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29.11.2009 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Sicherheitsgurt noch nicht ausgereizt

Autor:
Johannes Winterhagen

Auch 50 Jahre nach seiner ersten Serieneinführung ist der Sicherheitsgurt technisch weiter zu verbessern. Vor allem die Dosierung und Verteilung der bei einem Unfall auf den Fahrzeuginsassen wirkenden Kräfte kann nach Meinung von TRW optimiert werden. Auf einem Workshop in Alfdorf stellte der Zulieferer letzte Woche zwei  Systeme vor, die in diese Richtung zielen.

Ein Vorentwicklungsprojekt ist vorerst der Gurtkraftstraffer "SPR 4" - das Kürzel steht für "Snake Pretensioner" und verweist auf den gänzlich neuen Aufbau: Nach der Zündung wird bei dieser Bauart ein zylindrischer Kunststoffkörper aus Polyamid auf eine Turbine geschossen. In den heutigen Systemen kommen metallische Komponenten - Kugeln etwa - zum Einsatz. Vorteile der Kunststofflösung sieht man in Alfdorf vor allem bei Akustik, Gewicht und Montage.

Auch im Gurtkraftbegrenzer könnte der heute übliche metallische Torsionsstab bald durch ein Polymer ersetzt werden. TRW erprobt derzeit einen Begrenzer auf Silikonbasis. Laut Harald Lutz, weltweit für die Gurtentwicklung verantwortlich, ist die nichtlineare Kraftaufnahme von Silikon für den Insassen vorteilhaft. Bei einem Unfall nimmt das Material sehr schnell die maximale Auslegungskraft von beispielsweise 5,5 kN auf, anschließend fällt die Kraftaufnahme aber ab, etwa auf 2,5 kN. Dieser zeitliche Kraftverlauf kommt der menschlichen Anatomie zugute, da der Oberkörper sich in einem gewissen Bereich elastisch verhält, eine weitere Krafteinleitung dann aber zu Rippenbrüchen oder Schlimmerem führt.

Selbst das Gurtschloss ist nach Meinung von TRW noch verbesserungsfähig. So arbeitet man in Alfdorf an einer klemmenden Steckzange. Die Klemme verhindert das Durchrutschen des Gurtes durch die Steckzange, wodurch der Gurt im Beckenbereich enger anliegt. Dies wiederum führt beim Aufprall dazu, dass das Becken stärker, der Brustbereich geringer belastet wird. Für den Insassen ist dies positiv, da das Becken stabiler ist als der Brustkorb.

Das Gurtschloss der Zukunft könnte sich sehr zuvorkommend zeigen und dem Fahrer nach dem Einsteigen um rund neun Zentimeter entgegenkommen.  Das von TRW bereits Ende 2008 erstmals präsentierte aktive Gurtschloss ist aber nicht nur eine Komfortausstattung, sondern dient auch der Sicherheit. Denn die verwendete Aktorik kann das Schloss - zum Beispiel bei hoher Querbeschleunigung - auch um 60 Millimeter einziehen und damit den Gurt vorstraffen. Vor allem Gurtlose, verursacht durch dicke Kleidung, werden so vermieden.

Aus reinem Altruismus entwickelt TRW den Sicherheitsgurt wohl nicht weiter. Denn der Markt gilt als weitgehend gesättigt und unterliegt einem starken Preisverfall. Zwischen einem und fünf Prozent fordern die Automobilhersteller an jährlichem Preisnachlass. Dem begegnet das Unternehmen mit einer weitgehenden Standardisierung und Modularisierung seiner Produkte -a und mit neuen Ideen.

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