Skip to main content
main-content

01.06.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Erster Blick auf den Sonnenwagen ThyssenKrupp SunRiser

Autor:
Katrin Pudenz
3 Min. Lesedauer

Der ThyssenKrupp SunRiser wird ein Sportcoupe mit zwei Sitzen und soll in sechs Monaten bei der World Solar Challenge in Australien, der Weltmeisterschaft für Solarmobile, an den Start gehen. Die Hochschule Bochum und Forschungskooperationspartner ThyssenKrupp Steel Europe haben nun das Design des Sonnenwagens vorgestellt.

Das energieeffiziente, zweisitzige Sportcoupe soll beweisen, dass Elektromobilität nicht nur vernünftig und nachhaltig ist, sondern durchaus auch emotional begeistern kann, betonen die Nachwuchsentwickler. Bei diesem Modell greift das Studenten-Team auf Leichtbau-Stähle von ThyssenKrupp zurück, beispielsweise beim Überrollbügel. Die Technikexpertise des Unternehmens fließe auch bei anderen Bauteilen des neuartigen Sonnenfahrzeugs ein. So kommen Komponenten Angaben zufolge unter anderem von ThyssenKrupp Bilstein, ThyssenKrupp Presta und ThyssenKrupp Plastics. Außerdem unterstützt mit Daniel Lohmeyer (25) aus Bochum ein Werkstudent von ThyssenKrupp Steel Europe das Solarcar-Team.

Form folgt Funktion

Der sechste Sonnenwagen, der in Bochum entsteht, ist, wie die Entwickler ausführen, eine Synthese aller bisher gebauten Modelle. So finde sich die Eleganz des im Jahr 2007 vorgestellten SolarWorld No.1 in der geschwungenen Linienführung der Karosserie wieder, die Effizienz und Alltagstauglichkeit habe der ThyssenKrupp SunRiser von seinen vierrädrigen Vorgängern geerbt. Wurden für den Innenraum bisher schicke Sitze und ein Lenkrad mit sportlichem Outfit ein eingebaut, werde dort nun Echtholzfurnier neben der Carbonoptik für ein edles Ambiente sorgen. Das zentrale Anzeigeinstrument wird individuell aus Acrylglas mit Lasertechnik gefertigt, wird berichtet. Neben der Geschwindigkeit und dem Füllstand der Akkus finde sich eine Anzeige für den Energieverbrauch oder -gewinn, je nach Sonnenstand und Fahrdynamik. Jedoch zähle vorrangig die Funktion aller Komponenten, wird betont. Die Fertigung der äußeren Hülle gehe in die Endphase, Fahrwerkskomponenten würden produziert. Alle Module der Elektrotechnik seien n einem Probeaufbau verschaltet, an dem alle Funktionen getestet werden können.

Strategie entscheidet über Geschwindigkeit

Zuverlässigkeit zählt zu den wichtigsten Entwicklungszielen, die die Bochumer Studierenden im Fokus haben. Nur wer ohne größere Pannen die 3000 Kilometer von Darwin nach Adelaide überwindet, hat eine Chance, ganz vorne mitzufahren. Genauso wichtig ist die Strategie, die mithilfe einer eigens programmierten Software die optimale Geschwindigkeit ausrechnen soll. Wind und Sonnenschein beeinflussen das Ergebnis, aber auch die Streckenführung und notwendige Stopps und Überholvorgänge gehen mit ein in die Energiebilanzvorhersage, die ständig nachgeführt werden muss, betonen die Studenten.

15 Jahren Sonnenwagen-Bau

Die Hochschule Bochum konstruiert und baut als einzige Hochschule in Deutschland seit 15 Jahren von Solarenergie angetriebenen Elektrofahrzeuge. Einer der Sonnenwagen hat 2012 die Welt nur mit Sonnenenergie umrundet und hält den Guinness-Rekord für die längste solarautark gefahrene Strecke mit 29.753 Kilometern.

Weltmeisterschaft in Australien

Die Weltmeisterschaft der Solarcars findet alle zwei Jahre in Australien statt und führt als Wettbewerb auf öffentlichen Straßen von Norden nach Süden durch den Kontinent. Der "ThyssenKrupp SunRiser" wird in der nach einem Bochumer Fahrzeug benannten Cruiser-Klasse starten, in der Alltagstauglichkeit, eine Straßenzulassung im Ursprungsland und mindestens zwei Sitzplätze vom Reglement verlangt werden. Neben der Energie, die auch während der Fahrt aus den auf der Oberfläche montierten Solarzellen gewonnen wird, darf in dieser Klasse das maximal 60 Kilogramm schwere Batteriepaket einmal im Wettbewerb nach 1500 Kilometern aus dem Netz wieder aufgeladen werden. Spitzengeschwindigkeiten von über 120 km/h werden erreicht. Der Wettbewerb startet am 18. Oktober 2015, sechs Tage später werden die Teilnehmer im Ziel in Adelaide erwartet.

Das fertige Solarcar soll in einigen Wochen der Öffentlichkeit präsentiert werden. Bis dahin müssen die Studierenden noch ein umfangreiches Arbeitspensum absolvieren. Wie die letzten beiden Fahrzeuge soll auch der ThyssenKrupp SunRiser wieder eine Straßenzulassung mit schwarzer Nummer bekommen.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2013 | OriginalPaper | Buchkapitel

Hochleistungsfahrzeuge

Quelle:
Hucho - Aerodynamik des Automobils

Premium Partner

    Bildnachweise