Skip to main content
main-content

10.03.2020 | Automobilelektronik + Software | Kompakt erklärt | Onlineartikel

Welche Fortschritte gibt es bei OTA-Updates?

Autor:
Christiane Köllner
2:30 Min. Lesedauer

Over-the-Air-Updates sind ein schneller Weg, die Fahrzeugsoftware zu aktualisieren. Was sich genau dahinter verbirgt und welche Fortschritte die Autohersteller bei OTA-Updates machen, haben wir kompakt erklärt. 

Over-The-Air (OTA) bedeutet, dass Updates für Firm- und Software drahtlos per Luftschnittstelle erfolgen – und nicht mehr über ein Kabel. "OTA-Services sind Dienste, die 'IT-gestützt neue oder zusätzliche Fahrzeugfunktionen ermöglichen beziehungsweise diese aktualisieren und erhalten'", zitiert Springer-Autor Heinrich Holland im Kapitel Kundenbindung durch Connected Cars aus dem Buch Dialogmarketing und Kundenbindung mit Connected Cars. Übertragen wird per Mobilfunk, WLAN, LTE, Bluetooth oder RFID. Im Auto betreffen die Aktualisierungen die Steuergeräte und das Infotainmentsystem. 

Empfehlung der Redaktion

01.01.2020 | The Hansen Report | Ausgabe 1-2/2020

The Hansen Report

Tesla ist seit 2012 in der Lage, Updates zur Behebung von Fehlern und Einführung neuer Funktionen in Fahrzeuge einzubringen. Dieser Wettbewerbsvorteil hat mittlerweile die gesamte Automobilindustrie angestachelt.

"Der Vorteil der OTA-Services besteht darin, dass der Kunde immer über ein Fahrzeug verfügt, das technisch auf dem aktuellsten Stand ist", erklärt Holland weiter. Gleichzeitig erspare es dem Kunden den Weg zur Werkstatt. Im Zusammenhang mit vollautomatisiertem Fahren "wird Connectivity eine essenziell notwendige und gesetzlich vorgeschriebene Eigenschaft sein", prognostiziert Elektrobit im Artikel Security für vernetzte Fahrzeuge entlang des gesamten Lebenszyklus aus der ATZelektronik 1-2-2020. Dabei stellen Software-Updates "Over the Air" besondere Anforderungen an die Sicherheitsarchitektur innerhalb und außerhalb eines Fahrzeugs. Sie halten das Auto nicht nur über den Lebenszyklus aktuell, sondern auch sicher und schützen vor Cyber-Angriffen. 

Autobauer arbeiten an OTA-Update-Fähigkeit

In jüngster Zeit haben die meisten Fahrzeughersteller "intensiv an der OTA-Update-Fähigkeit ihrer Fahrzeuge gearbeitet", heißt es im Hansen Report des Elektroingenieurs Paul Hansen aus der ATZelektronik 1-2-2020. Angestachelt vor allem durch Tesla, die bereits seit 2012 in der Lage seien, Updates zur Behebung von Fehlern und Einführung neuer Funktionen in Fahrzeuge einzubringen. So komme zum Beispiel im Cadillac CT5, der ab August 2020 verfügbar ist, die neue Elektronikplattform von General Motors zum Einsatz. Dabei sollen sich OTA-Software-Updates wie bei Smartphones durchführen lassen. Und im Oktober 2019 habe Ford angekündigt, die meisten neu entwickelten Fahrzeuge in den USA mit einer OTA-Update-Funktionalität für beinahe alle Steuergeräte auszustatten. 

Auch Volkswagen will laut Paul Hansen Updates der Fahrzeugsoftware aus der Ferne durchführen, und zwar ab diesem Sommer mit dem Auslieferungsstart der neuen Elektroautos vom Typ ID.3. Die Wolfsburger hatten sich zur Entwicklung ihres OTA-Update-Programms vor längerer Zeit mit Harman zusammengeschlossen. 

Heute arbeitet Harman nach eigenen Angaben mit 25 OEMs zusammen, seine OTA-Lösung kommt in etwa 50 Millionen Fahrzeugen zum Einsatz", heißt es im Hansen Report. In fünf Jahren sollen es 300 Millionen Fahrzeuge sein.

"CAN-Bus ist der Flaschenhals"

Kritisch sehen vor allem die Fahrzeughändler OTA-Updates. Sie fürchten um ihr Geschäft, da die Updates außerhalb der Händlerwerkstätten stattfinden. Ein finanzieller Ausgleich für Updates, wie ihn zum Beispiel VW realisiert hat, kann hier Abhilfe schaffen. Dazu kommt: "OTA-Software-Updates dauern manchmal sehr lang und der Engpass befindet sich oft im Fahrzeug selbst", wird Egil Juliussen, der die Automobilrecherche bei IHS Markit leitet, im Hansen Report zitiert. Der CAN-Bus sei "der Flaschenhals, und wenngleich die Hersteller auf um ein Vielfaches schnellere Ethernet-Backbones umsteigen wollen, werden sie noch Jahre warten und zudem viel Geld investieren müssen, um die E/E-Architekturen so grundlegend ändern zu können", so Juliussen.

Weiterführende Themen

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

01.01.2020 | The Hansen Report | Ausgabe 1-2/2020

The Hansen Report

Premium Partner

    Bildnachweise