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06.08.2013 | Automobilelektronik + Software | Im Fokus | Onlineartikel

Interview: "Keine unüberwindbaren Hürden beim automatisierten Fahren"

Autor:
Markus Schöttle

Professor Dr. Ralf G. Herrtwich ist Leiter der Vorentwicklung von Fahrerassistenz- und Fahrwerksystemen bei der Daimler AG. Im Gespräch mit ATZelektronik nimmt er zu den anstehenden rechtlichen Maßnahmen Stellung, die den Weg zum vollautomatisierten Fahren ebnen müssen.

Mit etwas Skepsis verfolge ich die sehr rege, fast überschwängliche Diskussion über automatisiertes Fahren. Denn die Gesetzgebungen und Verkehrsregeln, die dafür notwendig sind, lassen schon sehr lange auf sich warten. Bewegt sich auf diesen Ebenen überhaupt etwas?

Wie schnell das gehen kann, zeigen die Gesetzesinitiativen im US-Bundesstaat Nevada, auch mit einem gewissen Einfluss von Google. Hier hat die lokale Politik pragmatisch einige rechtliche Grundlagen geschaffen: Auf öffentlichen Straßen sind Erprobungsfahrten mit teil- und hochautomatisiert fahrenden Autos erlaubt. An dem Verhaltensrecht wird dort intensiv gearbeitet.

Erwarten Sie einen Schneeballeffekt für Europa und Asien?

Ja, sowie heute in den USA. Florida und Kalifornien ziehen nach, und längst ist es zur nationalen Aufgabe geworden, die Rahmenbedingungen zu schaffen. Andere Regionen der Erde wachen auf und schauen nach Nordamerika, auch die Chinesen nehmen sich der Sache an. Hier ist viel ins Rollen gekommen.

Europa wird ausgebremst von dem Wiener Abkommen, das dem Fahrer die ständige Kontrolle über das Fahrzeug befiehlt.

Die Amerikaner haben das Genfer Abkommen unterschrieben, und das war die 49. Fassung der verkehrsrechtlichen Völkerkonvention. Da steht das Gleiche drin wie im Wiener Abkommen. Unsere Arbeitsgruppen in Europa arbeiten sehr intensiv daran, eine Novellierung zu erwirken. Und ich habe keinen Zweifel, dass wir sukzessive zu den Rahmenbedingungen kommen.

Das vollständige Interview mit Ralf G. Herrtwich lesen Sie hier.

Zur Person

Ralf G. Herrtwich arbeitet seit 1998 in der Konzernforschung und Vorentwicklung der Daimler AG. Nach zehn Jahren als Leiter des Centers Infotainment und Telematik, ist er nun für den Bereich Fahrerassistenz- und Fahrwerksysteme und in dieser Funktion für künftige Sicherheits- und Komfortinnovationen bei Mercedes-Benz verantwortlich.

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