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21.07.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Software erzeugt 3D-Surround-Sound im Auto

Autor:
Christiane Brünglinghaus
2:30 Min. Lesedauer

Eine neue Audio-Software sorgt für ein natürliches dreidimensionales Musikerlebnis. Mit den Softwarelösungen Cingo und Symphonia soll an einem Handy oder im Auto Musik in Konzerthausqualität erlebbar sein.

Um digitalisierte Musik möglichst optimal wiederzugeben, sind entsprechende Softwarelösungen notwendig. Das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen hat daher mit Cingo und Symphoria intelligente Algorithmen entwickelt, die einen natürlichen dreidimensionalen Raumklang erzeugen sollen. Zuhörer haben im Auto oder über mobile Endgeräte damit laut den Forschern das Gefühl, direkt beim Konzert dabei zu sein.

Smartphones, Tablets und Kopfhörer verfügen nicht immer über hochwertige Lautsprecher. In Fahrzeugen geben Lautsprecherpositionen und Fahrgastraum schwierige akustische Bedingungen vor. Trotzdem erwarten Hörer hervorragende Tonqualität. Die Softwarelösungen Cingo und Symphoria gleichen Schwächen der Hardware aus und geben gleichzeitig das bei der Aufnahme erzeugte Klangbild präzise wieder - unabhängig davon, welche Lautsprecher oder Kopfhörer der Nutzer verwendet.

"In einem Konzertsaal kommt die Musik nicht nur direkt von der Bühne. Wir hören auch die Reflexionen des Schalls von der Decke und den Wänden. Erst hierdurch erhalten wir einen dreidimensionalen Klangeindruck", erklärt Symphoria-Projektleiter Oliver Hellmuth. Cingo und Symphoria analysieren, welche Elemente einer Aufnahme Direktschall oder Reflexion sind, und fügen diese anschließend zu einem natürlichen dreidimensionalen Klang zusammen.

Zusammenarbeit von Ingenieuren und Tonmeistern

Um ein optimales Hörerlebnis durch Cingo auf mobilen Endgeräten und Symphoria in Fahrzeugen zu erzeugen, reiche eine reine Signalanalyse der Musik jedoch nicht aus. Entscheidend sei die Zusammenarbeit von Ingenieuren und Tonmeistern. "Ingenieure wissen, wie sie das Werkzeug entwickeln. Tonmeister, wie sie es am besten nutzen", erläutert Jan Plogsties, Projektleiter für Cingo. Aus diesem Grund seien neben der technischen Analyse frühzeitig Anpassungen der Tonwiedergabe durch die Tonmeister des IIS vorgenommen worden. Da es keine klangliche Referenz gibt, um die Qualität derartige Audioalgorithmen zu bewerten, war entscheidend, wie die Experten diese subjektiv beurteilten.

Der Klang muss an die Lautsprecher eines jeden Endgeräts individuell angepasst werden. "Setzt ein Hersteller unsere Software ein, wird der Sound für jedes Modell eigens konfiguriert. Das ist ein Tuning-Prozess. Hierfür brauchen wir unsere ausgezeichneten Tontechniker", betont Oliver Hellmuth.

Die Markteinführung war von Beginn an Ziel der Entwicklung von Cingo und Symphoria. Google nutzt Cingo seit 2013 in allen Geräten der Nexus-Serie. Zudem brachte Samsung die Software in einer Virtual Reality-Brille auf den Markt. Audi erzeugt mithilfe von Symphoria in den Modellen TT, Q7 sowie R8 ein 3D- beziehungsweise Surround-Erlebnis.

Für die Entwicklung und die Markteinführung von Cingo und Symphoria haben Oliver Hellmuth, Jan Plogsties und Harald Popp den Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2015 erhalten.

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