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01.08.2014 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

BMW nimmt CFK-Stackanlage in Wackersdorf in Betrieb

Autor:
Katrin Pudenz

BMW hat eine CFK- Produktionsanlage in Wackersdorf in Betrieb genommen. Für das Gebäude und die Anlagen investiert das Unternehmen insgesamt über 20 Millionen Euro. Die Produktionskapazität für CFK-Teile wird in einem ersten Schritt verdoppelt.

Im Innovationspark Wackersdorf wurde am gestrigen Donnerstag, 31. Juli 2014, in einer eigens errichteten Halle eine neue CFK-Produktionsanlage in Betrieb genommen. Den offiziellen Startknopf drückte Dr. Klaus Draeger, BMW-Vorstand für Einkauf und Lieferantennetzwerk, gemeinsam mit dem Standortleiter Thomas Dose sowie dem Landrat des Kreises Schwandorf, Thomas Ebeling, und dem Bürgermeister der Gemeinde Wackersdorf, Thomas Falter.

BMW investierte laut Angaben über 20 Millionen Euro in die 8250 Quadratmeter große Fertigungshalle und eine neu entwickelte CFK-Stackanlage. Im Vergleich zur ersten Anlagengeneration verdoppelt sich zunächst die Produktionskapazität. Rund 180 Produktionsmitarbeiter laut Automobilhersteller sind im Bereich CFK-Stacken bei BMW in Wackersdorf beschäftigt.

CFK als Schlüsselmaterial

Dr. Klaus Draeger erklärte: "Carbonfasern sind ein Schlüsselmaterial für die Automobilindustrie des 21. Jahrhunderts. Wir werden sie in unseren BMW i Modellen und zukünftig auch in anderen Modellreihen einsetzen. Daher war es für uns wichtig, die Produktionskapazität für CFK zu erweitern. Mit der Verdoppelung dank innovativer Produktionsanlagen gelingt uns innerhalb kürzester Zeit ein gigantischer Sprung."

Die neue Produktionshalle zwischen den bestehenden Gebäuden 80 (Lagerhalle) und Gebäude 60 (CFK-Gelegeproduktion der Firma SGL ACF) ist 165 Meter lang und 50 Meter breit. Die ersten Planungen dazu wurden im Januar 2014 aufgenommen, im März wurde der Spatenstich vollzogen. Innerhalb von 20 Wochen konnte die 8250 Quadratmeter große Halle errichtet und die erste neu konzipierte Stack-Anlage installiert werden. Die in Halle 60 freiwerdenden Flächen - auf denen vormals die ersten BMW Stackanlagen installiert waren - werden schrittweise von der Firma SGL ACF übernommen, die ihrerseits selbst die Produktion von CFK-Gelegen erweitert, berichtet der Münchner Automobilhersteller.

Von der Faser zum CFK-Bauteil

Die CFK-Stackanlage wurde neu entwickelt. In dieser vollautomatischen Fertigungsstraße werden aus den CFK-Gelegerollen in drei zentralen Prozessschritten (Legen, Schneiden, Fügen) Stacks erstellt. Die Anlagen-Spezialisten bei BMW erklären die Funktionsweise folgendermaßen: Die CFK-Gelegerollen werden zunächst in bis zu 15,8 Meter langen und drei Meter breiten Bahnen abgerollt, und in mehreren Schichten übereinandergelegt. Je nach Bauteil sind bis zu 15 Lagen notwendig, um die erforderliche Festigkeit erreichen zu können. Im Anschluss werden diese CFK-Stacks (= Stapel) zu Einzelteilen zugeschnitten. Der Zuschnitt der Teile aus den Bahnen erfolgt sehr präzise, damit möglichst wenige Carbon-Reste als Verschnitt übrigbleiben. In einem abschließenden Ultraschall-Schweißverfahren werden dann die Lagen miteinander verbunden. Diese fertigen Stacks werden daraufhin nach Leipzig transportiert und in weiteren Prozessschritten (Pressen, Verharzen, Zuschneiden) zu CFK-Bauteilen weiterverarbeitet, die in der Fahrgastzelle der BMW i Modelle zum Einsatz kommen.

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