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14.12.2010 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Technik im Alltag: Mercedes-Benz E 250 CDI

Autor:
Ruben Danisch

150 Kilowatt Leistung und 500 Newtonmeter Drehmoment. Eckdaten, die auf einen Dieselmotor schließen lassen. Allerdings eher auf einen Sechszylinder-Diesel. Im Mercedes-Benz E 250 CDI gehören diese Werte allerdings zu einem Vierzylinder. Eben dieser Motor wird auch in der S-Klasse verfügbar werden, entsprechend hoch sind die Ansprüche an Kraftentfaltung und Laufkultur.

Auf technischer Seite ist nicht unerheblicher Aufwand betrieben worden: Eine Common-Rail-Direkteinspritzung der vierten Generation mit 2000 bar maximalem Raildruck legt den Grundstein für die hohe Leistungsausbeute. Der maximale Zünddruck liegt bei 200 bar und damit für einen Pkw-Dieselmotor sehr hoch. Nicht zuletzt hilft dann noch die in diesem Motor bei Mercedes erstmals umgesetzte zweistufige Aufladung. Sie besteht aus einem kleinen Hochdruck- und einem großen Niederdruck-Abgasturbolader, die in Reihe geschaltet sind. Außerdem helfen beispielsweise neu entwickelte Piezo-Injektoren, die auch Mehrfacheinspritzungen ermöglichen, ein vergrößerter Ladeluftkühler, ein neu entwickeltes AGR-Ventil, elektrisch gesteuerte Einlasskanalabschaltung, eine neue Ventilsteuerung, schaltbare Wasserpumpe, und eine geregelte Ölpumpe

Ein umfassendes Paket also, das die Ingenieure umgesetzt haben. Liest man vor der ersten Fahrt im Datenblatt weiter, stolpert man schnell über einen krassen Kontrast zum High-Tech-Motor: Die Kraftübertragung übernimmt eine Fünfgang-Wandlerautomatik. Das klingt antiquiert und mag sich zunächst nicht so recht in das Bild eines hochkomfortablen, -effizienten und gleichzeitig dynamischen Antriebs fügen. Zumal Mercedes ein Siebengang-Pendant im Programm hat, das künftig inklusive Start-Stopp-Funktion auch für den 250 CDI zu haben sein wird und den Normverbrauch der Limousine unter die 5-Liter-Marke drücken soll. Mit der Fünfgang-Variante stehen an dieser Stelle derzeit 6,0 Liter pro 100 Kilometer. In Anbetracht der Leistungsdaten immer noch sehr wenig.

Wir haben die E-Klasse primär im Stadtverkehr und auf Autobahnen bewegt, letzteres meist auf Langstrecken mit hohem Volllastanteil. Die erste Skepsis gegenüber dem Automatikgetriebe wich dabei zunehmender Entspannung. Die geringe Gangzahl und entsprechend weite Spreizung vertragen sich sehr gut mit dem hohen und früh anliegenden Drehmoment, die Folge sind seltene Gangwechsel. Zudem verrichtet der etwas in die Jahre gekommene Wandler seine Arbeitsschritte nach wie vor geschmeidig, wenn auch mit mäßiger Dynamik. In Summe ergibt sich ein Antriebsstrang, der die E-Klasse mit größter Gelassenheit souverän schnell macht. Nutzt man wie im Test das Leistungspotenzial des Motors häufiger, könnte ein entsprechender Verbrauch zu erwarten sein. Doch auch hier wiederlegt die Berechnung anfängliche Sorgen: 8,74 Liter ermittelten wir, auf ruhiger angegangenen Etappen waren auch deutlich unter sieben Liter zu erreichen.

Passend zur entspannenden Wirkung des Antriebs gibt sich auch das Gesamtfahrzeug: Das Fahrwerk ist fein abgestimmt und extrem schluckfreudig, Stöße dringen kaum zum Fahrer durch. Gleichzeitig erhält es querdynamische Reserven, wird auch in schnellen Autobahnkurven nicht unruhig. Der Innenraum des gut ausgestatten Testwagens vermischt Business-Flair und Funktionalität mit Gemütlichkeit, Eingewöhnungszeit braucht man nicht. Reihenweise Lob im Fahrtenbuch ernten besonders die (aufpreispflichtigen) Sitze mit Massage- und Dynamikfunktion, deren Seitenwangen die Passagiere in Kurven aktiv stützen.

Umfangreich auch das Bündel an Assistenzsystemen im Testwagen: Tempomat, Totwinkelüberwachung und Tempolimit-Erkennung entlasten den Fahrer. Letztere blendet die erfasste Geschwindigkeitsbegrenzung sehr zuverlässig im Zentraldisplay ein. Allerdings nur recht kurz, sodass die Funktion zwar dann hilft, wenn der Fahrer ein Schild übersieht, als Erinnerungsstütze dient sie aber nicht.

http://www.atzonline.de/binary/Technische Daten_MB_E 250 CDI.pdf

 

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