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30.04.2019 | Automobilelektronik + Software | Im Fokus | Onlineartikel

Teil 4

Digitale Transformation der Autoindustrie: Mobilitätsservices

Autor:
Uwe Winkelhake

Die Digitalisierung verändert die Autobranche. Uwe Winkelhake erklärt im vierten Teil unserer Serie zum digitalen Wandel der Autoindustrie, wie sich OEMs bei Mobilitätsservices positionieren können.​​​​​​​

Im dritten Teil zum digitalen Wandel der Automobilindustrie beschreibt der Autor das Digitalisierungsfeld Connected Services und geht auf die Vermarktung von Fahrzeugdaten ein. Der folgende Artikel befasst sich mit dem zweiten Digitalisierungsfeld, den Mobilitätsservices.

Mobilitätsservices – so können sich die OEMs positionieren

Gerade das autonome Fahren wird die zweite Säule des "Digitalisierungshauses", den Bereich der Mobilitätsservices, noch weiter antreiben. Sogenannte "Robotaxis", autonom fahrende Autos, die per App von den Kunden zielgerecht angefordert werden, können durch den Entfalls der Fahrerentlohnung Mobilität sehr preiswert und auch sehr sicher anbieten. Dieser Markt wird derzeit im Wesentlichen von markenunabhängigen Unternehmen beherrscht. Etabliert sind Uber, Lyft und auch Didi in China und weitere Anbieter versuchen sich zu positionieren. In dieser Situation sind die OEMs gefordert, aufzuholen und sich mit attraktiven und innovativen Angeboten zu positionieren, um so auch an diesem Branchenumsatz teilhaben zu können. 

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Neue Rahmenbedingungen und mit der Digitalisierung einhergehende Möglichkeiten motivieren neue Wettbewerber auch aus anderen Branchen, aggressiv auf den Automobilmarkt zu drängen. Für die etablierten Automobilunternehmen ist es daher überlebenswichtig, die erforderlichen Änderungen mit einer umfassenden Digitalisierungsstrategie und -roadmap anzugehen.

Eine Option besteht darin zum Spezialanbieter von Mobilität zu werden. Beispielsweise sind Kunden interessiert, Komplettangebote zu bekommen, um Strecken auch mit unterschiedlichen Fahrzeugen zurück zu legen. So könnte der Wechsel des Fahrzeugtyps beispielsweise vom Auto auf eine Fähre und von dort auf ein Fahrrad vollständig vom Mobilitätsdienstleister im Hintergrund organisiert und dem Kunden zur Auswahl im "one klick shopping" angeboten werden. Als weitere Option ist sicher die "Branded Mobility" für Hersteller im Luxus- und exklusiven Sportwagensegment interessant. Dieses obere Segment bietet eventuell auch zum Kundengeschmack passende Golfevents oder Restaurantbesuche an. Die Mobilität wird hier zum markenspezifischen Erlebnis ausgestaltet und interessierte Kunden werden so an die Marke herangeführt. Ein weiteres, spezielles Segment im Bereich der dienstlichen Nutzung stellt die "Company Mobility" dar, die anstelle individueller Dienstwagen unternehmensinterne Mobilitätsdienstleistungen für Firmen umfasst.

Eine weitere Geschäftsmöglichkeit im Bereich der Mobilitätsdienstleistung besteht in der übergeordneten optimierten Lenkung der Fahrzeuge auf Basis einer Plattform – ähnlich der Luftraumüberwachung im Flugverkehr. Als Basis einer derartigen Lenkung kann in Analogie zur Fertigungssteuerung ein "digitaler Mobilitätsschatten" dienen. Hierzu erscheinen die Positionen und möglichst auch die geplanten Ziele aller Fahrzeuge in hochgenauen Karten und werden in einem virtuelles Modell der Gesamtverkehrslage eines geografischen Gebietes verwaltet. Unter Beachtung der Fahrziele und einlaufender Anfragen von Kunden lassen sich daraus Prognosen zur Verkehrsentwicklung ableiten und durch lenkende Maßnahmen eine Optimierung der Verkehrsflüsse unter Zeitaspekten und auch bei Stauvermeidung bewirken. Bei autonom fahrenden Fahrzeugen kann zudem die Vermeidung von Verdichtungen auch das Risiko von Kollisionen reduzieren und die Gesamtauslastung der Fahrzeuge erhöhen. Durch eine übergeordnete Lenkung ergeben sich somit erhebliche Vorteile sowohl für Einzelfahrer als auch für die Verkehrssituation insgesamt. Ein solches Zukunftsmodell könnte ein Hersteller mit hohem Marktanteil entwickeln, da er Zugriff auf alle herstellerspezifischen Fahrzeugdaten hat und ihm damit ein Modell mit der notwendigen statistischen Aussagesicherheit zur Verfügung steht [Win17].

Literaturhinweis: 

Lesen Sie weiter!

  • Der erste Teil unserer Serie führt in die digitale Transformation der Autoindustrie ein.
  • Der zweite Teil unserer Serie zur digitalen Transformation der Autoindustrie befasst sich detailliert mit den Digitalisierungsstrategien der Unternehmen der Automobilindustrie.
  • Der dritte Teil unserer Serie zur digitalen Transformation der Autoindustrie erläutert die Bedeutung von Connected Services für die OEMs und Zulieferer.
  • Der fünfte Teil unserer Serie zur digitalen Transformation der Autoindustrie beschäftigt sich mit Industrie 4.0 und Multichannel-Vertrieb.

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Quelle:
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