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08.02.2010 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Studie "BWe mobil": Auf dem Weg zur Elektromobilität müssen alle Akteure zusammengeführt werden

Autor:
Caterina Schröder

Im Rahmen des Forums "Elektromobile Stadt" hat der Wirtschaftsminister Ernst Pfister gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS) und dem Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) die Strukturstudie "BWe mobil" vorgestellt. Für die Studie wurde eine umfangreiche Analyse von Sekundärliteratur, wie Technologiestudien, Marktszenarios und Presseartikel, mit Experteninterviews kombiniert sowie eine quantitative Erhebung bei den baden-württembergischen Unternehmen der Automobilindustrie über einen Fragebogen durchgeführt.

"Um Aktionismus und Strohfeuer zu vermeiden gilt es, alle relevanten Akteure aus Industrie, Forschung und Bildung in den Prozess zu integrieren. Für ein nachhaltiges Management des Wandels spielen darüber hinaus auch die Bereiche Bau- und Infrastruktur sowie Städte und Kommunen eine zentrale Rolle", erklärt Prof. Spath, Leiter des Fraunhofer IAO, anlässlich der Veröffentlichung der Strukturstudie "BWe mobil".

Die Studie prognostiziert, dass im Jahr 2020 bereits jedes vierte Neufahrzeug weltweit über eine elektrische Komponente im Antrieb verfügen wird. Demnach ist die Elektrifizierung des Antriebsstrangs in vollem Gange und keine Zukunftsvision mehr. Wie schnell der Wandel zur Elektromobilität vollzogen werden wird, hänge allerdings von mehreren Faktoren ab. So würden technologische Durchbrüche in der Batterietechnologie, ein steigender Ölpreis, eine restriktive Regulierung des CO2-Ausstoßes und die Förderung der Elektromobilität in der Stadt erheblichen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit und damit Attraktivität elektrisch betriebener Fahrzeuge nehmen.

Ein weiteres Ergebnis der Analyse: Die Wertschöpfungsarchitektur des Automobils werde sich sowohl mit dem Trend zum energieeffizienten als auch dem Trend zum Elektrofahrzeug deutlich ändern. So würden in den Themen Effizienztechnologie für den Verbrennungsmotor und Traktionsbatterie die größten Wertschöpfungs- und damit Arbeitsplatzpotenziale liegen.

Zudem gehen die Autoren auf "Baden-Württemberg" als Technologiestandort für die Elektromobilität ein. Demnach verfüge das Bundesland über eine sehr gute Ausgangsposition, um auch in einer elektromobilen Gesellschaft eine führende Rolle als Leitanbieter für die Elektromobilität einzunehmen. Allerdings dürfe dabei nicht die auf absehbare Zeit wichtige Bedeutung des Verbrennungsmotors missachtet werden. "Alles auf die Karte 'Elektromobilität' zu setzen wäre fatal, vielmehr gilt es eine Balance zwischen Investitionen in die Verbesserung der etablierten sowie die Entwicklung der neuen Technologie zu finden", resümieren die Autoren.

Um in Baden-Württemberg die gesamte Wertschöpfungskette der Elektromobilität zu etablieren, müssten neben den laut Studie bereits erfolgreichen Forschungseinrichtungen und großen Unternehmen auch die kleinen und mittelständischen Betriebe mitgenommen werden. Nur so können eine "Systemkompetenz" aufgebaut werden.

Die Studie "Strukturstudie BWe mobil - Baden-Württemberg auf dem Weg in die Elektromobilität" steht http://www.iao.fraunhofer.de/images/studien/strukturstudie-bwe-mobil.pdf zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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