf die Straße gebracht. Das ist einmalig. Wir schaffen dies durch die Kombination aus unserer Flussbatterie und dem neuen Puffersystem. Dieses System ist für die Zukunft der Elektromobilität eine riesen Chance", betont Nunzio La Vecchia.

800 km Reichweite mit Nanoflowcell und ionischer Flüssigkeit

Neben den Leistungsdaten und dem Design des neuen Quant F verfügt das Fahrzeug auch über eine ansehnliche Reichweite: "... wir fahren hier mit einer 5,25 Meter langen Sportlimousine vollelektrisch über 800 km. Dies ist kein Kleinwagen, sondern eine große Limousine für vier Personen. Eine Sportlimousine", hebt La Vecchia hervor. Die Nanoflowcell als alternative Antriebsform werde mit einer ionischen Flüssigkeit betrieben. "Statt mit Wasserstoff und Sauerstoff wie bei einer herkömmlichen Brennstoffzelle arbeiten wir mit zwei ionischen Flüssigkeiten, eine positiv und eine negativ geladen", erläutert der Technische Leiter. Mit insgesamt 500 Litern Tankvolumen, zwei mal 250 Liter, die im Unterbau des Quant F in zwei voneinander getrennten Tanks untergebracht sind, habe die Reichweite gegenüber dem Vorgänger von 2014 um über 30 Prozent gesteigert werden können.

"Wir sind hier erst am Anfang unserer Entwicklungen. Da wir die Energie für unseren Antrieb in einer Flüssigkeit speichern, haben wir enorme Vorteile gegenüber bisherigen Systemen in der Elektromobilität. Wir können sämtliche Hohlräume im Fahrzeug zum Transport der ionischen Flüssigkeit nutzen. Da diese nicht brennbar und zudem toxikologisch unbedenklich ist, sind wir damit aus unserer Sicht auf dem absolut richtigen Weg", berichtet Nunzio La Vecchia weiter.

Zuschaltbarer Leerlauf der Vorderachse

Als eine weitere Neuerung des Quant F nennen die Konstrukteure den Allradantrieb 4x4, der über vier Elektromotoren umgesetzt wird. Er könne bei entsprechend hohen Geschwindigkeiten oder großen Beschleunigungen automatisch in einen reinen Heckantrieb umgewandelt werden. Dazu werde die Vorderachse ausgekuppelt, die dann im Leerlauf mitlaufe. "In jeder Fahrsituation versuchen wir dem Fahrer eine optimale Beschleunigung und Stabilität zu ermöglichen, besonders bei höheren Geschwindigkeiten. Mit einem reinen Heckantrieb ist dies eher möglich als mit einem permanenten 4x4 Antrieb", erklärt La Vecchia.

Zweistufiger Heckflügel für sportliches Fahren

Neu ist auch der zweistufige Heckflügel im Quant F. Bei 80 km/h schaltet sich dieser Angaben zufolge automatisch zu und liefert zusätzlichen Anpressdruck auf die Hinterräder für sportliches Fahren, vor allem bei hohen Geschwindigkeiten. "Der Quant F erreicht aufgrund seines aerodynamischen Designs herausragende Luftwiderstandsbeiwerte. Mit dem zweistufigen Heckflügel ermöglichen wir dem Fahrer auch bei extrem hohen Geschwindigkeiten und Beschleunigungen den nötigen Grip auf die Straße zu bringen, für noch sportlicheres Fahren", beschreibt Nunzio La Vecchia.

"Quanteyes" Scheinwerfer

"Als Forschungs- und Entwicklungsunternehmen versuchen wir immer wieder Grenzen zu sprengen und Innovationen auf den Markt zu bringen, die der Markt noch nicht kennt. Das war 2014 zum Beispiel mit der Sensorflow Technolgy so, unseren kapazitiven Schaltern, die auf Echtholz projiziert wurden", erinnert La Vecchia und fügt hinzu: "Aktuell haben wir uns bezüglich der Lichttechnik etwas Neues einfallen lassen: In den Frontlichtern des Quant F haben wir Kristalle eingebaut, die von hinten beleuchtet werden und ein Q für Quant projizieren, sobald die Scheinwerfer eingeschaltet werden. Die Frontlichter des Quant F wirken nun wie Augen mit Pupillen". Daher komme auch der Name Quanteyes.

Exterieur zu 100 Prozent homologationsfähig, Interieur über 90 Prozent

Mit dem neuen Modell strebt das Unternehmen die Homologation für die Serienfertigung an. "Das Exterieur des neuen Quant F entspricht technisch bereits zu 100 Prozent den Anforderungen der Serienhomologation. Das Interieur ist zu circa 90 Prozent homologationsfähig. Offen sind aktuell unter anderem noch die Homologation für das Fontdisplay, die Airbags, die aufwendigen Crashtests sowie formale Prüfungen und Dokumentationen. Die Crashtests werden sowohl in den USA als auch in Deutschland durchgeführt", so Nunzio La Vecchia.

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02.03.2015 | Fahrzeugtechnik | Im Fokus | Onlineartikel

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