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08.03.2013 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Testbox prüft Kompatibilität von E-Fahrzeugen und Ladestation

Autor:
Angelina Hofacker
2:30 Min. Lesedauer

Unterschiedliche Standards bei den Verbindungskomponenten von E-Fahrzeug und Ladeinfrastruktur verhindern oft den reibungslosen Informationsaustausch zwischen diesen. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) haben nun eine Testbox entwickelt, mit der Hersteller im Schnellverfahren prüfen können, ob ihre Elektromobilitätskomponenten mit Fremdsystemen kompatibel sind. Die Forscher des Fraunhofer IFF in Magdeburg werden ihre Testbox für die Kommunikation bidirektionaler Ladeeinrichtungen erstmals auf der diesjährigen Hannover Messe (8. bis 12. April 2013) vorstellen.

Beim Anschluss eines Elektrofahrzeugs an eine Ladestation werden Daten zum Batteriezustand, Netzstatus und zukünftig auch zur Stromart und zum Strompreis ausgetauscht. Unterschiedliche Systeme beim Bau von Elektrofahrzeugen und Ladestationen können zu Kompatibilitätsproblemen führen, sodass im schlimmsten Falle Fahrzeuge nicht erkannt und geladen werden können. Um dies zu verhindern, müssen Hersteller im Vorfeld umfassende Kompatibilitätstests durchführen. Durch den anwachsenden Markt werde dieses Prüfverfahren zunehmend teurer, langwieriger und komplizierter, erläutern die Fraunhofer-Experten.

Mit der neuen Testbox sollen die Hersteller von Elektrofahrzeugen, Ladestationen und anderen Schnittstellenkomponenten künftig individuell und in kürzester Zeit prüfen können, ob ihre Produkte standardkonform und damit kompatibel mit den Produkten aller anderen Hersteller sind. Die Testbox wird derzeit noch über eine App auf einem Tablet-PC bedient, soll aber später über eine entsprechende Testanwendung auf einem PC bedient werden können. Auf dem Bildschirm können die Prüfer das mehrstufige Ergebnis ablesen. Überprüft werde alles, was zur Kommunikation zwischen Fahrzeug, Ladestation und Energienetz gehört, von den elektronischen Systemen über die Software bis zum Kabel. Wenn etwas nicht stimme, werde genau beschrieben, an welcher Stelle eine Inkompatibilität besteht.

Auf der Nutzeroberfläche ist links (im Bild) der maximal zulässige Ladestrom zu sehen, der von der Kabelgarnitur (Kabel und Stecker) begrenzt ist. Rechts (im Bild) wird der Status des Fahrzeugs an der Ladesäule und in der Mitte die maximal zulässige Stromstärke angezeigt, die die Box, welche die Ladestation simuliert, dem Auto vorgibt. Darunter wird die aktuelle Frequenz des Ladesignals gezeigt. Weicht sie um mehr als 5 Prozent von den üblichen 1000 Hz ab, könne das Fahrzeug normalerweise nicht geladen werden. "Wir testen hier, ob es sich dennoch laden lässt", erläutert Dr.-Ing. Przemyslaw Komarnicki, zuständiger Projektleiter am Fraunhofer IFF.

Die Testbox, die in Hannover präsentiert werde, sei noch nicht das anvisierte Endprodukt, sondern ein Zwischenschritt, präzisiert Komarnicki. Die endgültige Testbox soll mit Testfunktionalitäten gemäß ISO/IEC 15118 im Rahmen des Forschungsprojekt Enterop bis Ende 2014 entwickelt werden. Enterop steht für "Drive International Standardization To Enter V2G Operation On A Broad Basis". Die Projektpartner arbeiten seit dem 1. Juli 2012 an einer offenen Testplattform für die Schnittstelle zwischen Elektrofahrzeug und Ladeinfrastruktur. Zu den Partnern gehören BMW, Continental, Daimler, Fraunhofer, RWE, Siemens, die TU Dortmund und VW.

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