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10.05.2013 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Technik im Alltag: Porsche 911 Carrera 4S

Autor:
Christiane Brünglinghaus
3 Min. Lesedauer

Der weiterentwickelte aktive Allradantrieb des Porsche 911 Carrera 4S soll noch mehr Fahrspaß und Sicherheit bieten. Davon wollten wir uns selbst ein Bild machen. Der Elfer entpuppte sich bei unseren Testfahrten als Allwettersportwagen mit bester Traktion.

Der sportliche Allradantrieb hat bei Porsche eine lange Tradition. Bereits 1900 stellte Ferdinand Porsche den Lohner-Porsche vor, ein Elektrofahrzeug mit vier angetriebenen Rädern. Im Modell 911 wird der Allradantrieb seit 1989 angeboten. Über die letzten Jahrzehnte entstand ein immer weiter verfeinertes Antriebssystem, das Porsche Traction Management (PTM).

Mit dem weiterentwickelten PTM soll sich die Fahrdynamik auch der jüngsten 911-Carrera-4-Modelle auf den verschiedensten Untergründen und bei allen Wetterbedingungen verbessern, verspricht Porsche. Nur blauer Himmel und Sonnenschein kann ja jeder. Daher war Schnee für unsere Testfahrten durchaus willkommen. Und wir hatten Glück: Pünktlich mit dem Eintreffen des Testwagens boten 15 Zentimeter Neuschnee im Frühjahr und eine geschlossene Schneedecke auf den Straßen das passende Terrain. So konnte sich die Redaktion beim Testen ausgiebig davon überzeugen, dass ein 911 Carrera 4 S Coupé auch auf Schnee Spaß macht.

Dabei zeigte sich, dass der Elfer mit Allradantrieb durch das Porsche Traction Management sein Fahrleistungspotenzial auch bei diesen Witterungsverhältnissen optimal auf die Straße überträgt. Es steuert durch eine Lamellenkupplung in Sekundenbruchteilen eine optimale Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse. Auf der neuen Allradanzeige des Bordcomputers lässt sich nun erstmals in Echtzeit erkennen, wie momentan die Kraft verteilt wird. Ob zuziehende Kurven auf Landstraßen oder Kreisverkehr - der Carrera stellte exaktes Handling und herausragende Traktion unter Beweis. Gerade beim Lastwechsel im Kreisverkehr bei geschlossener Schneedecke folgt auf das erwartete Übersteuern in Sekundenbruchteilen die nötige Kraftverteilung auf die Vorderräder die das Fahrzeug souverän auf Linie hält.

Im Gegensatz zum Vorgängermodell "erkennt" das neue System Grip-Probleme und agiert stufenlos innerhalb kürzester Zeit. Sensoren für Raddrehzahlen, Quer- und Längsbeschleunigung sowie Lenkwinkel liefern hierbei die nötigen Informationen. Dabei arbeitet die Steuerelektronik des Carrera 4S mit mehreren parallel statt seriell berechneten Kennfeldern. Die Lamellenkupplung im Gehäuse des Vorderachsgetriebes wird elektromagnetisch mit einer kleinen, schnellen Steuerkupplung betätigt, die wiederum die größere Hauptkupplung ansteuert. Der Allradantrieb mit Visco-Lamellenkupplung bringt dabei permanent zwischen fünf und 40 Prozent der Antriebskraft über die Vorderräder auf die Straße.

Apropos Antriebskraft: Unser Porsche 911 Carrera 4S wird von einem 3,8-l-Sechszylinder-Boxermotor mit 294 kW mobilisiert. Der Motor entwickelt ein maximales Drehmoment von 440 Nm - frei saugend, ohne Turbo, mit ausgeprägtem Drehwillen. Er überzeugt mit spontaner Gasannahme und kraftvollem Durchzug. Die direkt reagierende Lenkung unterstützt das sportliche Fahrgefühl.

Porsche hat den Wagen gegenüber dem Vorgängermodell um bis zu 65 Kilogramm leichter gemacht und den Kraftstoffverbrauch im Vergleich zum Vorgänger gedrückt. Den Verbrauchswert für unseren Carrera 4 S Coupé mit Doppelkupplungsgetriebe gibt Porsche mit 9,1 l/100 km, (CO2 215 g/km), an. Bei den Testfahrten verbrauchten wir geringfügig mehr - im Mix waren es rund 11 l/100 km bei moderatem Fahrstil.

Auffälligstes Erkennungsmerkmal der Elfer mit Allradantrieb bleibt das breite Heck: Im Vergleich zu den zweiradgetriebenen 911-Carrera-Modellen sind die Radhäuser der Hinterachse um jeweils 22 Millimeter weiter herausgezogen und die Hinterreifen um jeweils zehn Millimeter breiter. Außerdem verbindet das traditionelle rote Leuchtenband in neuer Form die beiden Rücklichter, sodass das Heck noch breiter erscheint.

Fazit: Die Kombination aus überarbeitetem PASM(Porsche Active Suspension Management)-Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern sowie intelligentem Allradantrieb verleiht dem Carrera einen noch agileren Charakter und ermöglicht gleichzeitig eine ruhige Fahrweise mit knappen Lenkradkommandos - auch bei Schnee und Eis.

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