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Softwareentwicklung in Start-up-Geschwindigkeit

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Wie stellt sich die Automobilindustrie den Herausforderungen des digitalen Zeitalters? Diese Frage ist derzeit ebenso drängend wie unbeantwortet.


Die Vorbereitungen auf die vernetzte Mobilität der Zukunft stellt auch neue Anforderungen an die Softwareentwicklung. Agile Arbeitsweisen gelten dafür als Voraussetzung.

Für Martin Hofmann, CIO des Volkswagenkonzerns, steht fest: "In unseren Labs in Berlin und München arbeiten unsere IT-Experten wie im Silicon Valley. Wir haben das Valley zu Volkswagen geholt." Was Hofmann damit meint, gleicht in Wolfsburg einer kleinen Kulturrevolution. Agile Programmierungstechniken wie das Extreme Programming, Softwareentwicklung in wechselnden Zweier-Teams mit täglichen Standup-Meetings, regelmäßigen wöchentlichen Trainingssessions und stetiger Eigenoptimierung der Teams sollen die Basis dafür bieten, dass innovative Softwarelösungen in Startup-Geschwindigkeit auf den Markt kommen.

Der Druck aufs Tempo hat einen guten Grund. "Google, Uber und Lyft verändern die Art, wie wir über Mobilität reden", sagte Manuela Papadopol, Director Business Development and Communications bei Elektrobit, gegenüber Springer Professional am Rande des Genfer Automobilsalons. "Das wird auch dabei helfen, dass die Automobilhersteller sich für die agile Softwareentwicklung entscheiden, denn Erfolg wird nur derjenige haben, der schnell denkt." Doch im Gegensatz zum Consumer-Bereich und zur Industrie, wo Vernetzung mittlerweile zum nicht mehr wegzudenkenden Entwicklungstreiber gehört, schreitet die Digitalisierung im automobilen Sektor nach wie vor nur schleppend voran. Dabei kann die Vernetzung sämtlicher Systeme letztlich nicht nur für den Funktionsumfang des Fahrzeugs von Vorteil sein, sondern auch für die Mobilität an sich. Darauf weisen Heiko Herchet, Torsten Bien und Michael Pollner in ihrem Beitrag Car-IT – Die Revolution in der Softwareentwicklung für die ATZelektronik 6/2015 hin.

Klassische Entwicklungsmethoden geraten an ihre Grenzen

Durchaus selbstkritisch bekennen Gerhard Müller, Gerold Quathamer, Christian Opel und Marius Lauder in ihrem Beitrag Agile Methoden in der Softwareentwicklung für HMI und Grafik für die ATZelektronik 4/2015: „Die bisher verbreitete Entwicklung von Software für HMI und Grafik gerät trotz langjähriger Erfahrung an ihre Grenzen. Bedingt durch steigende Komplexität, wachsende Umfänge und zahlreiche Änderungen sowohl der technischen Möglichkeiten als auch der Anforderungen erscheint der Übergang zu agilen Methoden beinahe zwingend.“

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Das wissen auch Thomas Hülshorst, Johannes Richenhagen, Felix Richert und Alexander Nase. In ihrem Beitrag Neue Dimensionen in der automobilen Softwareentwicklung für die ATZelektronik 7/2015 empfehlen sie flexible Architekturen, vorgelagerte Virtualisierung und Simulation sowie neue Regelungskonzepte und modellbasierte Designmethoden: "Hochintegrierte, automatische Prozess- und Toolketten helfen, die Entwicklungszeiten zu reduzieren und garantieren hohe Qualität." Zusätzlich sei die Einführung einer prozessorientierten Organisation sowie eines agilen Zulieferer- und Ressourcenmanagements zwingend erforderlich, um den schnell wachsenden Anforderungen in der Entwicklung gerecht zu werden.

12 Prinzipien für mehr Geschwindigkeit

Anders als bei der klassischen Softwareentwicklung, folgen die agilen Prozess- und Vorgehensmodelle auf 12 bereits 2001 formulierten Prinzipien, bauen auf diesen Werten auf und orientieren sich an ihrer konkreten Ausgestaltung. Daran erinnert Karl-Heinz Rau in seinem Lehrbuch Agile objektorientierte Software-Entwicklung. Nicht selten, so der Autor, sind die agilen Modelle als Gegenbewegung zu planungszentrierten Methoden mit ausufernden Konzeptionsphasen entstanden. „Für agiles Vorgehen ist weniger das klassische Produktionssystem nach Henry Ford als vielmehr das Produktionssystem von Toyota das geeignete Leitbild. Anleihen beim Lean Manufacturing (schlanke Fertigung) sind durchaus vielversprechend“, so Rau weiter.

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Die Hintergründe zu diesem Inhalt

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