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21.05.2024 | Bafin | Nachricht | Nachrichten

N26 muss 9,2 Millionen Euro Geldbuße zahlen

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly, dpa

2 Min. Lesedauer

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Die deutschen Finanzaufseher haben gegen die Online-Bank N26 eine Geldbuße von 9,2 Millionen Euro festgesetzt. Der Grund: Das Institut hat 2022 mehrfach Vorgaben zur Geldwäscheprävention missachtet. 

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat festgestellt, dass die Bank N26 im Jahr 2022 systematisch Geldwäscheverdachtsmeldungen verspätet abgegeben hat. Nun muss das Online-Institut insgesamt 9,2 Millionen Euro bezahlen. Der Bußgeldbescheid ist rechtskräftig, betont die Behörde.

Kreditinstitute sind verpflichtet, eine Meldung an die Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen, die sogenannte Financial Intelligence Unit oder kurz FIU, zu erstatten, wenn sie den Verdacht haben, dass eine Transaktion oder ein sonstiger Geschäftsvorfall mit Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung im Zusammenhang stehen könnte. Hierbei müssen Banken unverzüglich reagieren, um zügig weitere Schritte durch die FIU zu ermöglichen. 

Beanstandungen schon 2019

Bereits im Mai 2019 hatte die Bafin von der Bank verlangt, im Zusammenhang mit der Geldwäscheprävention Rückstände im EDV-Monitoring aufzuarbeiten, Prozessbeschreibungen und Arbeitsabläufe schriftlich zu erfassen und eine bestimmte Anzahl von Bestandskunden neu zu identifizieren. Zudem wurde das Geldhaus verpflichtet, "eine angemessene personelle und technisch-organisatorische Ausstattung zur Einhaltung ihrer geldwäscherechtlichen Verpflichtungen sicherzustellen". 

Im Mai 2021 erfolgte die behördliche Anordnung, in diesem Zusammenhang angemessene interne Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen und Allgemeine Sorgfaltspflichten einzuhalten. Für die Überwachung dieser Aufgaben wurde ein Sonderbeauftragter eingesetzt. Im März 2023 wurden die geldwäscherechtlichen Maßnahmen gegenüber dem Institut durch die Bafin verlängert und in Teilen konkretisiert. Trotz "einiger Fortschritte" stellten die Finanzaufseher nach wie vor Defizite in den Systemen zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung fest und beließen auch den Sonderbeauftragten im Amt.

80 Millionen Euro für Infrastruktur

Die Bank verweist darauf, dass das Unternehmen seit 2022 zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Meldeprozesse implementiert habe. "N26 hat mehr als 80 Millionen Euro in die personelle und technische Infrastruktur investiert, um höchste Branchenstandards bei der effektiveren Bekämpfung von Finanzkriminalität und Geldwäsche einzuhalten." Das Unternehmen habe für das Bußgeld bereits im Jahr 2022 eine entsprechende Rückstellung gebildet. "Das verhängte Bußgeld liegt unter der Höhe der Rückstellung." N26 setze seine Zusammenarbeit mit den Aufsichtsbehörden fort.

N26 ist in 24 Ländern Europas aktiv und beschäftigt rund 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter rund 1.000 in Berlin.

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Quelle:
Wirtschaftsstrafrecht

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