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23.07.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Streckennetz für den Testbetrieb von Lang-Lkw erweitert

Autor:
Christiane Brünglinghaus
3 Min. Lesedauer

Rund 350 Kilometer des baden-württembergischen Autobahnnetzes sind ab sofort für die Nutzung von Lang-Lkw durch Logistikunternehmen freigegeben. Lang-Lkw sollen ab sofort auch Daimler-Werke in Baden-Württemberg beliefern, wie das Unternehmen mitteilt.

Ab sofort dürfen Lang-Lkw auch in Baden-Württemberg rund ein Drittel des Autobahnnetzes befahren. Nach Freigabe und Veröffentlichung der beantragten Strecken durch das Bundesverkehrsministerium am 22. Juli können alle interessierten Transportunternehmen ab sofort mit Lang-Lkw auf den freigegebenen Strecken fahren. Daimler will diese Möglichkeit ab dem 27. Juli nutzen und werktäglich die Mercedes-Benz-Werke in Sindelfingen und Rastatt anfahren.

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Lang-Lkw sind im Vergleich mit herkömmlichen Sattelzügen bis maximal 6,5 Meter länger und können mehr Volumen transportieren. Dadurch seien sie laut Daimler für bestimmte leichte, großvolumige Güter deutlich effizienter. "Es ist gut, dass die Transportunternehmen jetzt in Baden-Württemberg mit dem Lang-Lkw losfahren können. Diese Art von Transport macht aus drei herkömmlichen Sattelzügen zwei Lang-Lkw - das spart bis zu 25 Prozent Sprit und CO2, schont die Infrastruktur und reduziert darüber hinaus auch noch die Verkehrsdichte", kommentierte Dr. Wolfgang Bernhard, im Daimler-Vorstand verantwortlich für Lkw und Busse, die Freigabe der Lang-Lkw-Fahrten.

Bei den freigegebenen Streckenabschnitten handelt es sich um die Autobahnen A5 (Karlsruhe-Mitte bis Rastatt), A8 (Landesgrenze Bayern/Baden-Württemberg bis Kreuz Karlsruhe) und A81 (Landesgrenze Bayern/Baden-Württemberg bis Herrenberg).

VDA-Präsident Wissmann begrüßt die Streckennetzerweiterung

Ende 2014 hatte Daimler beim Verkehrsministerium Baden-Württemberg konkrete Transportverbindungen für die Nutzung mit Lang-Lkw beantragt, mit denen jährlich 3,2 Millionen gefahrene Kilometer eingespart und rund 3000 Tonnen CO2 Ausstoß vermieden werden könnten, wie das Unternehmen angibt. Mit den jetzt freigeschalteten Strecken würden in einem ersten Schritt bis zu 1000 Tonnen CO2 Ausstoß vermieden, so Daimler.

Über 100 Lang-Lkw nehmen inzwischen am Feldversuch, den die Bundesanstalt für Straßenwesen (Bast) im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung durchführt, teil. Neben Baden-Württemberg sind die Bundesländer Bayern, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen am Feldversuch beteiligt. Lang-Lkw haben eine Länge von 25,25 Meter, also 6,5 Meter mehr als herkömmliche Gliederzüge. Die zulässige Gesamtmasse der Lang-Lkw beträgt 40 Tonnen, im Vor- und Nachlauf beim kombinierten Verkehr 44 Tonnen. Seit 1970 gibt es in Finnland und Schweden die Fahrzeuggattung EuroCombi, deren Gewicht bis zu 60 Tonnen beträgt.

Auch Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), begrüßt die Streckennetzerweiterung für den Testbetrieb: "Der Feldversuch zeigt: Der Lang-Lkw ist sicher, er entlastet Straße und Umwelt, senkt den Verbrauch und die CO2-Emissionen. Pro transportierter Tonne werden bis zu 25 Prozent CO2 eingespart. Damit ist der Lang-Lkw ein echter Öko-Laster. Deswegen begrüßen wir es, dass das Streckennetz für den Testbetrieb von Lang-Lkw erweitert wird. Das ist ein wichtiges Signal für Innovationsbereitschaft im Straßengüterverkehr. Auch die Bundesländer, die bisher noch zögern, sollten sich für den Feldversuch rasch öffnen."

Debatte Lang-Lkw

Ein erster Zwischenbericht des bis 2016 laufenden Feldversuchs kommt zu dem Ergebnis, dass Lang-Lkw die CO2-Emissionen um bis zu 25 Prozent senken. Die Lang-Lkw sind allerdings nicht unumstritten und werden kontrovers diskutiert. Kritiker der überlangen Lastzugkombination sehen die Verkehrssicherheit gefährdet und warnen, Transporte könnten von der Schiene auf die Straßen verlagert werden - und damit negative Umwelteffekte haben. Auch viele Bürger sprechen sich gegen den Einsatz der Lang-Lkw aus.

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