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17.12.2020 | B-to-B-Marketing | Gastbeitrag | Online-Artikel

Podcast-Boom oder heiße Luft?

verfasst von: Mike Warmeling

3:30 Min. Lesedauer

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Alle tun es: Promiköche, Fußballer, Coaches, Ärzte, Professoren und die Bundeskanzlerin. Podcasts werden immer beliebter. Dabei gibt es dieses Format nicht erst seit dem Corona-bedingten Digitalisierungsschub. Doch nicht nur die Anzahl der verfügbaren Podcasts steigt.

Laut verschiedener Umfragen, wie beispielsweise des Marktforschungsinstituts Statista, ist auch bei der Zahl der Podcast-Nutzer in den vergangenen Jahren ein signifikanter Anstieg zu erkennen. Im Sommer 2020 gaben 33 Prozent der Befragten an, Podcasts zu nutzen, während diese Zahl im Jahr 2016 lediglich bei 14 Prozent lag. Damit entsteht mit den Hörstücken ein Marketing-Instrument, dessen großes Potenzial längst nicht ausgeschöpft ist. 

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2020 | OriginalPaper | Buchkapitel

Podcasts

Strategien für mehr Sichtbarkeit als Marke in der digitalen Welt

Es ist unbestreitbar, dass der Bedarf am gesprochenen Wort zunimmt. Die Verbreitung von Smart-Speakern und Smarthome-Anwendungen sowie die Entwicklung der Kommunikation im Auto zeigen die unaufhaltsame Entwicklung unserer Gesellschaft.

Aber nicht nur im privaten Bereich steigt die Relevanz, sondern ebenso im B2B-Markt, da viele sich beispielsweise gerade im Marketing oder Vertrieb auch beruflich quasi nebenbei informieren und weiterbilden möchten.

Persönliche Ansprache – große Reichweite

Das Kunstwort Podcast besteht aus der Abkürzung "play on demand", also "auf Abruf abspielen", und "cast" in Anlehnung an das Wort "broadcast". Eine Besonderheit liegt darin, dass die Sendungen regelmäßig erscheinen und entweder über Feed-Formate abonniert oder von Plattformen heruntergeladen werden können. Dabei gestaltet sich im Vergleich zur Produktion von Videoformaten die Aufnahme eines Podcasts wesentlich einfacher. Während bei Videoclips sowohl das technische Equipment als auch die visuelle Gestaltung eine Herausforderung darstellen, genügen für ein Audioformat 

  • ein Raum ohne Störfaktoren, 
  • ein kostenloses Schnittprogramm und 
  • ein gutes Aufnahmegerät mit Popschutz, um 

unerwünschte Knallgeräusche beim Sprechen zu mindern. Doch nicht nur die Produktion stellt eine geringe Hürde dar, auch die Nutzung ist simpel. Durch das Smartphone als ständiger Begleiter sind Podcasts jederzeit verfügbar. Anders als bei Video- oder Textformaten können sie ohne zusätzlichen Zeitaufwand quasi nebenbei konsumiert werden. 

Podcasts sind authentischer

Ein Podcast wirkt zudem wesentlich persönlicher und authentischer, baut eher Vertrauen auf als Bilder oder Text. Stories gehen direkt ins Ohr, ohne mit anderen Medien in einem umkämpften Segment um Aufmerksamkeit zu wetteifern. Eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Splendid zeigt, dass 41 Prozent der Befragten aufgrund von Podcasts neue Produkte ausprobiert haben, 33 Prozent ließen sich nach eigenen Angaben dazu anregen, sich über Produkte oder Unternehmen zu informieren.

Individuell, informativ, interaktiv

Wer sich dazu entscheidet, einen B2B-Podcast zu starten, sollte nicht einfach die breite Masse ansprechen, sondern sich zielgruppengerechte Inhalte überlegen. Drei wichtige Fragen sind:

  • Wer ist meine Zielgruppe? 
  • Womit kann ich einen Mehrwert bieten? 
  • Was interessiert meine Kunden? 

Ein Podcast kann so auch den Expertenstatus eines Unternehmers festigen. Dieser ist schließlich Spezialist für sein Angebot, sodass er darüber sprechen und die Zielgruppe über Details und dessen Vorteile informieren kann. Allerdings zielt ein Podcast, wie auch andere Social-Media-Kanäle, nicht darauf ab, lediglich das Produkt oder die Dienstleistung zu präsentieren. Hier bietet sich vielmehr die Möglichkeit, Storytelling in Höchstform zu nutzen. Mit persönlichen Geschichten, wie dem steinigen Weg von der Idee bis zur Entstehung des Unternehmens oder interessanten Gesprächen mit Kunden und Geschäftspartnern, lassen sich leichter potenzielle Kunden monetarisieren als durch bloße Eigenwerbung – und das mit einem relativ geringen finanziellen Aufwand. Zugleich lassen sich Podcasts wie andere Online-Marketing-Instrumente tracken und agieren doch unabhängig von Algorithmen. Ein Podcast wird Nutzern nicht vorgeschlagen, sondern sie wählen ihn bewusst aus. Daraus generiert sich eine hohe Relevanz und Identifikation der Zuhörer ebenso wie eine persönliche Verbindung beispielsweise durch interaktives Einbinden von Fragen und Bedürfnissen.

Checkliste: Fünf Tipps für Podcasts im Vertrieb

1. In gutes Equipment investieren: Störgeräusche, holprige Schnitte und schlechte Tonqualität wirken unprofessionell und haben negative Auswirkungen.

2. Redaktionsplan erstellen: Wer sich vorher überlegt, worüber er reden möchte, kommt nicht vom Hundertsten ins Tausendste, sondern bleibt informativ. Aktuelle Ereignisse lassen sich trotzdem entsprechend einarbeiten.

3. Persönliche Bindung schaffen: Nutzer lassen sich durch Fragen oder Feedback individuell einbinden.

4. Vernetzen, vernetzen, vernetzen: Podcasts können wunderbar digital vernetzt werden, sowohl auf den eigenen Social-Media-Kanälen als auch auf denen der Kunden und Geschäftspartner, und generieren so Reichweite.

5. Authentisch, unterhaltend, informativ: Ein guter Podcast vereint all' diese Attribute.

Quelle: Warmeling Consulting Unternehmensgruppe

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