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19.01.2010 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Technik im Alltag: Erdgasantrieb im VW Touran und Opel Zafira

Autor:
Markus Schöttle

Endlich mehr Leistung - mit diesem Ausspruch der Erleichterung bewegt unsere Redaktion bereits auf den ersten Metern beide der Kompakt-Vans: den erdgasbetriebenen Opel Zafira ecoFlex Turbo mit Turboaufladung und seinen Pendant, der VW Touran EcoFuel, der mehr Kraft aus vergrößertem Hubraum zieht. Dem grünen Gewissen einer wachsenden Zahl von Käufern wurde in der Vergangenheit viel abverlangt, denn die Vorgänger-Generationen der beiden CNG-Fahrzeuge (Compressed Natural Gas) waren auch aus Sicht moderater Fahrer auffallend untermotorisiert und wenig attraktiv.

In Zahlen ausgedrückt: Der Zafira ecoFlex Turbo leistet dank Turboaufladung mit 1,6 Liter-Motor statt vormals 71 kW nun 110 kW. 210 Newtonmeter bei 2.300 1/min beruhigen diejenigen Fahrer, die mit Opel-CNG-Generationen I und II aus Rüsselsheim vormals mit maximal 140 Newtonmetern bei 4.200 1/min unterwegs waren. Mit seinem 2,0-Liter-Motor steht Touran EcoFuel dem Opel in punkto Agilität trotz 30 kW weniger Leistung im Stadtverkehr in nichts nach. Allerdings, benötigt der brummige Ottomotor beim Schritt halten hohe Drehzahlen und ist im Überlandverkehr mit einer Beschleunigung von 13, 5 Sekunden von 0 auf 100 km/h zwei Sekunden langsamer als der Opel. Lediglich 160 Newtonmeter bei 3500 1/min fordern zudem ihren Tribut: Spätestens auf der Autobahn fährt der mit 1.600 kg Masse in etwa gleichschwere Zafia bis zu der Endgeschwindigkeit von abgelesenen 195 km/h in der Ebene voraus (Touran 175 km/h). Dank niedriger Drehzahlen und einem sechsten Gang, der dem Volkswagen fehlt, verbraucht der Opel weniger Kraftstoff.

Wir fuhren mit dem Zafira mit einem Durchschnitt 5,8 Kilogramm Erdgas auf 100 Kilometer. Der Touran benötigte dagegen 6,6 Kilogramm. Opel gibt im Drittelmix ein Erdgasverbrauch von 5,1 kg/100 km für den Zafia an - VW nennt 5,8 Kilogramm. Die Verbrauchsmessungen wurden durch Probleme, die beim Tanken mehr als nur einmal auftraten, erschwert. Oftmals ließen sich die Erdgastanks nicht füllen, weil die Kompressoren der Tankanlagen nicht ausreichend Druck (200 bar) aufbauen konnten. Somit fuhren wir teilweise mit halbvollem Tank weiter.

In Notsituationen (Ausfall der Erdgaszapfsäule) musste gar der Benzin-Reservetank mit einer maximalen Füllmenge von zehn Litern die Brücke zu einer der 800 Tankstellen in Deutschland schlagen. Mit den 21 kg Fassungsvermögen des Erdgastanks beim Opel und 18 kg im VW konnten wir zwischen 220 und 340 Kilometer weit fahren.

Wie bereiten beide Autohersteller ihre Kunden auf den zunächst einmal gewöhnungsbedürftigen Umgang mit dem neuen Kraftstoff vor? Denn Vorbehalte in punkto Reichweite und Verfügbarkeit sind derzeit noch berechtigt. Navigationssysteme, die alle Erdgastankstellen gespeichert vorhalten und zudem als funktionstüchtig anzeigen, würden einige der Ängste nehmen - genauso wie ein Bordcomputer, der eine Reichweitenprognose errechnet. In beiden Fällen wird der Kunde allein gelassen und der Kritiker genährt. Gut gelöst ist allerdings das Package beider Fahrzeuge - im Speziellen die Integration der Erdgastanks im Unterboden. So lässt sich in beiden Vans sogar die versenkbare dritte Sitzreihe realisieren.

http://www.atzonline.de/binary/Technische-Daten-CNG_100121.pdf

 

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