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04.03.2013 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Mit Gasantrieb: der neue Audi A3 Sportback G-tron

Autor:
Katrin Pudenz

Als Kraftstoff nutzt der neue A3 Sportback G-tron Erdgas, das CO2-neutrale Audi-E-Gas oder auch normalen Ottokraftstoff. Zu sehen sein wird das neue bivalente Fahrzeug in dieser Woche auf dem Automobilsalon in Genf (7. bis 17. März 2013).

Der A3 Sportback G-tron präsentiert Audis neuesten Stand der Gasantrieb-Technik. Beispielsweise beginnend bei der Speicherung des Kraftstoffs. Die beiden Tanks des Fahrzeugs unter dem Gepäckraumboden können je sieben Kilogramm Gas unter maximal 200 bar Druck speichern. Im Sinne des Ultra-Leichtbauprinzips wiegt jeder Tank 27 kg weniger als ein konventionelles Pendant. Die Tanks bestehen aus einer neuartigen Matrix. Eine Schicht aus gasdichtem Polyamid bildet die innere Lage, eine zweite Schicht aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) sorgt für die Festigkeit, und eine dritte, robuste Schicht aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) bietet Schutz gegen Beschädigungen von außen. Als Bindemittel für die Faserwerkstoffe dient Epoxidharz von hoher Festigkeit.

Eine weitere Besonderheit des neuen bivalenten Fahrzeugs ist der elektronische Gasdruckregler. Das kompakte und leichte Bauteil verringert den hohen Druck, mit dem das Gas aus den Flaschen strömt, in zwei Stufen auf etwa fünf bis neun bar. Dadurch steht im Gasrail und in den Einblasventilen stets der richtige Druck bereit - bei effizienten Fahrten im unteren Drehzahlbereich ist er niedrig; wenn der Fahrer Leistung und Drehmoment abruft, steigt er an. Sobald der Druck im Tank unter zehn bar absinkt, wechselt das Motormanagement selbsttätig in den Benzinbetrieb. Der A3 Sportback G-tron ist voll bivalent, das heißt seine Leistungswerte sind im Gas- und im Benzinbetrieb identisch. Mit Gas fährt er - den Normverbrauch zugrunde gelegt - etwa 400 km weit, bei Bedarf mit Benzin weitere 900 km. Die Gesamtreichweite wird mit 1300 km angegeben.

Zwei Anzeigen im Kombiinstrument halten den Fahrer über die Füllstände der Tanks auf dem Laufenden. Zudem wird im Fahrerinformationssystem der Momentanverbrauch in Abhängigkeit zum aktuellen Betriebsmodus angezeigt.

Beide Einfüllstutzen liegen unter einer gemeinsamen Klappe. Nach dem Tanken und bei großer Kälte startet der Motor zunächst mit Benzin und schaltet danach so rasch wie möglich auf Gas um. Das Aggregat basiert auf dem neuen 1.4 TFSI. Wesentliche Modifikationen betreffen den Zylinderkopf, die Turboaufladung, die Einspritzanlage wie auch den Katalysator. Mit 81 kW und 200 Nm Drehmoment kann der A3 Sportback G-tron eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 190 km/h erreichen, der Spurt von 0 auf 100 km/h dauert 11 s. Auf 100 km verbraucht der Fünftürer im Mittel weniger als 3,5 kg Erdgas oder Audi E-gas - den Treibstoff, der im Audi-E-Gas-Projekt aus Ökostrom entsteht. Die CO2-Emission am Auspuff beträgt im Gasbetrieb weniger als 95 Gramm pro km.

In der Well-to-Wheel-Betrachtung, die alle Faktoren von der Quelle des Kraftstoffs bis zum Rad mit einbezieht wird beim Betrieb des A3 Sportback G-tron mit Audi E-Gas kein CO2 frei, das nicht vorher bei der Herstellung gebunden worden wäre - der Kreislauf ist geschlossen. Wenn man in einer umfassenden Betrachtung den Energieaufwand für die Errichtung der E-Gas-Anlage und den Bau der Windkraftanlagen mit betrachtet, bleibe der CO2-Ausstoß noch immer unter 30 Gramm pro km.

Fahrer des A3 Sportback G-tron werden die E-Gas-Mengen, die sie an den öffentlichen CNG-Tankstellen tanken, voraussichtlich über ein Abrechnungsverfahren beziehen, wie es ähnlich auch beim Bezug von Ökostrom existiert, erläutern die Experten aus Ingolstadt.

Audi E-gas

Im sogenannten E-Gas-Projekt baut der Automobilhersteller eine Kette nachhaltiger Energieträger auf. An ihrem Anfang steht Strom aus erneuerbaren Energien, die Endprodukte sind Wasserstoff und das synthetische Audi E-gas. Im emsländischen Werlte ist der Bau der weltweit ersten industriellen Anlage, die aus CO2 und erneuerbarem Strom synthetisches Methan (E-Gas) produziert, fast fertig. Die Anlage nutzt den regenerativen Strom im ersten Schritt zur Elektrolyse - der Spaltung von Wasser in Sauerstoff und Wasserstoff (Audi E-Hydrogen). Dieser Wasserstoff könnte als Treibstoff für künftige Brennstoffzellen-Autos dienen. Weil dafür derzeit noch eine flächendeckende Infrastruktur fehlt, folgt ein zweiter Verfahrensschritt: Durch die Reaktion des Wasserstoffs mit CO2 entsteht in der Methanisierungsanlage synthetisches erneuerbares Methan, das Audi E-Gas. Es ist chemisch mit fossilem Erdgas identisch und kann durch das Erdgasnetz an CNG-Tankstellen verteilt werden.

Bei dem CO2, das die Audi-Anlage nutzt, handelt es sich um das Abfallprodukt einer Biogasanlage, die der Energieversorger EWE in unmittelbarer Nähe betreibt. Die E-Gas-Anlage bindet das CO2, das sonst die Atmosphäre belasten würde, im Treibstoff. Pro Jahr produziert sie etwa 1000 Tonnen E-gas und bindet dabei zirka 2800 Tonnen CO2. Auf das CO2-Speicherpotenzial von Bäumen umgerechnet, entspricht dies in etwa der Menge, die 224.000 Buchen im Jahr aufnehmen.

Mit dem E-Gas aus Werlte könnten bis zu 1500 neue A3 Sportback G-tron jedes Jahr jeweils 15.000 Kilometer weit fahren.

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