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22.04.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Mit Gestiksteuerung und Fernsteuerung zum Einparken: der neue 7er BMW

Autor:
Katrin Pudenz

Im neuen BMW 7er wird erstmalig die BMW-Gestiksteuerung verbaut. Ein 3D-Sensor ermöglicht intuitive und komfortable Interaktion mit dem Infotainmentsystem durch definierte Handbewegungen. Parken lässt sich die Limousine ferngesteuert. Der bayerische Hersteller gewährt erste Blicke auf seine neue Limousine.

Nachdem die Redaktion Automobil- und Motorentechnik bereits in einem ersten Teil über die Leichtbaumaßnahmen, die für die Limousine ergriffen worden sind, berichtet hat, sollen diesmal die Bereiche Komfort und Sicherheit beleuchtet werden. Denn laut Hersteller profitieren im neuen 7er Komfort, Sicherheit und Fahrerlebnis von Möglichkeiten zur Interaktion mit dem Fahrzeug-Infotainment, einer erweiterten Auswahl an Fahrerassistenzsystemen von BMW ConnectedDrive und neuen Fahrwerkssystemen.

Erweiterung des iDrive Systems durch Touch Display

Der Bordmonitor des Bediensystems iDrive wird in der nächsten Generation der 7er-Reihe erstmals als Touch Display ausgeführt. Damit wird das iDrive-System um die vom Umgang mit Consumer-Electronic-Geräten bekannte Form der Bedienung erweitert. Neben der gewohnten Steuerung mittels Controller können zahlreiche Funktionen redundant auch durch Berührung der Bildschirmoberfläche ausgewählt und aktiviert werden, erläutern die bayrischen Experten. Dadurch werde die Bedienlogik des Systems iDrive mittels Controller, Direktwahl- und Favoritentasten um eine intuitive Eingabeform ergänzt, um für alle Situationen die jeweils optimale Bedienung zu gewährleisten.

BMW Gestiksteuerung

In der neuen Limousine wird das Bediensystem iDrive außerdem um eine Gestiksteuerung erweitert. Durch definierte Handbewegungen im Bereich der Mittelkonsole, die von einem 3D-Sensor erfasst werden, lassen sich häufig genutzte Funktionen des Infotainmentsystems auf besonders intuitive und komfortable Weise steuern, erklären die Entwickler. Die entsprechenden Gesten dienen unter anderem zur Regulierung der Lautstärke des Audioprogramms sowie zum Annehmen oder Ablehnen eingehender Telefonanrufe, berichten sie weiter. Für eine weitere definierte Geste bestehe die Möglichkeit, die auslösbare Funktion - etwa Navigation zur Heimatadresse oder Deaktivierung des Bildschirms - individuell zu bestimmen.

Die BMW-Gestiksteuerung könne jeweils alternativ zur herkömmlichen Steuerung ohne zusätzliche Aktivierung genutzt werden. Die Möglichkeit dazu werde situationsabhängig durch ein entsprechendes Grafiksymbol auf dem Control Display signalisiert.

Ferngesteuertes Parken

Als, wie BMW betont, weltweit erstes Serienautomobil kann der neue 7er fahrerlos in Parklücken oder Garagen hinein- und wieder herausmanövrieren. Die Option Ferngesteuertes Parken soll so die Nutzung besonders schmaler Stellflächen ermöglichen. Das Vorwärts-Ein- und das Rückwärts-Ausparken werde vom Fahrer außerhalb des Fahrzeugs mit dem ebenfalls neu entwickelten BMW-Display-Schlüssel aktiviert und vom Fahrzeug vollautomatisch ausgeführt. Zur Aktivierung des Ferngesteuerten Parkens muss das Fahrzeug in einem Winkel von maximal 10° zur ausgewählten Parklücke positioniert werden, erklären die Experten. Die beim fahrerlosen Ein- und Ausparken zurückgelegte Strecke könne maximal das 1,5-Fache der Fahrzeuglänge betragen.

Auch auf seinem Platz hinter dem Lenkrad wird der Fahrer des neuen BMW 7er intensiver denn je beim Parkvorgang unterstützt, fügen die Entwickler hinzu. Die aktuelle Ausführung des optionalen Parkassistenten erleichtere die Auswahl und Nutzung von Stellplätzen, die entweder parallel oder quer zur Fahrbahn angeordnet seien. Das System übernehme den gesamten Einparkvorgang einschließlich aller dafür erforderlichen Lenk-, Gangwahl-, Beschleunigungs- und Bremsmanöver. Zusätzlich umfasse das System die Funktion Active Park Distance Control. Sie trage beim Rückwärtsrangieren durch einen rechtzeitigen Bremseingriff dazu bei, Kollisionen mit Hindernissen im hinteren oder seitlichen Umfeld des Fahrzeugs zu vermeiden.

Fahrerassistenzsysteme

Mit einem vielfältigen Angebot an Fahrerassistenzsystemen soll BMW ConnectedDrive Komfort und Sicherheit gewährleisten. Der Funktionsumfang des optionalen Systems Driving Assistant wird um die Heckkollisions-Prävention und die Querverkehrswarnung für den hinteren Bereich des Fahrzeugs erweitert. Für beide Funktionen werden die von seitlich am Fahrzeugheck angeordneten Radarsensoren gelieferten Daten ausgewertet, berichten die Entwickler. Um die Gefahr eines Aufpralls auf das Heck zu verringern, wird in entsprechenden Situationen die Aufmerksamkeit nachfolgender Verkehrsteilnehmer durch hochfrequentes Warnblinken erhöht. Ist die Kollision nicht mehr zu vermeiden, werden automatisch die Schutzmaßnahmen des Systems Active Protection wie Gurtstraffung und Schließen der Seitenfenster und des Schiebedachs aktiviert. Die Querverkehrswarnung unterstützt den Fahrer beim Rückwärts-Ausparken in unübersichtlichen Verkehrssituationen. Die Warnung vor Querverkehr erfolgt durch akustische Hinweise und ein LED-Lichtsignal im Außenspiegel. In Verbindung mit der optionalen Rückfahrkamera wird das perspektivisch erweiterte Bild der Verkehrssituation hinter dem Fahrzeug auf dem Control Display dargestellt.

Das System Driving Assistant Plus beinhaltet darüber hinaus neben der Aktiven Geschwindigkeitsregelung mit Stop-&-Go-Funktion und der Querverkehrswarnung vorn auch den Lenk- und Spurführungsassistenten einschließlich Stauassistent sowie den Spurhalteassistenten mit aktivem Seitenkollisionsschutz. Diese Systeme nutzen eine Stereokamera sowie Radarsensoren an der Front und an der Seite, um neben Fahrbahnbegrenzungen auch vorausfahrende sowie seitlich oder von hinten herannahende Fahrzeuge zu registrieren. Sie unterstützen den Fahrer bei Geschwindigkeiten von bis zu 210 km/h durch komfortable Lenkeingriffe dabei, die Spurmitte zu halten beziehungsweise ein unbeabsichtigtes Verlassen der Fahrspur zu vermeiden. Darüber hinaus können die Systeme dazu beitragen, bei einem Spurwechsel Kollisionen mit anderen, sich seitlich oder von hinten nähernden Verkehrsteilnehmern zu vermeiden. Erweitert wird auch der Funktionsumfang der Aktiven Geschwindigkeitsregelung mit Stop & Go-Funktion. Wird sie genutzt, genügt künftig ein Knopfdruck, um Tempobeschränkungen, die von der Funktion Speed Limit Info erkannt werden, zu berücksichtigen und die gewählte Geschwindigkeit entsprechend anzupassen.

Lesen Sie mehr zur neuen 7er Limousine von BMW auf Seite 2.

Luftfederung und Dynamische Dämpfer Control serienmäßig

Die serienmäßige Ausstattung mit einer Zweiachs-Luftfederung einschließlich automatischer Niveauregulierung soll der nächsten Generation der 7er Reihe zu einem spürbar optimierten Fahrkomfort verhelfen. Die Luftversorgung der Federung erfolge über einen elektrisch angetriebenen Kompressor einschließlich Druckspeicher. Die Höhe des Fahrzeugaufbaus werde damit auch bei abgeschaltetem Motor an den jeweiligen Beladungszustand angepasst. Aufgrund der radindividuellen Regelung der Luftversorgung werde auch eine ungleichmäßige Beladung ausgeglichen. Als Zusatzfunktion stehe eine manuelle Betätigung der Niveauregulierung zur Verfügung. Per Tastendruck lasse sich die Höhe des Fahrzeugaufbaus - beispielsweise auf unebener Wegstrecke oder in Parkgaragen mit besonders spitzem Rampenwinkel - um 20 Millimeter anheben. Bei einer Fahrgeschwindigkeit von mehr als 35 km/h kehre die Niveauregulierung automatisch zur Standardeinstellung zurück. Darüber hinaus werde bei hohen Geschwindigkeiten sowie bei aktiviertem Modus Sport des Fahrerlebnisschalters der Aufbau automatisch um 10 Millimeter abgesenkt.

Die Vorzüge der Luftfederung an der Vorder- und Hinterachse kommen besonders intensiv im Zusammenspiel mit der ebenfalls serienmäßigen Dynamischen Dämpfer Control zur Geltung, betonen die Experten aus München. Die elektronisch geregelten Dämpfer verbessern den Abroll- und Aufbaukomfort sowie die fahrdynamischen Eigenschaften der Limousine. Per Fahrerlebnisschalter können drei Kennfelder für die Dämpferregelung aktiviert werden, die wahlweise den Fahrkomfort (Modi Ccomfort, Comfort+) oder das sportlich-agile Handling (Modus Sport) unterstützen.

Weiterentwickelt: Integral-Aktivlenkung und Dynamic Drive

Als Option ist für die neue Generation der BMW 7er Reihe eine Weiterentwicklung der Integral-Aktivlenkung verfügbar. Das bisher verwendete Planetengetriebe an der Vorderachse wird dabei von einer variablen Zahnstangenübersetzung abgelöst, heißt es. Damit könne die Integral-Aktivlenkung erstmals auch in Verbindung mit dem intelligenten Allradantrieb xDrive angeboten werden. Durch ein je nach Fahrsituation entweder gegen- oder gleichsinniges Mitlenken der Hinterräder steigere dieses System sowohl die Wendigkeit im Stadtverkehr als auch die Agilität bei dynamischer Fahrt und gewährleiste darüber hinaus besonders komfortable und souveräne Reaktionen bei Spurwechseln und in Kurven.

Außerdem steht eine neue Ausführung der aktiven Wankstabilisierung Dynamic Drive zur Verfügung. Das System reduziere Wankbewegungen bei dynamischer Kurvenfahrt durch erstmals elektromechanisch angetriebene Stabilisatoren. Auch Dynamic Drive fördere sowohl die Sportlichkeit als auch den Komfort des neuen 7er.

Fahrerlebnisschalter erstmals mit Adaptive-Modus

Mit dem serienmäßigen Fahrerlebnisschalter kann in der nächsten Generation der BMW 7er Reihe erstmals auch der Adaptive-Modus aktiviert werden. In dieser Einstellung wird die Fahrzeugabstimmung adaptiv und deutlich wahrnehmbar an den jeweils aktuellen Fahrstil und den Streckenverlauf angepasst, erklären die Ingenieure. Die Steuerung des Systems reagiere auf Fahrpedal- und Lenkradbewegungen sowie darauf, ob sich der Gangwahlschalter in D- oder S-Position befinde. Je nach Fahrsituation werde eine entweder sportliche oder komfortable Charakteristik der Antriebs- und Fahrwerkssysteme erzeugt. Bei Fahrzeugen, die mit dem optionalen Navigationssystem Professional ausgestattet seien, würden auch die Kartendaten berücksichtigt, um beispielsweise beim Wechsel vom Stadtverkehr auf eine Autobahn, auf kurvenreicher Strecke oder bei der Annäherung an eine Kreuzung die jeweils passende Fahrzeugabstimmung zur Verfügung zu stellen.

Der auf der Mittelkonsole angeordnete Fahrerlebnisschalter wurde neu gestaltet. Die Modi Comfort, Sport, Eco Pro und Adaptive sind nun direkt per Tastendruck anwählbar. Auf der Taste Comfort ist zudem für sehr komfortables Fahren der Modus Comfort+ hinterlegt. Für die Modi Sport und Eco Pro besteht die Möglichkeit zur individuellen Konfiguration über das Menü des Bediensystems iDrive. So kann der Fahrer im Modus Sport beispielsweise eine dynamische Schaltcharakteristik und eine direkte Lenkungskennlinie mit einer komfortorientierten Dämpferabstimmung kombinieren. Im Eco-Pro-Modus kann der Umfang der effizienzfördernden Einstellungen an die individuellen Vorlieben angepasst werden. Außerdem lassen sich nun auch die fahrdynamischen Funktionen Dämpferregelung und Lenkungskennlinie für den Eco-Pro-Modus individuell konfigurieren.

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