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10.10.2017 | Automobilproduktion | Nachricht | Onlineartikel

Daimler setzt bei Van-Produktion auf neue Vernetzung

Autor:
Sven Eisenkrämer

Mercedes-Benz Vans setzt die Digitalisierung der Produktion des neuen Transporters "Sprinter" um. Unter anderem mit der RFID-Technologie und einer neuen IT-Infrastruktur setzt die Daimler-Sparte auf eine vernetzte, intelligente Serienproduktion.

Die Transportersparte des Fahrzeugkonzerns Daimler produziert ihren Mercedes-Benz "Sprinter" in Ludwigsfelde künftig deutlich digitalisierter als bisher. Durch den Einsatz von neuen Technologien zur Vernetzung der Produktion sollen Prozesse effizienter und flexibler gestaltet werden.

Wie Daimler mitteilt, kommen im Werk von Mercedes-Benz Vans künftig beispielsweise RFID-Chips (Radio-Frequency Identification) an Bauteilen der Fahrzeuge zum Einsatz. In einer Pilotphase werden Seitenspiegel und Sitze für die Sprinter-Modelle automatisch und kontaktlos per Funk lokalisiert und identifiziert. Dies geschieht ab dem Moment der Anlieferung bis zum Bandablauf des Sprinter. Laut Konzern wird das Projekt in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung (IFF) umgesetzt. Ziel ist, in Ludwigsfelde in den nächsten Jahren bis zu 40 Teile per RFID mit dem Produktionssystem digital zu vernetzen.

Exakte Lokalisierung der Bauteile durch Funk-Chips

Für Mitarbeiter in Logistik und Produktion sei dies ein schon lange angepeiltes Ziel: Jederzeit genau zu wissen, wo sich ein Bauteil befindet. Mit diesen Informationen könne flexibel auf Veränderungen im Ablauf, wie beispielsweise bei Verzögerungen in bestimmten Bereichen, reagiert und kurzfristig umdisponiert werden, heißt es in der Daimler-Mitteilung. Zudem könnten Mitarbeiter stets den aktuellen Lagerbestand abrufen und auch die Qualitätssicherung sei jederzeit darüber im Bilde, ob das passende Bauteil am richtigen Fahrzeug montiert ist. Durch die RFID-Lösung entfallen pro Fahrzeug allein bei den beiden Bauteilen sieben bisher händische Arbeitsschritte bei der Dokumentation, heißt es vom Hersteller.  

Die Umsetzung von RFID beginnt bereits bei den Zulieferern. Sie bringen an den Bauteilen die für RFID nötigen elektronischen Etiketten an, die sogenannten RFID-Tags. Damit können bereits die Zulieferer die Technologie innerhalb ihrer eigenen Logistik und Fertigung nutzen. 

Neue IT-Architektur wird ab 2018 weltweit ausgerollt

Für die Verarbeitung der Daten hat Mercedes-Benz Vans gemeinsam mit Partnern eine komplett überarbeitete IT-Architektur entwickelt. Zentrales Element ist eine "Datenautobahn", auf die alle Systeme gleichzeitig zugreifen können. Zusätzlich werden die unterschiedlichen IT-Plattformen der weltweiten Werke aufeinander abgestimmt, damit ein globaler Austausch stattfinden kann. Die Architektur soll zudem ermöglichen, kurzfristig neue digitale Anwendungen hinzuzufügen. Wenn  das RFID-Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen ist, sollen andere Werke die fertige Software umgehend einsetzen können. Mercedes-Benz Vans rollt die neue IT-Architektur ab dem kommenden Jahr sukzessive weltweit aus.

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