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04.07.2024 | Bafin | Infografik | Online-Artikel

Bafin-Hinweisgeberstelle zahlt sich aus

verfasst von: Angelika Breinich-Schilly

2 Min. Lesedauer

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Die Hinweisgeberstelle der Finanzaufsichtsbehörde Bafin macht sich bezahlt: Bislang haben sich dort rund 9.000 Whistleblower gemeldet, die von tatsächlichen oder mutmaßlichen Verstößen gegen Aufsichtsrecht berichtet haben.

Wer eine Verletzung aufsichtsrechtlicher Bestimmungen vermutet, deren Einhaltung die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) kontrolliert, kann sich seit 2016 an eine sogenannte Hinweisgeberstelle wenden. Seither sind dort knapp 9.000 Meldungen eingegangen. Das zeigt eine Übersicht des Portals Statista, die auf Daten der Bafin basiert. Besonders eifrig waren die sogenannten Whistleblower im Jahr 2021, als insgesamt 2.281 Hinweise bei der Finanzaufsicht eingingen. Weder davor noch danach erreichte die Zahl die 2.000er-Marke. Ob es sich bei den Meldungen um tatsächliche oder mögliche Verstößen gegen aufsichtsrechtliche Vorschriften handelt, spielt dabei keine Rolle. 

Aufsicht umfasst zahlreiche Unternehmen

Die Behörde beaufsichtigt neben Banken, Finanzdienstleistern, Zahlungs- und E-Geldinstituten auch private Versicherungsunternehmen sowie Pensionsfonds. Zudem ist sie für die Aufsicht über Kapitalverwaltungsgesellschaften und den Wertpapierhandel zuständig. 

Es ist Aufgabe der Bafin, die von ihr beaufsichtigten Unternehmen auf die Einhaltung der geltenden Vorgaben zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu kontrollieren und auch den Verbraucherschutz im Bereich der Finanzdienstleistungen im Auge zu behalten. 

Keine Belohnung für Hinweise in Deutschland

"Hinweisgeberinnen und Hinweisgeber übernehmen Verantwortung für die Gesellschaft", heißt zur Erläuterung auf der Homepage der Finanzaufsicht. So gibt es in Deutschland derzeit auch keine Form der Belohnung, während Whistleblower in den USA einen Teil des gegen den gemeldeten Straftäter verhängten Bußgeldes als Prämie einstreichen. 

"Seit dem Start im Jahr 2011 hat die US-Börsenaufsicht SEC nach eigenen Angaben mehr als eine Milliarde Dollar an Hinweisgeber ausgezahlt", berichtet Statista. Im Jahr 2023 sei dabei die Rekordsumme von 279 Millionen US-Dollar an einen anonymen Hinweisgeber geflossen.

Whistleblower in Banken schützen

Allerdings ist die Meldung entsprechender Verstöße für den Hinweisgeber nicht immer unproblematisch. Das gilt vor allem dann, wenn es um Verstöße innerhalb eines Unternehmens geht. Die Sorge als Denunziant zu gelten, durch Vorgesetze sanktioniert zu werden - sei es durch Mobbing oder Benachteiligungen im Arbeitsalltag -, oder arbeitsrechtliche Konsequenzen fürchten zu müssen, hemme mögliche Whistleblower, schreibt Corinna Hänel über Hinweisgebersysteme in Kreditinstituten. 

"Die Möglichkeit einer vertraulichen oder gegebenenfalls sogar anonymen Meldung reduziert diese Hemmschwelle", so die Springer-Autorin. Daher habe ein entsprechendes Hinweisgebersystem im Unternehmen, dass den Meldenden schützt, einen "direkten Einfluss darauf, dass Verstöße gegen gesetzliche oder interne Regelungen erkannt und aufgearbeitet werden". 

Hinweisgeberschutzgesetzt setzt neue Maßstäbe

2023 wurden mit dem nationalen Hinweisgeberschutzgesetzes (HinSchG) die gesetzlichen Anforderungen an Unternehmen zur Einführung von Hinweisgebersystemen angehoben. Neben einigen Spezialregelungen für Finanzdienstleister gab es bis dahin nur für die zentrale Hinweisgeberstelle der Bafin konkrete Anforderungen, um Whistleblower zu schützen. 

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