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05.12.2012 | Automobilelektronik + Software | Im Fokus | Onlineartikel

Das Internet der Dinge

Das Internet der Dinge, oft auch als Pervasive Computing oder ubiquitäre Rechnerwelten bezeichnet, gewinnt zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung. Hier werden die Kommunikationsknoten primär durch (kleine) eingebettete Systeme gebildet. Betroffen sind eine Reihe deutscher Schlüsselindustrien – darunter die Automobilindustrie.

Unlängst haben sowohl die Fälle des Stuxnet-Virus (Zerstörung von Hochgeschwindigkeitszentrifugen) als auch der Playstation-Angriff (Verlust von über zehn Millionen Kunden- und Kreditkarteninformationen) gezeigt, welche erheblichen wirtschaftlichen und politischen Implikationen elektronische Angriffe haben können. Ebenso haben US-Wissenschaftler in 2011 demonstriert, welche dramatischen Folgen IT-Angriffe auf die Kfz-Elektronik im Fahrbetrieb haben können, bei einer Manipulation der Bremsanlage über die Mobilfunkanbindung eines Fahrzeugs.

Die Rolle der Embedded Security (IT-Sicherheit in eingebetteten Geräten) ist allerdings vielschichtig: Neben dem Schutz gegen externe Angreifer ist sie gleichzeitig technologischer Wegbereiter für neue Anwendungen und Geschäftsmodelle. So hängen zwei der wichtigsten aktuellen Killer-Applikationen im Endgerätemarkt – iTunes von Apple und das Kindle-eBook von Amazon – in kritischer Weise von starken Schutzmechanismen für digitale Inhalte ab.

Im Fahrzeugbereich erlaubt die Embedded Security auch vormals ungeahnte Anwendungen. So lässt sich ein wirksamer Tuning-Schutz erreichen. Gleichzeitig werden (kostenpflichtige) Anwendungen wie Location Based Services ermöglicht.

In einigen Jahren werden Neufahrzeuge mit Car-to-Car-Kommunikation ausgestattet. Dies wird aller Voraussicht nach zu einer deutlich verbesserten Verkehrssicherheit führen, die aber wiederrum durch strenge Schutzmechanismen abgesichert werden muss. In Myriaden anderer Anwendungen können mithilfe der Embedded Security kostenpflichtige Funktionsfreischaltung, Software-Updates beim Kunden und starke Plagiatsschutzmechanismen ermöglicht werden.

Bei der Umsetzung basiert die Embedded Security auf einer Vielzahl von Techniken. Zum einen wird Security Engineering für einen soliden Systementwurf benötigt, bei dem unter anderem Abwägungen zwischen Wirtschaftlichkeit und Sicherheit, Lebenszyklusbetrachtungen und Benutzbarkeit eine wichtige Rolle spielen. Fast alle Sicherheitslösungen basieren auf starken kryptographischen Mechanismen. Durch die speziellen Einsatzbedingungen – beispielsweise Energie- oder Codegrößenbeschränkungen – und den Fakt, dass ein Angreifer das Zielgerät oft physikalisch manipulieren kann, ergeben sich hier zahlreiche, sehr anspruchsvolle ingenieurtechnische Fragestellungen.

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